DWKS-Kompass-SiegelDie Welt Klar Sehen

Cleverer Widerstand 3 Teil 1 - Chancen und Risiken am Kapitalmarkt für private Investoren07.02.2021

Deutschland allgemein

Abschrift

Abschrift des Videos vom 07.02.202138 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Gast

Klar sehen, clever denken, frei handeln. Lieber Uwe, das erste Thema, über das wir heute reden werden, ist die Finanzwelt. Und bevor wir jetzt im Prinzip den Nachtrag liefern, wo du mir wahrscheinlich sagen wirst, ja, das und das und das habt ihr alles vergessen, kannst du vielleicht nochmal kurz zusammenfassen, hast du es aus dem Augenwinkel mitbekommen, worüber ich mich mit SAP unterhalten habe?

Uwe

Nein, das habe ich nicht gemacht, weil ich habe den Stream gestern nicht gesehen. Insofern bin ich nicht der richtige Ansprechpartner, das zusammenzufassen.

Gast

Alles klar, es war vorgestern, macht aber gar nichts. Ich nehme mal an, wenn ich dir das aber ganz kurz dann jetzt mitteile, dann hast du auch ein ganz gutes Sprungbrett, von dem aus du danach im Prinzip nochmal deine eigene Perspektive hinzugeben kannst. Wir haben uns im weitesten Sinne über die Entstehung des Geldes unterhalten, aber wir haben das nicht lang und breit irgendwie jetzt dort diskutiert. elaboriert sondern wir haben versucht dass über die wichtigsten stationen einfach nur von der tauschgesellschaft hin bis zum im prinzip erschaffung von physischen münzen hin zur erschaffung von banknoten hinzu im prinzip des aufkommen von firmen und aktiengesellschaften ja also dann wertpapier in die gehandelt werden bis hin zu im prinzip dann finanzinstrumente wie Derivate und so weiter. Und vor allem in letzter Instanz dieses hoch automatisierte Hochfrequenz Trading, das ja wirklich komplett nur noch Maschinen gesteuert ist, wo Menschen ja im Prinzip nur noch so ein bisschen den Kurs vorgeben und dann hoffen und beten, dass das alles standhält. Darüber haben wir uns ein bisschen unterhalten. Dann haben wir einen kleinen Segue gemacht in die Kryptowährung, ob das denn eine Alternative sein könnte. Und vor allen Dingen zum Schluss versucht, so ein bisschen die Fäden zusammenzuführen. Wo geht es denn hin in der Zukunft? Kommt ein digitaler Euro, kommt kein digitaler Euro? Kommt vielleicht eine Weltenherrschaft, die dann irgendwann sagt, digitaler Euro ist nicht mehr alleine genug. Wir brauchen eine Weltwährung, eine digitale. Und was bedeutet das im Umkehrschluss für uns? wenn das zum Beispiel einhergeht mit einer Bargeldabschaffung oder zum Beispiel beim Universal Basic Income, also dem bedingungslosen Grundeinkommen und an welche Bedingungen das bedingungslose Grundeinkommen dann eben gebunden sein kann, wenn wir dann eine Weltenwährung haben. So, grosso modo ist das natürlich ein sehr, sehr weites Feld und wir haben all das angerissen. Also wenn du in irgendeiner Form meinst, es gibt zum Beispiel sehr populäre Missverständnisse zu irgendeinem der Themen, die ich gerade aufgezählt habe, da kannst du sehr gerne dann dein

Uwe

Beitrag dazu leisten? Ich fange einfach mal hinten an. Das Thema mit der Weltwährung, das ist im Grunde genommen schon längst erledigt, denn wir hatten doch neulich erst unsere Kanzlerin, ich weiß nicht, auf welcher Veranstaltung sich dazu geäußert hat, dass wir zwar multilaterale Währungen in den nächsten fünf Jahren weiter stärken und entwickeln werden, aber wenn man den ihre Aussage dann weiterverfolgt, geht es eigentlich darum, dass eine Weltwährung doch in der nahen Zukunft gemacht werden soll. Und nun kann man sich natürlich immer fragen, ja, was spricht denn eigentlich dagegen? Und was gegen ein Zentralgeld spricht, ist, dass es letztendlich ein Geldmonopol ist. Egal jetzt, um welche Art von Geld es sich handelt. Und wir wissen, dass überall im Leben sind Monopole nicht so erwünscht, aus dem Grunde, weil sie zu einem Missbrauch der durch das Monopol erlangten Macht führen. Und erstaunlicherweise war das früher auch nicht so, auch beim Geld nicht. Und irgendwann mal wurden die Zentralbanken erfunden, dafür gab es bestimmte historische Gründe. die quasi eben die Geldschöpfung, die ursprünglich bei den Monarchen lag, an den Monarchen quasi abgenommen haben und das auf privatwirtschaftliche Institute verlagert haben, so die mittlerweile dann eben teilweise von den Staaten wiederum dominiert werden. Was aber am Ergebnis nichts ändert, das Geld, was wir haben und was wir für das einzig wahre halten, das ist ein monopolistisches Geld. Entweder ein national monopolistisch und in der Zukunft wird es dann eben global monopolistisch sein und wird deswegen notwendigerweise alle Nachteile, die Monopole verringern. in sich tragen, auch in sich tragen müssen. Das muss aber gar nicht so sein, denn die Austrian Economics haben schon vor vielen Jahren, das ist also eine alternative wirtschaftswissenschaftliche Denkart, die vertreten den Standpunkt, dass Geld ein Produkt ist, eine Ware wie jeder andere auch und dass jeder dazu das Recht haben sollte, das Geld zu drucken, was er will. Was aber nicht so bedeutet, dass jeder sein Schwarzgeld macht, sondern dass er Anbieter von Geld wird und dann kann er im Wettbewerb mit anderen Geldanbietern treten. Solche Sachen kennen wir ja auch. Wir haben zum Beispiel PayPal-Geld, wir haben Bitcoin-Geld, wir haben Giralgeld. Wir haben verschiedene verschiedene Arten von Geld. Jeder Mensch wählt sein Geld aus, was ihm am besten gefällt. Und dementsprechend würde auch bei einem Wettbewerb der Geldproduktion, würde das Geld genauso sicher sein, weil ein unseriöser Geldanbieter würde bald vom Markt verschwinden. Also das will ich jetzt nicht weiter ausführen, sondern nur sagen, dieser Gedanke des zentralen Weltgeldes ist ein monopolistischer Gedanke und deswegen in sich nach meiner Meinung mit einem groben Konstruktionsfehler schon behaftet.

Gast

Ich sage mal so, das sind natürlich sehr provokante Statements, die du da gebracht hast. Die können wir vermutlich vielleicht nicht unbedingt alle auseinandernehmen. Aber ich sage mal so, wir leben auch in Zeiten, die vielleicht wirklich radikale Maßnahmen erfordern. Und wir müssen sie auf jeden Fall zumindest diskutieren können, bevor wir sie entweder ablehnen oder uns mal probeweise für sie entscheiden. Denn gelinde gesagt, sehr viel schlimmer als jetzt kann es ja nicht werden. Denn das ist etwas, was wir mitbekommen haben vor zwei Tagen, als wir uns mit dem Thema auseinandergesetzt haben, ist, die meisten Leute wissen gar nicht, wie schlimm es tatsächlich um unsere Banken und Finanzwelt beschaffen ist. Und ich will sehr gerne noch einmal in diesem Zusammenhang Henry Ford zitieren, der da mal gesagt haben soll, wenn die Leute wüssten, wie unser Bankensystem funktioniert, und das hat er ja angeblich schon 1920 gesagt, dann gäbe es schon morgen eine Revolution. Das war noch Jahrzehnte, bevor die Börsen jetzt noch viel mehr an Wert gewonnen haben oder an Volumen gewonnen haben, bevor es in irgendeiner Form die Entkopplung des Dollars von irgendeiner Ressource gab, bevor es in irgendeiner Form Derivate gab oder das Hochfrequenz-Trading von heutzutage. Insofern, wir sind auf gut Deutsch ganz, ganz tief in der finanziellen Scheiße und wir müssen uns überlegen, wie kommen wir da raus? Und vielleicht braucht das auch radikale Maßnahmen. Lieber Thilo, hast du unseren Stream verfolgt von vor zwei Tagen zum Thema Finanzen und hast du vielleicht einen interessanten Nachtrag? Ja, ich hab dir ja sogar reinge... in die Kommentare. Und ja, deine Frage bitte dazu. Die Frage ist, es gibt wahrscheinlich vieles, was untergegangen ist, was ich in den Chatnachrichten nicht lesen konnte, aber vielleicht an dieser Stelle nochmal deine Nachtreihe jetzt. Es wäre interessant zu wissen, wie deine Positionen dazu sind. Ich habe kurz dem Uwe vorhin zusammengefasst, den Inhalt unserer Sendung, aber bei dir musste ich ja nicht machen, weil du warst ja live dabei. Ja. Also wo ich, wie hieß er, Sam? Sepp. Wo ich völlig d'accord mit ihm bin, ist, dass dieses Überschuldungssystem, weil es ist ja kein Finanzsystem, es ist ja eigentlich ein Verschuldungssystem, was im Grunde genommen Schulden kumuliert. Und auf Basis dieser kumulierten Schulden Anforderungen, Ansprüche erhebt. Also im Grunde genommen besitzt sie ja keinen Anspruch auf Geld, sondern auf eine Leistung in irgendeiner Form. Also da ging ich noch völlig d'accord, weil das ist auch... verfolgbar aktuell. Ich sage nur mal, heute war die Nachricht, jeder kriegt nochmal 150 Euro fürs Kind und nochmal irgendwie 150 Euro für was anderes. Also wir blasen jetzt im Grunde genommen Geld raus, als gäbe es kein Morgen mehr. Das ist, das Finanzsystem ist ein in sich aufblähendes System. Und das, was als Gegensatz Modell aus seiner Sicht ja war, war ja quasi die digitale Währung. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, sehe ich zwei Probleme drin. Zum einen, man darf das nicht unterschätzen, wir haben allein in Deutschland 4 Millionen Transaktionen. Wie viele Millionen? Sag das nochmal bitte. 40 Millionen. 40 Millionen Transaktionen allein in Deutschland. Jeden einzelnen Tag. Weltweit mit Jeden einzelnen Tag? Jeden einzelnen Tag, genau. Das sind Zinstransaktionen, das sind Auszahlungen, Überweisungen, Querverbindungen, was auch immer. Also es sind so roundabout 40 Millionen. Vor Weihnachten werden es wahrscheinlich mehr sein, wenn die Omis überweisen, aber gut. Anyway, auf jeden Fall hier an dieser Stelle, darf man nicht vergessen, bei Bitcoin haben wir momentan eine Transaktionsrate maximal von 360.000 weltweit pro Tag. Also das sind so technische Details, die werden gerne vergessen und dann sagt man okay, das ist dann halt einfach mein Gold. Ja, ich gehe aber auch nicht mit meinem Gold zum Supermarkt und kaufe dort ein, sondern habe das in irgendeiner Währung transferiert. Außerdem, für ein Wirtschaftswachstum brauche ich eine minimale Inflation. Das ist, wenn man BWL mal gemacht hat, dann weiß man das, dass man im Prinzip eine gesunde Inflation in einer, und das war ja auch ursprünglich in der EU mal gedacht, bewegt sich irgendwo zwischen anderthalb und drei Prozent. Also eine kontinuierliche Entwertung des Geldes. Warum? Damit im Prinzip der Geldfluss, der Geldverleih funktioniert. Das, was wir ja jetzt momentan sehen, es wird Geld gehortet bei den Banken. Es wird ja gar nicht wirklich ausgeschüttet. Es wird ja gar nicht verliehen. Es wird im Grunde genommen auf großen Aktienpaketen geparkt. Deswegen auch der steigende Preis. Es ist ja wirtschaftlich schlechter geworden. Es ist ja nicht besser geworden. Und keine Firma steht jetzt, außer natürlich hier Amazon und Kollegen, Aber keine dieser Firmen, die auch jetzt gerade anwachsen, steht ja wirklich wirtschaftlich besser da. Du sagst also, der Kurs steigt nur, weil die Leute ihre Aktien horten und einfach nicht verkaufen und entsprechend deshalb steigt der Preis. Wie funktioniert denn so ein Trading? Also wenn ich Trader bei einer Bank bin, dann werde ich ja gemessen an meinem Gewinnen. Das heißt, das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Wenn alle so handeln, dann stacheln die sich gegenseitig hoch. Dann wetten die gegenseitig, dann ist das im Prinzip wirklich wie ein Casino. Dann sitzen alle am Pokertisch und versuchen da noch irgendwas draus zu holen. Am Ende des Tages, durch die Mechanismen, die dort wirken, habe ich dann halt im Grunde genommen steigende Kurse, wo eigentlich kein Wirtschaftswert dahinter steckt. Wir haben eine Verschuldung allein in dem EU-Raum. von ursprünglich 900 Milliarden 2008 auf aktuell über 7 Billionen. Für den EU-Raum? Das ist das Fiat-Geld, was quasi EU, also Euro genannt wird. Da haben wir keinen Wirtschaftswert dagegen. Das ist einfach nur durch im Prinzip Geldpumping. Das heißt mit anderen Worten, da haben wir im Grunde genommen das Problem, dass wir einen Geldwert haben, der gewissermaßen eigentlich zu einer Inflation führen würde, aber da er nicht im Umlauf ist, sondern gehortet wird und zu Aktienkäufen, Verkäufen, Handel genutzt wird, führt er nicht zu der erwünschten Wirkung der Inflationären, dass im Grunde genommen wir dort einen Wirtschaftskreislauf antriggern. Darauf wollte ich aber gar nicht so weit hinaus. Ich wollte noch zu einem abschließenden Punkt, das Thema Bitcoin. Das war vorgestern eine super Sache, total nett. Vergiss nur, neben diesen geringen Transaktionen, die möglich sind, da kann man sagen, da müssen wir Rechenkapazitäten aufbauen. Naja, das erklären wir mal den Grünen, weil... Wir verbrauchen jetzt schon so viel wie Schweden und Dänemark an Strom allein fürs Mining. Und wenn ich dann noch die Transaktionen hochpushen will, dann brauche ich entsprechend auch die Kapazitäten und die Infrastrukturen dafür. Das ist das eine. Das andere ist, wir dürfen eins nicht vergessen, die Zentralbanken rechnen in Billionen, die rechnen nicht in Milliarden. Und wenn die sagen, und es gibt ja schon die ersten Ansagen, wir machen den Bitcoin-Markt nicht platt, sondern wir regulieren ihn, dann heißt das doch nichts anderes. Achtet bitte darauf, Ende Februar, Anfang März ist im asiatisch-amerikanischen Raum die Steuer fällig für die Gewinne. Dann gibt es wieder einen Drop bei den Kursen. Weil die Leute natürlich ihre Steuern bezahlen. Nee, du brauchst nicht in den Kopf tütteln. Guck einfach auf 2017. Guck auf 2013 oder 2014 war es. Da ist genau das passiert. Ganz schneller Anstieg. Und damit natürlich extreme Zinsgewinne oder Gewinne, Kapitalgewinne, die versteuert werden müssen. Die Leute haben aber die Kohle gar nicht. Weil die haben ja vorher alles Geld sich geliehen, um das in die Bitcoins reinzustecken. Ich will das nicht schlecht reden. Mir geht es nicht darum, ob es schlecht geht, sondern mir geht es darum, was jetzt passiert. Es wird ein Dip geben. Und je flacher der Dip verläuft, der Dip wird kommen, also meine feste Überzeugung, das ist ja toll, ich gebe ja im Prinzip Wetten aus, die man auch prüfen kann, anders als andere, die sagen, es wird ein großer Präsident erwachen und nein, das machen wir nicht. Also wir werden im Prinzip im März, man müsste genau gucken, wann das Datum da ist, wann die Steuererhebung da ist, Wenn wir sehen, es wird im Prinzip einen Dip geben und je flacher der ausfällt, umso größer müsste man mal drauf schauen auf die Börsen, also auf die Bitcoin-Börsen, wer da gerade aufkauft. Weil, das ist meine Vermutung, meine persönliche, ich bin kein Finanzer, aber das ist mal so meine politische Vermutung. es decken sich immer mehr Banken mit Bitcoin ein. Das heißt, die kleinen werden aufgekauft, die, die aus Not oder wie auch immer das jetzt verkaufen müssen. Das heißt, wir werden dort eine Sammlung haben, genauso wie wir haben bei Gold. Und das ist die Monopolisierung, von der auch Uwe gesprochen hat. Die passiert jetzt auch auf dem Bitcoin-Markt, korrekt. Ja, wir haben 3.500 Tonnen oder 3.600 Tonnen Gold der Deutschen, weil die Deutschen irgendwann mal sich in Gold haben bezahlen lassen. Und genauso wird es im Prinzip da jetzt passieren. Man wird im Grunde genommen, meine Vermutung immer, immer mit Vorsicht zu genießen. Man wird das ausnutzen, dass es bei solchen starken Anstiegen immer zu Steuerzahlungen kommt, die nicht beglichen werden können, die durch Verkauf von Bitcoin dann quasi beglichen werden. Und dann wird man sukzessive, Stück für Stück, wird man diesen Markt, die kleinen, erstmal aufkaufen. Weil das geht ja auf Knopfdruck. Das kann ich automatisieren. Das passiert dann einfach und dann läuft das. Und da redet ja auch keiner drüber. Es kann dir ja heute keiner sagen, wie viel Bitcoin welche Banken. Da wird nicht offen drüber gesprochen. Aber was passiert, wenn die Banken auf einmal 51% haben? Du kennst das Prinzip von Bitcoin. Naja, dass die 51% der Bitcoins haben, ist irrelevant. Ob die 51% der Serverkapazität haben, das ist das Wichtige. Wenn sie transferieren, aber wenn sie sie besitzen, ist es sehr wohl von Relevanz. Inwieweit? Weil du dann den Handel so stark einschränkst, ja? dass er im Grunde genommen, das kann auch bei 33 Prozent sein, aber wenn du eine signifikante Menge hast, dann fügst du dem Markt eine solche Trägheit zu, dann kannst du den manipulieren, wie du willst. Nee, das siehst du falsch. Du verwechselst hier gerade die Server, die im Prinzip dann tatsächlich die Transaktionen confirmen müssen, bestätigen müssen, mit dem, wer das ganze Geld hat. Dass man Geld hat, führt zu der Monopolisierung von der Uwe gesprochen. Mir geht es um den Wert. Der Wert wird nach oben gehen, weil je mehr Banken diese Bitcoins, die frei verkäuflich sind und irgendwo erwerbbar sind, horten werden, umso weniger ist hier frei verfügbar. Das treibt immer den Preis nach oben.

Uwe

Ja, aber die Monopolisierung des Geldes wird dazu führen, dass es solche Sachen wie Bitcoins vielleicht gar nicht mehr geben wird.

Gast

Und an dieser Stelle ganz kurz, weil vielleicht wird es auch uns nicht mehr lange geben. Ich musste eine Option hier noch im Hintergrund einstellen. Liebe Leute, ihr 106, die ihr auf D-Live im Stream seid, ihr werdet jetzt wahrscheinlich gerade, also in 20 Sekunden, einen kleinen Prompt sehen. Der wird euch sagen, mature audiences only. Da werdet ihr bestätigen müssen, dass ihr 16 Jahre alt seid. Das ist eine neue Option. Oder 17, genau. Und ihr seid aber sofort nahtlos im Stream weiter. Ich drücke jetzt auf Save. Aber Uwe, sieh das bitte nicht als Aufforderung an, jetzt dein Oberteil auszuziehen. Nein, nein, nein, wir bleiben alle angezogen. Aber ihr merkt, es geht jetzt hier in Sphären, wo ihr mindestens 17 sein solltet. Und ich drücke jetzt mal auf Save. Also ihr seid vorgewarnt, falls dieser Bildschirm jetzt kommt. So, es ist gespeichert worden. Also ich sage mal so, Bitcoin ist, das haben wir auch mit Zap Offline dann gesagt, Bitcoin ist kein Versprechen, Bitcoin ist eine zusätzliche Absicherung. Das ist sowas wie eine finanzielle Versicherung und von Versicherung kann man auch halten, was man will. Einige Leute, die decken sich mit allem ein, mit einer Sterbeversicherung, mit einer Hausratsversicherung, mit einer was weiß ich was Versicherung. Was jetzt aber dann im Prinzip dazukommt, Entschuldigung, wenn ich dir eins Wort verlaube, aber was jetzt im Prinzip dazukommt, sind zwei Optionen. Das heißt, wenn ihr einen genügend großen, also die zentralbank einen genügend großen pool haben moment mal ganz kurz lieber benutzer wir haben wieder wir haben wieder zitronen liebe leute die live hatte wieder ein einsehen ja das heißt unser zitronen counter funktioniert wieder liebe leute ja also zitronen annahmen je mehr heute spendet umso mehr habe ich euch heute wieder raus es geht ja auch um geld Liebe Leute, wenn ihr sie habt, wenn ihr auf ihnen gesessen habt und euch gefragt habt, wie die Prinzessin auf der Erbse, wie bekomme ich die los? Solange wir noch gerade monetarisiert sind, haut sie raus, zeigt eure Dankbarkeit und lasst uns den Stream etwas interaktiver gestalten. Also im Grunde genommen, wenn die Zentralbanken einen genügend großen Anteil haben, aber zum Beispiel feststellen, dass sie nicht weiter vorwärts kommen. Wir diskutieren ja aktuell im Grunde genommen auch den Verbot dieser digitalen Währung. All diese Möglichkeiten stehen ja im Raum. Und wer sagt, ja, ich kann ja Bitcoin auch offline handeln. Ja, wie weit komme ich dann? Ja, das heißt, dieses Digitale, das ist super. Also das hat noch einen anderen Nachteil. Ich kann jede Transaktion nachverfolgen. Das heißt, wenn ich dir jetzt Geld überweise. Ich weiß, Bitcoin ist nur pseudonym. Das ist nicht wirklich anonym. Das wissen die, die sich mit dem Thema beschäftigen. Das ist schon klar. Aber lieber Thilo, bevor wir... uns verlieren wir dürfen dürfen trotzdem nicht weißt du bei allem bashing von euros und unserer aktuellen krise und auch bashing von von bitcoins und hundertprozentig der tausenden von shit coins die das nur versuchen nachzuhaben müssen wir dennoch sagen oh gott liebe anima bianca vielen dank zehn euro du bist wahnsinnig müssen wir dennoch sagen, es ist eine Verbesserung gegenüber dem aktuellen System. Klar, mit vielen, sage ich mal, Feinheiten, die noch längst nicht poliert sind. Aber zumindest hat das nach der Krise 2008 jetzt also vielleicht nicht ein Umdenken, aber eine Konversation angestoßen, dass sich die Leute über alternative Geldsysteme überhaupt Gedanken machen. Ja, weil wir hatten ja in Anführungszeichen keinen Anlass, das in irgendeiner Form zu machen. Und wenn, dann hatten wir nie eine Alternative. Bitcoin mag keine perfekte Alternative sein, aber es ist eine Alternative. Du hattest gestern ein schönes Thema, diese Bitcoins, die verloren gehen. Ja. Das ist eine nicht kalkulierbare Verknappung. Und das Problem, was ich halt habe... als Staat, als Wirtschaft, ist, ich brauche eine bestimmte Geldmenge, die quasi immer kontinuierlich im Umlauf ist. Das heißt, wenn ich in Hoffnung eines Wachstums auf diesem Geld sitzen bleibe, dann habe ich im Grunde genommen in der Wirtschaft keine Transaktionsmittel mehr. Dann habe ich oder ich reduziere sie. Das heißt, Bitcoin, wie auch immer geartet, wird in seiner Form, in seiner bisherigen Form, nicht der weiße letzter Schluss sein können. Zumal es dort auch technische Fehler gibt. Das stimmt. Weil dieses Design... Das stimmt, entschuldige, genau. Also das sage ich ja auch nicht, dass wirklich das, wie du richtig gesagt hast, der Weisheit letzter was, Schluss oder was auch immer das sein soll. Aber lieber Thilo, wir müssen dennoch sagen, weißt du, das aktuelle Finanzsystem ist ja von innen absolut marode und da kommen wir jetzt auch gleich hin, da möchte ich euch hin zurückführen. Und wenn wir jetzt überhaupt uns nur anfangen, uns zu unterhalten, dass es Alternativen geben kann, dann ist das schon der ganzen Diskussion und der Suche nach etwas wirklich Besserem förderlich. Weil wenn man sagt, es ist auch ein Finanzdogma, dann sind wir ja im Prinzip bei einem Herangehen, was wir auch bei einem Herrn Wieler zum Beispiel ja kritisieren, wenn er sagt, medizinisch, diese Regeln dürfen überhaupt nie hinterfragt werden. Alternativlos. Alternativlos, genau. Nichts ist alternativlos. Ich meine, alles Denkbare wird irgendwann mal gedacht und alles Machbare wird irgendwann später auch mal gemacht. Und wir müssen uns mindestens darüber unterhalten können und vielleicht im Zuge der Fehler von Bitcoin auch die Fehler des aktuellen Finanzsystems entdecken können. Und schon allein dafür bin ich, sage ich mal, Bitcoin dankbar, weil klar, es ist immer noch ein Nischenprodukt, aber es hat dennoch ganz, ganz vielen Leuten immer noch die Augen geöffnet. Und dass es einen Anlass gibt, sich nach Alternativen umzusehen, darüber möchte ich jetzt mit euch beiden reden. Weil wir reden ja heute über mehr Schein als Sein. Und ich finde ja eigentlich, nirgendwo ist das offenkundiger als in der Finanzwelt. Weil in der Finanzwelt, unter anderem seit wir gesagt haben, die Börsen haben sich demokratisiert, inzwischen kann man von einer Erdbeerbörse die der Robin Hood sich nennt, also nimm von den Reichen und gib es den Armen, kann ja jeder Schmock auf der Toilette sitzend für eine kleine Gebühr von 2,99 Euro im Monat mittraden. Und allen wird suggeriert, ihr seid alle Gewinner, ihr könnt alle auf diesen wundervollen Markt setzen. Aber ich will euch das gerne mal sagen lassen. Vielleicht kann das auch der Uwe, wenn er sich traut, an einem persönlichen Beispiel illustrieren, aber nur, wenn er möchte. Ob denn tatsächlich alles Gold ist, was glänzt in den Börsen und überhaupt dem Finanzmarkt und für die kleinen Investoren, die ja im Prinzip meiner Meinung nach nur dazu dienen, um so ein bisschen halt das gesamte Restkapital, das irgendwo noch in der Mittelschicht da herumschwebt, Langsam aber sicher aufzusaugen bei den ganz, ganz großen Playern. Lieber Uwe, irre ich mich da oder ist das irgendwo akkurat, diese Annahme?

Uwe

Nein, es ist mehr als akkurat, denn es gibt ja seit diversen Jahren eben eine ganze Menge Derivate, Differenzkontrakte zum Beispiel, die man als Kleinanleger oder Privatanleger machen kann. Und auf den Webseiten dieser Anbieter wird ausdrücklich dargestellt, wie viele von ihren Anbietern Kunden Gewinne bzw. Verluste machen. Und man findet in der Regel so Angaben 80% oder 85% oder 90% aller unserer Kunden machen mit diesen Produkten Verluste.

Gast

Und

Uwe

Das hängt an verschiedenen Sachen. Einmal, dass diese Art von Produkte gewisse Transaktionskosten natürlich hat, so dass die Kunden das teilweise nicht verstehen, dass es gehebelte Produkte sind, wo man eben mit kleinem Einsatz zwar viel verdienen kann, aber auch schnell viel verlieren kann. Und dass eben diese Produkte eben an den Basiswert, in der Regel ist das irgendein Aktienwert oder ein Index angekoppelt sind. Wenn man sich dann eben mit den Analysen der Kursbewegung beschäftigt, dann kann man feststellen, es gibt zwar, wenn man sehr, sehr intensive und langfristige Analysen macht, gewisse statistische Wiederholungsmuster. Zum Beispiel kann man sagen, okay, wenn ich bestimmte, was weiß ich, die sogenannte Weihnachtsmann-Rallye oder zum Beispiel alle vier Jahre die Präsidentenwahl mache, Da steigen dann die Kurse. Oder auch zum Steuerjahresende und all solche Sachen. Oder aber auch, wenn die Notenbanken eines Landes zum Beispiel tagen, dann ist ungefähr eine halbe Stunde vorher fangen die Kurse an zu steigen. Und dann, sobald dann die ersten Sprüche rauskommen, innerhalb von einer Minute, finden unheimlich viele Transaktionen statt. So, und niemand kann so schnell auf den Knopf drücken, sprich man kann nur vorher sagen, es geht wieder hoch oder runter und im Mittelsatz ist das Geld weg oder man hat es verdoppelt oder verdreifacht.

Gast

Also es ist ja wie eine Wette, das ist ja wie bei der Roulette im Prinzip. Man setzt während das Ding sich dreht, setzt man im Prinzip während der Ball sich da in der Runde bewegt, schon auf schwarz oder weiß, ohne eine Ahnung zu haben, was kommt.

Uwe

Ja, und vor allen Dingen die Kursinformationen, die hängen schlichtweg an den Rechnergeschwindigkeiten. Also in Frankfurt zum Beispiel, wo die deutsche Börse ist oder eine der deutschen Börsen, sprich die Hauptwertpapierbörse in Deutschland, da wetteifern die großen Broker, wie viele Meter sie nur vom Börsensaal entfernt sind. Also schon zehn Meter weiter entfernt zu sein, bedeutet, dass man eine tausendstel Sekunde... langsamer die Kurse kriegt und langsamer seine Orders geben kann. Und das wiederum ist auf Dauer bei den Mengen von Transaktionen sehr viel Geld. Und wenn man dann jetzt in irgendwelchen Finanzportalen drin ist, dann muss man mal gucken, mit welcher Verzögerung dort die Kurse dargestellt werden. Und da heißt es dann ja, Kursverzögerung 15 Minuten. In 15 Minuten, da kann der DAX 1000 Punkte fallen oder auch steigen, je nachdem wie gerade die Situation ist. Das heißt, man kann also an die Geschwindigkeit, wie die Kurse gemacht werden, nicht so schnell dass der Privatanleger da nicht mitkommt. Es gibt auch eine ganze Menge Börsentools, es gibt jede Menge Broker, die einem auch helfen und Kurse machen, aber wenn sie dann das verfolgen, wie dann die Kurse tatsächlich laufen, egal bei welchem Instrument, also bei welchem ob das nun eine Aktie ist oder irgendwelche Rohstoffe oder Gold oder was auch immer, ja, oder Indizes, da kann man sehen, wenn man das genau analysiert, dass die großen Marktteilnehmer, die legen Fallen aus. Die legen Fallen aus. die dazu dienen, dass der Privatanleger in diese Fallen hineintappt. Und da werden also bestimmte Preisgrenzen angetestet und diese werden genau um einen Punkt nach unten überschritten, zum Beispiel, sodass dann der Privatanleger sagt, wenn es genau jetzt die 100 Euro Kurs nach unten überschreitet, also 99,99 Euro ist, ist das für mich das Zeichen, dass der Kurs fällt.

Gast

Ja.

Uwe

Also kauft er jetzt auf fallende Kurse und genau eine zehntel Sekunde später geht es wieder nach oben. Und dann aber richtig. Und genau dasselbe passiert also an allen möglichen Grenzen. Und man kann also schlichtweg sagen, dass die Börse ein Instrument ist, wo diejenigen, die technologisch im Vorteil sind, die alle Börsenerklärungsmodelle in ihrer Computer eingespeist haben. Die fischen die Privatanleger ab. Und es ist eine Geldumverteilungsmaschine, wo man sagen kann, dass 95% aller Anleger verlieren ihr Geld, also zumindest die, die spekulativ sind, innerhalb von weniger als zwölf Monaten.

Gast

Ja, sag das nochmal, lieber Uwe, du sagst das so nebenbei nonchalant, aber das muss den Leuten mal klar werden. 95% aller Anleger, Kleinanleger, verlieren ihr Geld innerhalb von einem Jahr.

Uwe

Ja, und teilweise ist es, wenn die dann eben nicht nur bei den einfachen Derivaten, bei den Differenzkontrakten sind, sondern eben auch bei den Futures, da kann es sogar zu Nachschusspflichten kommen. Das heißt, wenn man da nicht richtig aufpasst, kann man noch Haus und Hof verlieren, wenn man nicht richtig seine Daten angibt etc. etc. Das heißt, da spielen die Profis mit und dort sind die Bandagen noch ein bisschen härter. Das heißt, an den Wertpapiermärkten können auch Privatleute sehr gut verdienen, vorausgesetzt, dass sie das Know-how eines Profis haben.

Gast

Ja, das Know-how, die Connections und vor allem auch zu diesem inneren Zirkel gehören. Weil zu wissen, dass diese Fallen ausgelegt sind, ist ja eine Sache. Dann kann man sich einigermaßen vielleicht dagegen absichern. Aber dennoch, dann kann man vielleicht eine Falle in irgendeiner Form umgehen, aber nicht die nächste Falle, die nächste Falle, die nächste Falle.

Uwe

Das Hauptproblem ist bei allen privaten Börsianern, dass sie eben... Und die Emotion.

Gast

Du sagst, sie können sich von der Emotion nicht lösen.

Uwe

Genau, das ist der Punkt. Es ist wie beim Roulette spielen oder bei anderen Glücksspielen. Es ist zwar nicht dasselbe, weil es ist nicht nur Glück. Es hat auch was mit Statistik zu tun. Aber von der psychischen Belastung her ist es ein Wechselspiel. So wie die Kurse hoch und runter gehen, so geht auch die Psyche hoch und runter. Das heißt, es ist ein Dauerstress, der in der Psyche ist, der schlichtweg destruktiv ist und der alles zerstört, was man an Ruhe und Zufriedenheit aufbauen kann. Und das wird schneller zerstört, als dass man es aufgebaut hat. Und dementsprechend würde ich sagen, ja, wer Nerven aus Drahtseilen hat, Und wer Geld hat, was er nicht braucht und wem es völlig scheißegal ist, ob er das Geld verliert oder ob er es nicht verliert. Der sollte an der Börse spekulieren. Aber jeder, der sagt, an der Börse verdiene ich mein Geld, weil ich arbeitslos geworden bin und meine letzten 5000 Euro, die ich habe, die setze ich da jetzt ein. Dem rate ich, diesen Gedanken ganz schnell wieder zu vergessen und die 5000 Euro daran einzusetzen, sich vernünftige Bewerbungsscheiben zu schreiben, Stellenannons aufzugeben und, und, und, und. Aber nicht sein Glück an einen in einen Bereich zu geben, wo es keinen Welpenschutz gibt. Also mit Welpenschutz meine ich, wenn wir so Autofahren lernen, da haben wir unsere Führerscheinprüfung gemacht, da können wir uns hinten ein Schild draufkleben, bin Anfänger.

Gast

Dann können andere darauf Rücksicht nehmen.

Uwe

Und alle, die hinter uns sind, die nehmen Rücksicht. Aber an der Börse, Da warten sie auf solche und da spielen nur Profis. Und da gibt es keinen Welpenschutz. Du bist Anfänger, du hast nur 1000 Euro, dann spiel mal so ein bisschen rum und in drei Monaten machen wir ernst. Nein, von der ersten Sekunde an spielt man gegen Millionen von unbekannten Profis auf diesem Planeten. Die 24 Stunden am Tag. vollzeit tätig sind die einen sind in den broker firmen die haben das studiert die arbeiten acht stunden lang mit der bestmöglichen technologie und wenn die schlafen gehen in amerika dann stehen die in asien auf oder in australien und wenn die in australien schlafen gehen da stehen in südamerika auf Oder in Europa, wie auch immer die Uhrzeiten sind. Das heißt, es sind immer jede Menge Profis unterwegs und die nehmen null Rücksicht auf unbekannte Privatleute, die meinen, die müssten aus 5.000 50.000 machen oder auch nur aus 5.000 6.000.

Gast

Richtig. Und in dem Zusammenhang ist es eigentlich sehr gut, dass du heute hier drin bist, weil was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass du ja auch eine Vergangenheit hast im Glücksspiel. Da hast du ja auch dich teilweise ganz gut darin bewegt in dieser Domäne. Und vom Glücksspiel weiß man zum Beispiel von professionellen Pokerspielern zum Beispiel genau, dass sie genau diese Attitüde verfolgen, wie du sie sagen. Die sagen, die sind komplett emotionslos. Die sind aber auch erbarmungslos. Die haben überhaupt keine Ehre unter Spielern oder sowas. Klar, Wettschulden sind Ehrenschulden. Die müssen auch ihre Schulden begleichen. Aber wenn sie dann einen Anfänger auch nur auf zehn Meter gegen den Wind irgendwie wittern, dann sind die an dem Tisch. Dann spielen die genau gegen den, weil denen geht es nur um eins, nämlich ihre Miete reinholen. Und da sind die erbarmungslos und da freuen sie sich, an einen Tisch ranzukommen, wo die wirklich alle blank ausziehen können. Und es ist nicht mal so, dass sie sich besonders dann in irgendeiner Form darüber freuen. Es ist einfach nur wie... Ist der Job, genau. Es ist einfach nur ein Arbeitstag. Es ist ein Tag, an dem es mal gut gelaufen ist. Übrigens vielleicht noch eine Ergänzung dazu, zu dem, was Uwe gesagt hat, was extrem, was auch vielfach unterschätzt wird und woran man auch den Stresslevel der Privatpersonen, die sich da einbringen, festmachen kann. Was viele nicht wissen oder vergessen, ist, dass es eine extreme Disziplin bedürft. Also ich gehe morgens rein. Ja, investiere mein Geld, sehe zu, dass ich abends Kasse mache und gehe plus minus null, also lass da nichts liegen, nehme es wieder raus. Ich nehme die Gewinne mit, ich nehme die Verluste mit. Aber nächsten Tag gehe ich wieder rein, ordentlich, frisch. Ich mache nicht, dass ich Geld reinstecke und habe Verluste. Also diese Daily Broker handeln so, dass ich im Prinzip da reingehe und jetzt ewig und drei Tage das Geld liegen lasse, in der Hoffnung, dass es nach einem großen Dip nochmal hochkommt.

Uwe

Du bist jetzt wieder in der Finanzwelt. Da gibt es ja auch Untersuchungen drüber. Also wenn man mal guckt, lohnt das ganze Day Trading und das mittelfristige Trading, lohnt das überhaupt? Oder ist langfristiges Trading erfolgreicher? So, da kann man feststellen, dass also nur die Profis, die wirklich voll diszipliniert sind, die Nerven wie Drahtseile haben und die keine Emotionen haben, sondern nur nach rein logischen, statistischen und sonstigen besonderen Kriterien vorgehen, nur die können statistische Vorteile nutzen, mal abgesehen von denjenigen, die Insiderkenntnisse haben und Pipapo, ja. So, davon mal ganz abgesehen.

Gast

Ich will das nicht unbedingt vertiefen. Ich finde, das ist ein super spannendes Thema vielleicht für einen ganz kompletten separaten Stream. Aber wie gesagt, einfach nur, dass du es mal anreißen kannst, vielleicht um die Leute ein bisschen heiß zu machen für den separaten Stream, den wir sehr gerne machen, so du denn da einwilligst. Inwieweit stimmt denn auch hier wiederum mein Vergleich, den ich gezogen habe, zu zum Beispiel halt diesen Profispielern im Casino?

Uwe

Es stimmt insofern, als eben... der die mentalität der privatleute eine spieler mentalität ist ja sie versuchen da geld zu verdienen haben aber nicht die professionelle geld verdienen mentalität sondern die spieler mentalität so und deswegen verlieren sie ja weil es a sie intellektuell nicht schlau genug sind sie haben nicht die richtige technologie und sie sind emotional instabil Die Profis sind da weit überlegen. Aber ansonsten von der Sache her ist es kein Spiel, weil ein Spiel im Casino ist ein Glücksspiel, was nach reinen Zufallsergebnissen funktioniert, nach dem Gesetz der großen Serie. Und bei der Börse geht es um eine Wette. Das ist was anderes. Da wetten zwei Leute über die Zukunft einer bestimmten Angelegenheit. Und das, was sie dort wetten, hat mit dieser Angelegenheit gar nichts zu tun. Also wenn ich eine Aktie habe, zum Beispiel von VW, und die hat einen Ausgabewert von 100 Euro beispielsweise, dann entspricht das vielleicht jetzt eben unter Umständen dem Unternehmenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aber sobald das Ding an die Börse geht, ist das, was dort draufsteht, der nominale Wert, hat überhaupt nichts mit dem Kurs zu tun. ist eine reine Wette von Unbeteiligten, die beide nur temporär Eigentümer der Aktie sind. Das hat mit den Produktionsverhältnissen rein gar nichts zu tun. Und da wird, wenn man sagt, das hat ja keine wirtschaftliche, produktive Kraft, das stimmt so auch nicht, weil daraus wiederum Gewinne entstehen, die den Gewinner konsumieren lassen. Also wenn jemand an der Börse eine Million gewinnt, Dann kann er entweder der Typ sein, der die Millionen am nächsten Tag investiert, um über den nächsten Tag zwei Millionen draus zu machen. Es kann aber auch derjenige sein, der sich zum Beispiel in Hamburg eine schöne Penthouse-Wohnung für 800.000 Euro kauft und für 200.000 Euro noch ein Auto dazu. Und damit hat er die Wirtschaft sehr wohl angekurbelt. So, nun kann man sagen, ja, aber da fehlt ja anderen die Millionen, weil es ja ein Nullsummenspiel ist. Nein, weil er es ja nicht einem abgenommen hat. Es ist ja nicht wie beim Pokern, wo man nur vier Leute hat oder so und dann, wenn einer den Pott gewinnt und alle pleite sind, dann weiß man, wem er es abgenommen hat. Nein, man hat es ja multimillionen Leuten abgenommen. Man hat es vielen Leuten abgenommen, von denen man gar nicht weiß, wer sie verloren hat. Und wenn jeder nur 10 Cent verloren hat, ergibt das in der Summe aber dann vielleicht eine Million. Und die Frage ist, dieses 10 Cent, die der Einzelne so hat, wären die tatsächlich in den Konsum gegangen oder wären die einfach nur in Portemonnaie geblieben?

Gast

Richtig. Hier kommt eine sehr interessante Frage gerade aus der Community. Ich weiß nicht, wer von euch beiden die beantworten möchte. Vielleicht der Thilo. Ich glaube, der hat dazu auch Gedanken. Und zwar, also ihr kennt ja bestimmt auch das mit diesen Frugalisten. Frugalisten sind diese Leute, die leben unglaublich sparsam und investieren ihr gesamtes Geld, alles, was vom Gehalt übrig bleibt, in diese Indizes, also in irgendeinen Indexfonds. Und die Frage im weitesten Sinne ist es, wie ist es also mit diesen Fonds? Weil diese Fonds gelten ja als unglaublich sicher. Wenn man da langfristig im Prinzip wirklich einfach nur in diese Fonds investiert, in denen nur die Top 50 oder wer auch immer vertreten ist, dann fährt man ganz gut, kann sein Geld also gut anlegen. Und warum erwähne ich diese Frugalisten? Weil das teilweise auch für manche Menschen zum Lifestyle geworden ist. Die verzichten auf alles, die leben nur für Nudeln. Damit sie dann aber mit 45, wenn sie halt 30 Jahre lang, na gut, vielleicht nicht 30, aber 25 Jahre lang alles investiert haben, was halt ihr Gehalt so hergibt, mit 45 dann in Rente geben können, in der Hoffnung, dass sie bis dahin eine Million, vielleicht zwei, vielleicht drei gemacht haben. Alles allein nur dieses Anlegens in Indexfonds. Lieber Thilo, ist das eine nachhaltige Möglichkeit oder ist das nur was für so Extremisten wie Frugalisten? Also, ich meine, unabhängig davon, dass du schon extremistisch sein musst, um so diszipliniert zu sein, dass du da so wirklich agierst. Also, du tust dich natürlich wesentlich leichter, wenn du sagst, okay, ich habe jetzt irgendwas geerbt und stecke das jetzt da rein und warte darauf, dass das dann irgendwie... Oder du hast ein Kind und sagst, du fängst vom ersten Tag an, da jeden Tag einen Euro reinzuschmeißen oder so und dann sparst du das an. Das ist... Sowas wäre noch der verhältnismäßig normale Weg, aber das, was du ansprichst, das ist ja schon von einem gewissen Drang beseelt, sich alles auf das Danach aufzusparen. Das hat ja auch einen Lebensteil. Ja. Aber jetzt mal zu der Frage. Es gibt eigentlich meines Wissens nach keinen Fonds, der in den letzten 40 Jahren, weil du musst ja eins bedenken, du bist 65, wenn du 65 bist, nicht wenn der Fonds oben ist. Ja, also in dem Moment stehst du und fällst du mit dem, was du da angespart hast. Da kann sein, dass der Fonds jetzt gerade mal sechs Jahre eine Flaute hat. Entschuldigung.

Uwe

Ich wollte dich nicht unterbrechen, bitte.

Gast

Mach erstmal noch ein bisschen weiter. Da sehe ich halt eben einfach die Gefahr drin, wenn man sich so auf etwas fokussiert. Das ist ja auch eine... Ich will jetzt nicht sagen krankhafte Haltung, sich so zu versteifen auf etwas. Aber es birgt natürlich die Gefahr, du setzt alles auf eine Karte.

Uwe

Und wenn es auch ein Fonds ist, bestehend aus 50 Aktien.

Gast

Aber es gibt meines Wissens nach keinen Fonds, den es nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute mit Gewinn durchgängig gibt, der dir garantieren würde, dass das funktioniert. Zum Beispiel nehmen wir das einfache Beispiel Lebensversicherung. Das ist kein Fonds, aber die investieren ja auch in Fonds. Eine Lebensversicherung hat funktioniert, wenn du Ende der 90er in Rente gegangen bist. Und danach sind diese Fonds, die dahinter stecken, mit denen ja auch die Gewinne der Versicherer erzeugt wird. Sie müssen ja auch davon noch im Prinzip irgendwas bezahlen. Auch ein Fonds muss ja irgendwo noch Gewinne abschmeißen. Ja nicht nur an seinen Kleinanlegern, die da ihre Gelder reinschmeißen. Seitdem sind die eigentlich alle auf dem absteigenden Ast und kämpfen um zu überleben. Eine Allianz zum Beispiel, die ist jetzt in den zinsniedrigen Jahren fürchterlich an die Wand gefahren. Und die haben halt eben einfach nur ein paar größere Reserven, aber die machen es nicht anders als die Rentenkasse. Die zahlen jetzt aus in der Hoffnung, dass mal irgendwann wieder Geld reinkommt. Das Problem bei diesen monothematischen Investitionen ist halt einfach, dass du die Wahrscheinlichkeit, dass du gewinnst, um jetzt nochmal auf Uwes Ausführungen zu kommen, ist wie beim Roulette. Es ist ein Unterschied, ob ich auf schwarz oder rot setze oder ob ich auf die 17 lege. Und in dem Fall legst du dein gesamtes Kapital auf fünf Zahlen und Während du, wenn du es streust, wenn du sagst, in verschiedene Anlagemöglichkeiten, Anlagearten setzt du dann, um es bildlich zu sprechen, setzt du dann halt einfach auf schwarz oder gerade oder ungerade. Alles auf eine Karte und die Diversifikation im Hintergrund fehlt. Lieber Uwe, eine Frage, die sich ja auch aus dem Chat aufdrängt, weil auch du nachher zu einem anderen Thema dazu reden wirst. Ich habe das vor zwei Tagen auch im Stream, wir haben leider Gottes mitbekommen, dass zum Beispiel in Japan im Zuge dieser gesamten Corona-Krise die Depression massiv um sich schlägt. Die haben dort eine andere Kultur und Menschen ertragen es sehr, sehr viel schwieriger, finanziell in Schieflage zu geraten. Das ist eine Frage der Ehre, wenn man da im Prinzip sich nicht selber unterstützen kann. Ich muss ganz kurz das zu Ende führen, lieber Thilo. So und dementsprechend gibt es da jetzt aktuell wirklich sehr steigende Suizidraten und Gewalt, häusliche Gewalt und so weiter. Der Bogen, den ich spannen möchte, zurück zur Börse und Finanzwelt ist, du hast gesagt, 95 Prozent der Menschen, Kleinanleger, verlieren innerhalb von zwölf Monaten ihr Kapital, was sie investiert haben. Hast du davon gehört oder kennst du vielleicht auch aus deinem Glücksspiel Vergangenheit Schicksale? die zum Beispiel in einer Depression oder vielleicht sogar im Suizid geendet sind, weil Leute, wie gesagt, einfach alles verspielt haben. Und inwieweit kann das auch bei Finanzoperationen passieren?

Uwe

Davon kenne ich mindestens ein halbes Dutzend persönlich. Aber nicht an der Börse, sondern mit Immobilien. Weil dort gibt es das sogenannte Pyramidenspiel. Und das hat angefangen zu Zeiten, als man Immobilien hoch finanziert. Also 110% Finanzierung machen konnte nach dem Motto, ich kaufe mir mal eine vermietete Immobilie. Die gesamten Kosten der Immobilie, also den Kaufpreis plus die Kaufnebenkosten, Makler, Notar, Grunderwerbsteuer, lasse ich mir von der Bank finanzieren. Weil die Miete aber eine bestimmte Höhe hat, die höher ist als meine monatliche Finanzierungsbelastung, deswegen geht das. Ich habe das in den 30 Jahren, wo ich im Immobilienberuf tätig bin, habe ich mindestens sechs Leute kennengelernt, die mit dieser Art und Weise, Pleite gegangen sind, nachdem die vorher sehr viel Geld verdient hatten und die in der Regel nachher sogar tot waren. Und sei es, dass sie mit dem Kopf nach unten in 3 cm tiefem Wasser ertrunken sind in der Pfütze. Und wie geht dieses Pyramidenspiel? Es geht so, jemand, ein Erb von seiner Oma, ich rede jetzt noch von D-Mark-Zeiten, 100.000 D-Mark von einem alten Häuschen, also Grundstück und eine alte Kabache da drauf. So, dann verklappt er das, hat seine 100.000. Dann sagt er, ja, was mache ich jetzt damit? Dann kauft er sich da mal ein, zwei Eigentumswohnungen. Die vermietet er. Und dann sucht er weiter, weil damals gab es eben noch die Möglichkeit der 110, 115% Finanzierung. Und diese Kunden, die dann bei mir damals als Makler ein Zimmerwohnung gesucht haben, die haben dann nach 5 oder 10 Jahren nur noch Objekte ab 10 Millionen gesucht. Das heißt, die haben in zehn Jahren sich ein solches Vermögen aufgebaut, wo also Dutzende von Immobilien sind. Jedes Jahr werden fünf, zehn, zwanzig Immobilien gekauft und die werden immer größer. Und weil der betroffene Mensch immer nur Vorteile hat, also er selber aus seiner subjektiven Sicht stellt fest, dass er alles, was er macht, richtig macht. Es wird immer mehr und immer mehr und immer besser. Und trotzdem ist er kurze Zeit danach tot oder pleite oder beides. Und warum ist das so? Es liegt daran, dass die Leute nicht erkennen, dass der Immobilienmarkt ein Markt ist, wo es um Geschäft geht. Und solange man noch mit Laien zu tun hat, mit irgendwelchen Hausmütterchen und mit irgendwelchen Ja, Immobilien ungebildeten Käufern und Verkäufern, so lange kann man als Schlitzohr und gewinnorientierter Immobilien-Tycoon, Möchtegern-Tycoon, kann man voranschreiten. Aber auf einer gewissen Größenordnung tritt man in den Bereich ein, wo der Kindergarten der Immobilienwirtschaft verlassen wird. Und wo man in den Bereich der Halbprofis eintritt und später der Vollprofis. Und bei den Vollprofis, da gibt es kein Gesetz mehr. Viele der Firmen, die in den Immobiliennachrichten stehen, weil sie ganz groß sind, Multimilliarden an Immobilien haben, waren früher meine Kunden oder Auftraggeber, als ich einige Jahre lang Investmentimmobilienmakler war. Und die Geschäfte, die dort gemacht werden, Die Manager, mit denen sie zu tun haben, die kennen sie nicht mehr. Wenn nachher auf einmal ein anderer Makler ankommt und sagt, ich habe einen Kunden, der bietet 500.000 Euro mehr fürs Geschäftshaus, dann gelten noch keine Verträge mehr, gar nichts mehr.

Gast

Keine Ehre unter Dieben, oder?

Uwe

Ja, also ich sage mal so, ich habe es immer Haifisch-Teich genannt. Dem Haifisch, der meint es nicht so. Der hat einfach nur mal scharfe Zähne und seine Aufgabe ist, die anderen zu fressen und das ist in Ordnung so.

Gast

Das ist wie der Skorpion und die Schildkröte. Das ist doch diese verrückte Fabel. Warum hast du das gemacht? Warum hast du mich gestochen? Wir sind doch beide jetzt untergegangen. Tja, es liegt einfach auf meiner Natur.

Uwe

Naja und jedenfalls, es gibt also dann eben quasi diesen Punkt, wo der Immobilieninvestor, der mit der Eigentumswohnung anfing, nach ein paar Jahren sich mit Objekten beschäftigt, die so kompliziert sind von der Immobilienrechtlichen und Bauplanerischen und sonstigen Seite, mal abgesehen davon, dass er nur noch mit Haifischen zu tun hat, dass er mental überfordert ist, es aber nicht merkt. Und dadurch, dass er es nicht merkt, macht er Fehler. Und da die ganze Pyramide von Häusern und Grundstücken und Wohnungen, die er hat, auf Fremdfinanzierung beruht, muss nur das letzte Objekt scheitern. Und wenn das scheitert, fällt die ganze Pyramide zusammen. Und diese Pyramide fällt innerhalb von ein bis zwei, maximal drei Jahren zusammen. Weil dann, sobald er bei dem letzten Objekt nicht mehr seine Miete zahlen kann, weil er sich wegen mangelnder Fachkompetenz verkalkuliert hat, setzt er die Bank in die Zwangsversteigerung. Und dann muss der andere Immobilien zur Sicherheit geben. Und dann kommen die Schritt für Schritt auch in die Zwangsversteigerung. Dann gibt es den Ehestress, dann lässt die Frau sich scheiden. Dann zieht die Frau und die Kinder aus. Dann hat er auf einmal statt 20 Immobilien nur noch seine Villa, in der er wohnt, ganz alleine auf 300 Quadratmeter. Und die wird ihm auch noch im nächsten Versteigerungsprozess unterm Hintern weggezogen. Und dann hat er in der Zwischenzeit schon drei Herzinfarkte und irgendwann mal hat er den vierten und ist tot und Feierabend. Und das ist ein ganz normales, habe ich also in 30 Jahren mindestens sechs Mal kennengelernt, ganz persönlich von Geschäftsleuten und Partnern, die ich kannte, von Kunden, die ich hatte, die genau diesen Werdegang gemacht haben.

Gast

Wow, also das ist natürlich eine Story, die nimmt einen mit, aber andererseits, du bist da auch schon sehr routiniert, weil du hast das beobachtet und du hast die nötige Distanz, da zeigt sich auch wieder, du bist halt ein Vollpro, wie hast du schon gesagt, du wirst gerade dafür eingestellt, dass du diese Distanz an den Tag legen kannst und entsprechend bist du da durch dein Berufsbild im positiven Sinne gezeichnet und irgendwo auch gestählert. Das heißt, dich bringt das jetzt nicht mehr ins Wanken, sowas zu hören, sondern du kannst schon damit rechnen, genauso wie die Profis das übrigens machen, egal wo sie euch abzocken, die haben dann im Prinzip entsprechend auch die Quoten vor sich und wissen so und so viele von euch, zu denen müssen wir gar nicht nett sein, weil wenn wir euch nur hart genug angehen, ihr werdet es ohnehin nicht überleben. So krass ist das in dieser Welt. Das ist eine Dog-Eat-Dog-World, sagt man im Englischen. Also das Gesetz des Dschungels, das gilt da draußen. Und wie so oft, ich will es jetzt gerne nochmal zurückbringen zu einem letzten Punkt, den ich dem Thilo gebe, bevor wir zum nächsten Thema übergehen. Wir haben gesagt, mehr Schein als Sein. Im Vorgespräch hattest du etwas Interessantes erwähnt, lieber Thilo, und zwar, du hattest gesagt, in dieser ganzen Finanzwelt, es werden ja immer nur die Gewinner präsentiert. Diese Gewinner, die paar wenigen, die es gibt, die suggerieren dem Rest von uns was. Da würde ich dich gerne darum bitten. Du hast dich gemutet, lieber Thilo, wir hören dich nicht. Also im Grunde genommen ist es ja genau das, was ich gerade sagte bezüglich des Lottospiels. Es werden immer nur die gezeigt, die erfolgreich sind. Also wenn wir mal sehen, Banker, Investmentbanker fangen ja auch mal klein an. Das heißt, wie bei einer Versicherung. Also guck dir die Klicker an, die irgendwo, also die Drücker, die irgendwo als Kolonne durch die Gegend ziehen um Versicherung. Früher hat man das ja noch persönlich gemacht, heute nur noch mit Artenschutz. Ja, aber dass man die persönlich anruft, anspricht. So, und das ist eine Kolonne, die, was weiß ich, besteht aus acht bis zwölf Leuten. Ja, und genauso ist es im Grunde genommen bei den Investmentbankern und wer dann im Grunde genommen auch ein bisschen was rausholt für das Unternehmen, der steigt einen auf. Ja, und dann wirst du beteiligt an den Gewinnen deiner Untergebenen, das führt natürlich dazu, dass du Druck erzeugst. Das ist wie bei der Versicherung, also beim Versicherungsklicker oder Zeitungsvermittler oder irgendwas. Und das, was wir am Ende sehen, wir als Außenstehende, wenn wir von der Börse was sehen, wenn wir aus der Politik was sehen, also wie viel verschlissene Gestalten in der Politik rumlaufen, das will, glaube ich, keiner wissen. Das heißt, wir haben es verlernt, als Gesellschaft zu sehen, dass alles einen Preis hat. Und wir sehen immer nur den Hauptgewinn. Vielleicht noch den zweiten und dritten Platz, aber das ist so olympisches Gedenkengut. Wir sehen immer nur die, die oben rausgucken und sich damit im Grunde genommen hervortun und über Wasser halten. Ich habe das... anderer Konstellation mehrfach erlebt, zum Beispiel bei Soldaten, die im Auslandseinsatz waren, Geld bekommen haben im Auslandseinsatz, mehr als zu Hause. Und sich dann im Grunde genommen, ja, teure Sachen gekauft haben, wie auch immer. Man soll ihn ja auch von mir aus gerne. Aber was hat das dann dazu geführt, dass die anderen, die da noch waren, sich entweder klein gefühlt haben oder versucht haben, dem nachzueifern? Das heißt, das Spezielle, worum es jetzt hier geht, ist das Nacheifern. Das war fast immer mit einem Scheitern verbunden. Woher sollen die es nehmen? Sie kriegen es nicht. Und was sie auch nicht zeigen, ist, dass die, die es einmal ausgegeben haben, die einmal an der Spitze waren, jetzt gehen wir mal weg von den Soldaten, gehen wir mal hin zu den Börsianern. Hast du schon mal von irgendwelchen großen Haien gehört, die dann weg waren vom Fenster? Die sind dann weg. Man hört nicht mehr von ihnen. Das heißt, wir haben so eine, wie soll ich sagen, so eine klerikale Struktur haben wir immer. Das heißt, wir haben immer einen Vorbeter, wir haben immer ein paar, die da drunter nebenher laufen, aber den Rest, die, die beten, die siehst du nicht. Die siehst du nie. Und jetzt nochmal ganz kurz, ich will nochmal ganz kurz den Bogen zurückschauen, weil ich da vorhin wegen Japan. Japan hat eine andere Kultur. Habe ich ja gesagt, das habe ich ja erwähnt. Ja, ja, langsam, langsam. Nicht nur, dass sie sehr schnell in ihrer Ehre berührt sind, sondern sie haben auch ein anderes Verhältnis zum Tod. Bei uns ist durch 2000 Jahre Christentum, ja, ist der Tod etwas, was du nicht selbst herbeiführen darfst. In Japan ist das oder im asiatischen Raum ist es häufig einfach nur ein Übergang. Das ist nicht die größte Schnee gegenüber Gott, sich das Leben zu nehmen, sondern es ist einfach nur ein Übergang. Sie sind ja auch im Wesentlichen gar nicht so sehr geprägt kulturell, religiös vielleicht, aber kulturell nicht so sehr geprägt durch das Christentum. Also das dürfen wir an der Stelle nicht so vergleichen. Aber was wir definitiv an der Stelle sehen und das... Und interessanterweise siehst du hier in der Presse, was in Japan passiert. Ich würde wetten, ich bin leider zu schlecht in meinem Japanisch, ich möchte aber wetten, dass es genauso asiatische Berichterstattungen darüber gibt, was hier gerade in unseren Ländern abgeht. Also wir haben eine Selbstmordrate, die zum ersten Mal seit 40 Jahren, zum ersten Mal seit 40 Jahren ist eine Selbstmordrate nicht zum Ende des Jahres veröffentlicht worden. Genau, wahrscheinlich, weil sie so hoch ist. Alles eine Frage der Perspektive und alles eine Frage von mehr Schein als Sein.

Uwe

Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Cleverer Widerstand 3 Teil 1 - Chancen und Risiken am Kapitalmarkt für private Investoren“, Die Welt Klar Sehen, 07.02.2021.

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