Revolutionen Teil 3 - Die (drei) russischen Revolutionen 1905, 1917 und der Bürgerkrieg 1917-192214.01.2022
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Abschrift des Videos vom 14.01.202255 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Klar sehen, clever denken, frei handeln. Jetzt gehen wir nochmal in eine andere Richtung und schauen mal in den östlichen Bereich. Ja, da sind wir in der sowjetischen Revolution. Wir hatten ja gerade gehört, dass die französische im Grunde genommen drei Phasen hat. Und bei der russischen sind es dann eigentlich sogar vier Phasen. Vielleicht drei, vier, kann man sehen, wie man will. Da ganz kurz, Russland hatte auch so eine Umwälzungshintergrundsituation, also wir reden jetzt erstmal davon, dass die russische Revolution in dem Zeitraum zwischen 1905 und 1917 stattgefunden hat.
Deshalb sage ich, wir sind 100 Jahre gesprungen. Genau, das heißt, die hat drei verschiedene Phasen gehabt und die erste Phase war 1905, die russische Revolution von 1905 und dann gab es 1917 gleich zwei Revolutionen, eine im Februar und eine im Oktober und danach 1917 gab es noch fünf Jahre lang Bürgerkrieg. Und wie kam es, jetzt in wenigen Worten, wie kam es zu der Revolution 1905? Fangen wir mal an, dass Russland hatte auch eine Monarchenfamilie. Die ganze Zeit war es im Prinzip Ursus, dass ganz Europa regiert worden ist von Monarchen. Die waren permanent, haben die Allianzen untereinander geschmiedet. Der eine vermehlt dann seine Tochter mit dem Sohn von irgendeinem anderen Königshaus.
Und die Monarchen haben sich sehr, sehr lange gehalten. Bis heute gibt es ja zum Beispiel in England die Überbleibsel davon, die konstitutionelle Monarchie. Wir haben gesehen, wie sie ein Stück weit eingeführt worden ist. Ganz abgeschüttelt worden ist sie ja bis heute noch nicht. Auch wenn man sagt, rein optisch hat die Queen ja eigentlich nur noch kosmetische Funktionen. Wir haben gesehen, wie der selbe Prozess in Frankreich stattfindet. Das alles hat die Sowjet, ne, es gab noch nicht den Sowjet, es gab Russland, ja, es war auch noch nicht mal eine Föderation damals, wie dem auch sei, es gab eigentlich nur das Königreich Russland, eine starke königliche Linie, ja, mit, wie sie alle da hießen, die das da hingeführt haben, die waren erschrecklich, das lasse ich jetzt einfach mal alles aus, und die hatten das überlebt bis 1905, bis aber entsprechend halt der soziale Druck von Ideen, ja, die aufkamen, ja, man hat sie ja inzwischen vorbelebt gesehen in England und in Frankreich, dass man diese Monarchen eben abschütteln kann.
bis er also auch dieses riesen Zarenreich Russland erreicht, wo ja der Zar das Oberhaupt ist, der König Russlands. Der Zar ist quasi der eigentlichen Kaiser, das kommt ja vom lateinischen Cäsar und da ist es wiederum vom Gaius Julius Cäsar, also im Grunde genommen eine Adaption von Kaiser. und die hatten eben 50 Jahre vorher, 60 Jahre vorher eine große Blamage im Krimkrieg erlangt, weil sie einen Krieg verloren hatten, den sie geführt hatten und stellten fest, sie haben
ihn deswegen verloren, weil sie bisher ein Agrarland waren und nicht vernünftig auf moderne Technologien sich umgewandelt hatten. Dann machten sie eben Strukturreformen und da wurde auch einiges gemacht, also die Leibeigenschaft wurde aufgehoben, Justizreform und so weiter, weil da Schwerindustrie wurde eingeführt, Industrialisierung und das führte zur Überbevölkerung auf dem Land und zu Massenelend in den Städten. Das heißt, wir haben also schon auch eine Unruheherd in der Bevölkerung gehabt und gleichzeitig hat aber der Zar an seiner Macht natürlich nichts kratzen lassen
und politische Gegner verfolgt, Polizeigewalt gab es, Arbeitslager gab es, Geheimpolizei und so weiter. und sah sich eben wie alle dort in der Familie Romanov, das sind diese berühmten Romanovs. Alles Geschlechter, wie die Ludwigs. Genau, er nannte sich selbst Kaiser und Selbstherrscher von ganz Russland. Das war der Hintergrundsituation und dann gab es als nächstes
eben einen Krieg 1876, da hat man was mit Korea zu tun gehabt, also Russland wollte expandieren und die Folge dieser Expansion war, dass sie letztendlich mit Japan einen Krieg geführt haben, den sie dann im Grunde genommen verloren haben. Also ein zweiter Krieg, der wahrscheinlich die Staatskasse dezimiert hat. So ist es, der ist dezimiert. Russland musste Gebiete abgeben und das war nicht so toll. Dann gab es dann, als es richtig konkret wurde, gab es ja 1905 in einem einem großen Maschinenbaukonzern, dem Putilov-Konzern, da gab es einen Generalstreik, da ging es um schlechte Arbeitsbedingungen und so weiter.
Und das war also so das Tröpfchen auf dem heißen Stein, das weitete sich aus auf Werften, Manufakturen, Webereien. Und dann gab es dann ein paar Tage später einen Sternenmarsch mit 150.000 Arbeitern, die zu der Hauptresidenz des Zaren marschiert sind, dem Winterpalast in Petersburg, so angeführt oder Mitwirkung eines Priesters und das heißt dann, dass die russisch-orthodoxe Kirche dieses Ansinnen der Arbeiter unterstützte, sich also quasi
offiziell gegen den Zaren stellte. Was wollte man? Besser Arbeitsbedingungen, bessere Agrarform und so weiter, mehr Rechte für das Volk. Dieser Marsch wurde von den Gardisten dort niedergeschlagen, Dann gab es mindestens 130 Tote, vielleicht auch 1000, je nach Quelle. So, daraufhin war das Volk natürlich sauer, hat Aufstände gemacht. Es gab Morde an Grundbesitzern, Industriellen und eine Protestwelle gegen den Zaren. So, dann gab es Petersburger Blutsonntag.
Das ist eben dieser Generalstreik. Im Zuge dessen, dass da Aufstände aufgekommen sind, hat die Regierung reagiert und hat da entsprechend in diesem Sonntag da zuhauf. Ja, im Grunde genommen hat das die Garde sogar selber gemacht, weil die ja den König ja schützen sollten und gab es eben Tote bei der Abwehr. Es ging also weiter, dass eben die Unruhen so groß wurden, dass sogar ein Bruder des Zaren bei einem Attentat getötet wurde. Es gab weitere Proteste, es gab Meutereien in der Flotte, es gab dann auch gewaltsame Niederschlagungen dieser Meutereien,
Das wurde dann in einem berühmten Film, Kreuzer Potemking, 1925 in Schwarz-Weiß mal verfilmt. Dann gab es antijüdische Pogrome in Riga, sprich man hat die Juden verfolgt. Und dann wollte ein Teil der politischen Landschaft, die wollten ein Parlament haben, was auch Gesetze geben kann. Also nach dem Motto, die Macht des Zaren soll begrenzt werden. Also auch auf dem Weg zu einer konstitutionellen Monarchie. So genau ist es. Und am Ende dieses Jahres 1905 war es so, dass die Eisenbahner streikten und der gesamte Fernverkehr in Russland dann niederlag. Und wenn man sich überlegt, dass Russland das größte Land der Welt auch damals schon war, von der Flächenausdehnung her, und die nur mit der Eisenbahn sich durchs Land bewegen konnten, hieß das, das war ein Lockdown ersten Grades.
Ich würde sogar noch weitergehen. Also klar, es war gleichzeitig ein Lockdown, aber wenn die Eisenbahner gestreikt haben, dann bedeutet das auch in einem Land, das von Ressourcen reich ist, aber die halt irgendwo herholen muss aus den Untiefen von Sibirien und dann streiken die Eisenbahner. Dann kriegt zum Beispiel Moskau oder St. Petersburg oder wo auch immer im Westen halt keinen Nachschub an, Holz, Kohle, was auch immer die da brauchten damals, um irgendwie über den Winter zu kommen. Also das war schon ganz schön massiv. Ja, also das war schon relativ streng und dann kaum, dass der Streik dann da in Gang war, gab es eine Initiative. Da haben nämlich auf Anlass der Buchdrucker, also Buchdrucker sind quasi die Leute, die wir heute als Presse betrachten, die haben gesagt, ja dann lass doch mal das basisdemokratisch organisieren und dagegen angehen.
Und da hat man Soldaten- und Arbeiterräte gebildet. Die nannte man dann den ersten Sowjet. Und der wichtigste Antreiber war dann der stellvertretende Vorsitzende, ein Herr Leo Trotzki. So, und Herr Trotzki, von dem haben wir auch ein Bild, der war im Grunde genommen eine wichtige Person auch für später. Da werden wir ihn später noch mal erkennen, wie er bei der November-Revolution
auch mitspielt. Das ist derjenige, der nachher auch die Rote Armee gegründet hat, weil er später in weiteren Positionen dann auch fürs Militärische zuständig war, aber dann im Nachgang dieser russischen Revolution von dem Nächsten, von Stalin, dann systematisch entmachtet wurde, dann musste er ins Exil gehen, das nützt dem aber nicht. Aber da greifst du vor, das hat nichts mit der Revolution zu tun. Genau und was war jetzt das Ergebnis aus dem Jahr 1905? Als erstes, es gab eine Verfassung in der Volksvertretung, aber diese Volksvertretung war so schwach, weil die
eigentlich nicht viel sagen durfte. Der Zar hat einen Antrag gestellt, dass das Wahlrecht geändert werden kann und dementsprechend blieb diese Volksvertretung, diese Duma, im Grunde genommen nur so ein Scheinparlament. Das wurde auch in den Folgejahren dreimal aufgelöst vom Zaren. Das kennen wir ja aus England auch, kennen wir aus Frankreich auch. So ein paar Agrarreformen gab es, aber im Grunde genommen war diese Revolution von 1905 gescheitert. Dann war erstmal Schluss mit
Revolution. Also das Volk hatte offensichtlich keine Lust da weiter zu revoltieren und dann ging es erst zwölf Jahre später weiter. Also sprich, das Volk war weiter leidensfähig und erst im Februar 1917, da ging es weiter. Warum? Weil im Vorwiegel gab es auch wieder kriegerische Niederlagen infolge des Ersten Weltkrieges. Beim Militär gab es ein Problem mit den Offizieren, Desertierung, der Zahler hatten Oberbefehl übernommen. Dann gab es 1916 Streiks in
petersburg in petrograd dieses jahr damals keine keinen brennstoff kalter winter keine nahrung ja und dieses parlament fordert mehr macht ja auch man muss sollen muss russland modernisieren so dann gab es ein jahr später ging es dann los also quasi über den winter hungerrevolten ja in den industriestädten so wie auch schon früher kritiker werden verhaftet was dazu führt dass die Die Betroffenen, die jetzt alle am Hungern sind, die wollen ja was zu essen haben, radikalisieren sich und fangen mit Plünderungen an.
Dann gibt es Streiks im März 2017, und zwar in einem großen Rüstungsbetrieb. Der schließt 30.000 Mitarbeiter aus. Das ist dann wieder so empörend für die Leute, dass sich weiter trägt. Und dieser Generalstreik, der eigentlich nur Petersburg betrifft, sich nachher auf das ganze Land ausdehnt. Und es machen etwa 170.000 Soldaten mit. Stellen sich auf die Seite der Protestanten gegen die Polizei.
Nicht Protestanten, sondern Protestierenden. Protestierenden, ja. Und dann gibt es eine Gruppe von Frauen, die auch was zu sagen haben. Die sagen, wir wollen keinen Krieg mehr führen mit den anderen europäischen Ländern, weil das sind ja die ganzen Witwen sozusagen. Und der Zar möchte doch bitte abdanken. Kurze Zeit später gibt es weitere Streiks. Es bilden sich dort jetzt Arbeiterräte. Das ist der Ursprung der Arbeiter- und Soldatenräte. Und diese sagen, ja in Petrograd, also in Petersburg, da hat es ja schon mal so einen Sowjet gegeben vor kurzem und den erkennen wir als unsere Regierung an. Das heißt also auch hier sagen die... Parallel zum immer noch lebenden König? Genau. Und dann gibt es wieder Demonstranten, wo auch das Garde-Regiment wieder Schusswaffen ansetzt und dann hat der Zahmer wieder die Faxen dicke und fängt an das Parlament aufzulösen, die Duma, aber die weigern sich.
So und stattdessen macht eine wichtige Fraktion oder ein wichtiges Gremium innerhalb der Duma, der ältesten Rat, der macht ein provisorisches Komitee und sagt, wir machen das Parlament trotzdem auf und wir übernehmen jetzt die Regierungsgeschäfte. Das heißt also, wie auch schon in Frankreich mit der ersten Nationalversammlung, die ja gar nicht legitimiert war vom Kaiser, vom König, hier auch, nämlich da sagen, wir sind jetzt die Regierung. Punkt. So, dann gibt es weiter Aufstände in Moskau. Dann fangen also an, die Aufständischen an, wichtige Funktionen zu übernehmen. Bahnhöfe, Telefonämter, die Admiralität, Festungen. So, der Zug des Zaren droht Gefahr, gekidnappt zu werden und er kann nicht dahin reisen, wo er will, muss seine Reise abbrechen.
Ja, so, dann fordert der Präsident der Duma, ja, und der Chef des Generalstabes, ja, fordern die Abdankung des Zaren, ja. So, darauf reagiert er nicht und ein paar Tage später sagen die, okay, dann erklären wir ihn einfach für abgesetzt, ja, bilden ihre Regierung, ja, und zwingen den Zar eine Abdankungserklärung zu unterschreiben, ja. Da sind wir immer noch 1917. Wir sind 1917, ja, und zwar im Frühjahr, im März 1917.
Ich erwähne das jetzt erstens, weil du immer misst, das zu erwähnen und zweitens, damit die Leute auch begreifen, dieses wasserfallartige Staccato an Events, die der Uwe jetzt auch noch abkürzt, weil dazwischen sind so viele Dinge, da würde er sich im Hunderttausendsten verlieren. Das passiert in unglaublich kurzer Abfolge. Also Revolutionen sind auch unter anderem, sie können viele Phasen haben, aber in der Regel gibt es da schon Momente, wo sich so ein bisschen die Geschichte überschlägt. Also Faktum ist so, dass nachdem die Duma und der Stabschef die Erbdankung fordern, das ist am 1.3., ist genau eine Woche später wird der Zar in Haft genommen, interniert, nach Sibirien verbannt, später verlegt und dann im Zuge der weiteren revolutionären Aktivitäten später ermordet.
Es war ursprünglich gedacht, dass eben ein Großfürst dort mitmachen soll, der wird später auch ermordet. Was ist die Folge dieser ganzen Aktionen, die in 2017 im Frühjahr sind? Jedenfalls ist es so, dass jetzt ist der Zar endlich weg und die Frage ist, wer regiert denn jetzt eigentlich? Im Grunde genommen ist es so, dass es zwei verschiedene Einheiten sind. Da ist einmal die Duma, die Volksvertretung und dann dieser Petrograder Sowjet, also dieser Bürger-
und Soldatenrat. Die wollen jetzt wieder Recht und Ordnung herstellen und wollen auch die Soldaten zum normalen Bürgern erklären. Das waren die vorher nicht. In der Duma gibt es ein Problem, nämlich die haben wiederum verschiedene Gruppen. Dann gibt es welche, die haben früher mal eine Abstimmung gemacht, wo sie unterlegen sind. Deswegen heißen sie die Minderheitler und das sind eben die Menscheviki und die anderen, die damals bei der anderen politischen Abstimmung die
Mehrheit hatten, das waren die Bolschewiki. Nun haben aber diese Menscheviki, die früheren minderheiten die haben im moment die mehrheit ja und die stellen sind jetzt verwundert dass die anhänger der bolschewiki die wiederum anhänger von den lenin sind zudem erzähle ich gleich noch was die sagen ja die partei die soll sich jetzt umorganisieren also jetzt wurde zwar weg ist ja wollen wir eine völlig andere politik haben du sprichst von parteien du meinst aber das parlament ich meine das parlament ja noch gar keine genau es ist schon eine partei
weil die Menschewiki sind ja eine Partei. Ja, naja, gut, aber keine offizielle Partei, so wie die Leute heute sich das vorstellen. Wir sind noch nicht jetzt in der parlamentarischen Demokratie eingekommen. Genau, das empfinde ich. Also insofern, da hast du völlig recht. So, und was man jetzt machen will, man will eine Kaderorganisation auf die Beine stellen, das heißt eine strafgeführte Organisation von Leuten, die von Berufs wegen eine Revolution durchführen sollen, Berufsrevolutionäre. So, und erstaunlicherweise schaffen es die Bolschewiki, sich durchzusetzen. Und die anderen, die wollten eigentlich das mehr so parlamentarisch, demokratisch, wie du gerade sagst, geht aber nicht.
Und weil jetzt die Bolschewiki aber eine Regierung sind, vorher hatten sie jede Menge Zulauf, weil es ja immer gegen den Zaren ging, jetzt müssen sie aber unpopuläre Maßnahmen treffen, sie wollen ja wieder für Recht und Ordnung sorgen, rennen denen die Wähler weg. Und das führt im Laufe der weiteren Monate dazu, dass nachher die Bolschewiki immer mächtiger werden, weil die Menschewiki immer schwächer werden. Und in dieser Situation, wo also gerade die Duma und der Sowjet um die Macht kämpfen und gemeinsam eigentlich die Ordnung haben wollen, da passiert etwas, nämlich es kommt ein Exilant aus der Schweiz, nämlich der Herr Lenin.
Der kommt im April 2017 und kaum dass der da ist, fordert er eine Landreform, der will, dass die gesamte Staatsmacht an die Räte übertragen wird, sprich die Duma soll entmachtet werden, es soll nur noch der Sowjet herrschen, er will anders als viele andere den Krieg beenden, aber er will mit dieser Regierung auf keinen Fall zusammenarbeiten. Und diese Regierung, die da jetzt gebildet wird im März, das ist so eine provisorische Regierung und da sind jetzt diese beiden Koalitionspartner, die Duma und die Sowjet, die arbeiten quasi miteinander, aber der Sowjet wiederum, der verbietet seinen Mitgliedern vernünftig abzustimmen.
Also sprich, die blockieren sich auch noch intern. Und der Lenin zudem, muss man mal sagen, der war ein Russe, der aufgewacht ist und Zarenkritiker wurde, nachdem sein Bruder hingerichtet wurde, weil er bei einem Zarenattentat der Verschwörung angeklagt war. So, und dann wurde der Lenin Mitglied einer marxistischen sozialdemokratischen Partei und hat im Untergrund dafür gearbeitet, dass in Russland eine kommunistische Revolution stattfinden möge.
So, und 1903, ja, da hat er dann sogar eine Partei begründet, ja, eine Fraktion aus den Sozialdemokraten und das waren eben diese sogenannten Bolschewiki. Das heißt, der Lenin hat quasi die Bolschewiki erfunden, im weitesten Sinne. So, und dann 1917, da wird er der große Anführer, aber da sind wir noch nicht. So und Faktum ist also, er kommt aus dem Exil zurück und glaubt, dass eigentlich die Revolution schon längst erledigt ist, weil der Zar ja jetzt erstmal weg vom Fenster ist und möchte eigentlich ganz andere Reformen machen, bis man ihm dann erklärt, dass es so aber nicht ist.
ist gleichzeitig, ist er aber so powerful, so kraftvoll, dass er sagt, ich arbeite mit der Regierung nicht zusammen, die Sowjets sollen alleine die Macht haben und so weiter und so fort. Und diese sogenannten April-Thesen, die bedrohen wiederum die Menschen, die ja im Moment da noch das Sagen haben und sagen, mit dem wollen wir uns nicht verscherzen, mit dem machen wir ein Angebot. Und so geht der Regierungschef auf die Gefahr, die der Lenin dort hat, entsprechend ein. Und die Folge davon ist, der Regierungschef bietet den Menschen Vicky und den Sozialrevolutionären eine Beteiligung an der Regierung an.
Also die sind ja ursprünglich getrennt. Jetzt kommt der Lenin und scheint eine Bedrohung für die bisherige Revolution zu sein. Da sagen die, ja, da müssen wir uns jetzt vor dem Lenin schützen. Und der ist aber gerade erst vor ein paar Tagen nach Russland gekommen. Das muss man sich mal vorstellen. Also insofern ist der Lenin ja eine äußerst interessante Person. Und da lässt sich also der Sowjet darauf ein und dann gibt es quasi eine zweite Regierung und dann gibt es einen neuen Minister und der ist aber auch gleich Kriegsminister und der will auch sofort Krieg führen und zwar gegen alle Mittelmächte in Europa. Und dann gibt es eben die einen,
die sagen, das wollen wir nicht, wie eben der Lenin will. Der Lenin will ja Krieg beenden und der Kongress will den Krieg aber führen. Und der jetzt neue Kriegsminister, der macht Er macht dann eine Offensive, die dazu führt, an der Ostfront, dass es ein Schuss in den Ofen wird. Und daraufhin wird erklärt, dass er gar nicht befugt gewesen wäre, diese Offensive zu befehlen. Er hat also ein Autoritätsproblem. So und die Menschewiki werden in ihrer öffentlichen Wahrnehmung beim Volk geschwächt und das wiederum nutzen die Bolschewiken und sagen, ja die sind ja alleine viel zu schwach mit ihren Soldaten, wir müssen das Volk mobilisieren und dann fangen die Bolschewiken an, rote Garten aus dem Volk zu erheben.
Das heißt, die nutzen jetzt die Schwäche dieses Generals oder dieses Kriegsministers und eine eigene Armee aufzubauen, die sie dann später vielleicht kontrollieren können, die sie aus dem Volk erheben, also keine originalen Soldaten, sondern quasi eine Art Volkssoldatentum. Naja und dann zum Beispiel mal wieder ein Revolutionsversuch, wo ein Maschinengewehrregiment den ersten Sowjet bedroht, der sogenannte Juliaufstand und dann treten natürlich, das wäre sogar vielleicht erfolgreich gewesen, aber es gab dann doch Leute, die der Regierung treu waren, also auch Soldaten und gleichzeitig stand der Lenin öffentlich unter dem Verdacht ein Spion zu sein.
Also obwohl er sehr mächtig war, kam gerade aus dem Ausland, hatte er wohl genügend gute Verbindungen, um die gerade neu gewählte oder sich konstituierende Regierung das Gefühl zu vermitteln, eine Gefahr zu sein. Und jetzt hat man gegen ihn intrigiert. Ob er nun ein Spion war oder nicht, das sei mal jetzt eine andere Anfrage. Ja, so und dann gab es dann noch Putschversuche von einem General, dann wurde der Sowjet mal wieder neu gewählt und dann gab es einen allrussischen Sowjetkongress, weil dieses Modell, was man da in Petersburg gemacht hat, in Petrograd, mit den Arbeiter- und Soldatenräten, das war irgendwie für die Russen zu der Zeit toll.
Das haben die überall in den Städten, im ganzen Land gemacht, gab es solche Räte und alle haben sich dann nach dem gerichtet, was dort in Petrograd war. Und die wiederum dachten, okay, jetzt haben wir so viel zu tun, jetzt müssen wir da entsprechend für uns organisieren und dann sollte dann ein Rat von Volkskommissaren gemacht werden. So und mit der Mitwirkung und Initiative von Herrn Lenin wollte man jetzt einen Aufstand machen mit
dem Ziel, dass am Ende alles schön basisdemokratisch ist, alles unbürokratisch, alles flexibel und dann gibt es Experten in Kommissionen, die die Regierung beraten. So und das war eigentlich so ein Trick, um alle politischen Gegner einzubinden. Ein Faktum war, diese Kommissionen, die wurden nie Es gab keine Expertenkommission, sondern sofern es sie gab, sind sie nur den Anweisungen der Bolschewiki gefolgt und das war es dann. Dann wurde dann auf einmal die Zensur eingeführt und nachdem man die eingeführt hatte, also die Pressehoheit hatte, dann wurde eine verfassungsgebende Versammlung gemacht.
das war am 29.10.2017 und schon zwei Tage später hat man die Kontrolle der Industriebetriebe durch die Arbeiterschaft befohlen oder beschlossen, weil das aber nicht funktionierte, weil die Unternehmer mit den Arbeitern sich irgendwie nicht einigen konnten, wie man einen Betrieb führt, hat man alle Betriebe, bei denen das nicht klappte, gleich verstaatlicht. Innerhalb von nur sieben Monaten Bis Mitte 1918 waren alle Industriebetriebe in Russland in staatlicher Hand. Also so schnell ging das.
So, dann hat man aber doch auch mal wieder was Gutes gemacht, nämlich den ganzen Vielvölkern, die in Russland leben, ein Selbstbestimmungsrecht eingeräumt. Man hat die Vorrechte, die Christen bisher hatten, weil die sind ja alle christlich-orthodox gewesen, die haben bestimmte Regelungen gehabt, dass die in der Schule anders behandelt werden. Das wurde abgeschafft und ähnlich wie schon bei der vorletzten und letzten Regierung eine Geheimpolizei zum Kampf gegen Konterrevolutionäre. Alle, die nicht zur Partei gehörten, wurden identifiziert, ob sie nur Mitläufer oder Anführer sind. Wer Anführer war, wurde verhaftet.
Ja und dann gab es dann Mitte 18 gab es den nächsten Kongress von diesen, ja wo man die Verfassung für Sowjetrussland dann vereinbart hat, das sollte dann auch nur für eine Übergangszeit eine föderale Republik sein, aber ohne Gewaltenteilung. Da gibt es eben den obersten Sowjet, der hat die Macht, da gibt es Sowjetrepubliken, aber nur der Sowjet jeweils, der hat die Macht und Feierabend. Und das Ziel war eben ein städtisches und ländliches Proletariat und der ärmsten Bauernschaft zu errichten.
Also da muss man wieder zurückgreifen, dass eben wegen dieser Industrierevolution, die ja Russland anstrebte, die kam ja aus der reinen Landwirtschaftsgesellschaft, eben die Bevölkerungsexplosion und die schlechten Arbeitsbedingungen ein Pulverfass waren. Und jetzt hat man also genau auf diese Masse gesetzt. Und das war dann letztendlich die Verfassung für Russland, so 1918. Das heißt, die Revolution ist noch nicht mal ein Jahr um.
Und was haben wir als Ergebnis der Revolution? Wir haben einen Staat, einen Sowjetstaat, wo ein Bauern- und Arbeiterrat regiert, der aber keine Gewaltenteilung hat. Also ein totalitäres System. Du hast gesagt, das war sie, die Verfassung des Staates Russland, aber du meinst damit einfach der Zustand. Es gab da keine Verfassung, da gab es keinen Code Civil wie in Frankreich zuvor. Naja, also es gab eine Verfassung nicht in unserem Sinne, sondern es wurde jetzt rechtlich eben ein
Dokument aufgesetzt, das erklärt, das ist jetzt unsere sowjetische Verfassung. Die hat aber nichts mit unseren Freiheitsrechten und Bürgerlichkeit und so weiter zu tun. Das ist quasi ein Gründungsdokument gewesen. Ja genau, aber das wollte ich schon nochmal klarstellen, weil du hast jetzt sehr lange gesprochen, aber das ist jetzt ein wichtiges Detail. Gab es jetzt also Also dieses Dokument oder sprichst du einfach nur vom Zustand von Aufland, der wirklich sehr turbulent war? Okay, also es gab ein Dokument. Das gab es immerhin als Ergebnis von all diesem Wirrwarr, was du beschreibst.
Und wir sehen jetzt im Prinzip hier ein Land, das innerhalb von auch ungefähr derselben Zeit wie auch die französische Revolution, also man hatte schon gelernt, so ein bisschen die Revolution zu verkürzen von der englischen, die ja 150 Jahre gedauert hat, War dann bei 15 Jahren ungefähr in Frankreich und ungefähr auch hier in diesem Fall von 5 bis 18, 19, das sind ja der Zustände, die du beschreibst, hat man es also noch weiter verkürzt. Okay, gut und ganz kurz, also du beschreibst den Übergang von einem Staat, der ursprünglich halt monarchisch war, also von einer monarchischen Familie regiert worden ist,
hin zu etwas, was eine, ich will nicht sagen Diktatur des Proletariats war. Es sollte so ein bisschen gleichzeitig mit dem Kommunismus liebäugeln. Gleichzeitig hat das auch demokratische Züge. Aber alles in allem muss man sagen, es gab dennoch einen kontrollierenden Einfluss. Ja, auf jeden Fall. Also dieser kontrollierende Einfluss war ja eben sehr stark, weil ja alle Oppositionen ja auch niedergemacht wurde. Das heißt, das hat man ja vom Zahn übernommen, dass man die Feinde eben nach Sibirien verschifft, inhaftiert und so weiter.
Also sprich, das hat ja Tradition dort. Und wenn man sich also überlegt, dann hatte dann der Trotzki die Rote Armee im Januar 18 gegründet, so kaum dass sie gegründet war. Dann machte man gleich erstmal Krieg gegen Polen, Finnland und Lettland. Dann gab es aber innerhalb von Russland doch wieder neue Widerstände mit den Weißengarden und dann haben dann die sich durch die roten Terrorgarden wiederum bekämpft. So Moral von der Geschichte, im Herbst 18, also quasi ein Jahr nach der Revolution, war nicht nur so, dass alle Industriebetriebe verstaatlicht waren, sondern die Bolschewiki haben auch das gesamte Territorium, was der Zar teilweise verloren hatte, sich wieder zurückerobert. Also 96% von dem, was im Zarenreich vorher war, war jetzt in Bolschewiken Hand.
Ja, so und wenn man sich also dann die Frage stellt, ja, was ist denn so das praktische Ergebnis, ja, jetzt dieses, dieser Situation, ja, denn wir haben ja im Innen gekämpft gegeneinander, so, dann haben sie nachher versucht nach außen zu kämpfen, dann gab es sogar Interventionen von 14 anderen Staaten, die gesagt haben, so kann Russland aber nicht machen. So, dann haben im Inneren Minderheitenkämpfe stattgefunden wegen der verschiedenen nationalen, ethischen Minderheiten. Das heißt, es war immer Action dort, egal was die für eine Regierungsform hatten.
So, und wenn man sich dann fragt, was jetzt in diesem Bürgerkrieg war, ja, die haben also jetzt quasi jetzt ungefähr vier, fünf Jahre Bürgerkrieg geführt, so nach den Quellen, die ich gelesen habe, sind dort acht bis zehn Millionen, bis zwölf Millionen Menschen zu Tode gekommen. Also im Grunde genommen muss man hier klar sagen, es gab 8 bis 12 Millionen Tote, von denen die Hälfte an Hungern und Seuchen gestorben ist. Also die Revolution forderte dann indirekt ihre Opfer. Und wir reden jetzt von der letzten Phase vom Bürgerkrieg, also was nach der Revolution war. Das Ergebnis der Revolution war Bürgerkrieg. Und der Bürgerkrieg hat im Schnitt mittelmaß 10 Millionen Tote gebracht. Davon sollen die Hälfte oder was wiederum Juden gewesen sein.
Darüber streiten natürlich die Leute. Russland zerfällt in diesem Bürgerkrieg wiederum in völlig verschiedene Einheiten, die sich alle gegeneinander bekämpfen. Man muss sagen, die, die als Letzter übrig bleiben, sind die Bolschewiki. Die Bolschewiki schaffen es, weil sie die Rote Armee schon rechtzeitig gegründet haben, alle anderen in Schach zu und dann wird die Sowjetunion gegründet. Das heißt, wir haben also Abschaffung des Zarentums,
wir haben drei Revolutionen, wir haben einen Bürgerkrieg und am Ende haben wir eine kommunistische Diktatur. Ja, und nicht nur eine, ja doch, das ist das richtige Wort genau, es war nicht einfach nur eine kommunistische Regierung, es mündete in einer Diktatur, einer totalitären Herrschaft eines Despoten, der lange Zeit verehrt wurde, immer noch teilweise verehrt wird. Gut, aber das steht auch in einem ganz anderen Blatt. Es zeigt aber wieder eindeutig ganz, ganz viel Tumult in noch kürzerer Zeit und man merkt, die Revolutionen, sie werden auch
gewalttätiger. Wenn man so ein bisschen vergleicht in diesem Zusammenhang, die drei, die wir uns heute angeschaut haben, die Englische, die ja noch stückweit, wie soll ich das sagen, harmonisch fast schon noch irgendwo verlief. Im Verhältnis dazu auf jeden Fall. Genau, noch sehr friedfertig Dann haben wir schon das Regime des Terrors in der französischen Revolution so ein bisschen kennenlernen dürfen und in letzter Instanz wirklich die furchtbaren Folgen, die in allererster Linie die Bevölkerung getroffen haben, während irgendwelche Powerplayer an der Spitze sich in der Sowjetunion eben hintereinander weg abgetauscht haben oder ausgetauscht haben.
Ja, also insofern Revolution ist zumindest bei diesen drei Themen, das ist natürlich ein bisschen schwerer Kost, so viel Information in kurzer Zeit hier zusammenzufassen, um die wichtigsten Linien darzustellen. Auf jeden Fall ist es keine Sache, die jetzt mit Tanzen und Friede und Freude zu tun hat. Richtig. Gut, in Ordnung. Mit Tanzen, Friede und Freude wird auch das, was jetzt gleich kommt, nichts zu tun haben, liebe Leute, nämlich der Bonus-Talk. Wir haben, das war immer wieder unser Ansinnen heute, das alles hier, diese ganze Geschichtslektion, nicht einfach so vom Zaun gebrochen, sondern weil wir euch eigentlich einen Crash-Kurs geben wollten, um eben vorzubereiten, was jetzt kommen soll.
Der Bonus-Top. Alles, was wir jetzt vorangegangen und euch mitgegeben haben, war alles die Voraussetzung, damit ihr einigermaßen besser unserer Fachsimpler zu diesem Thema folgen könnt, wenn wir uns unterhalten über entsprechende Parallelen aus all diesen Revolutionen, die wir vielleicht ziehen können zur heutigen Zeit und ob wir uns anmaßen können zu urteilen, ob das denn gut oder schlecht ist, wenn ihr irgendeinmal lautstark hier im Zuge der Corona-Krise nach einer Revolution ruft. Gebt also bitte rüber auf ET Video und Content und da könnt ihr uns in 15 Minuten nochmal lauschen, wenn ihr noch nicht genügend Geschichtstalk für heute hattet, so wie ich den Uwe kenne, wenn wir nicht ausschließlich zumindest in die Analyse gehen können, er wird mich wahrscheinlich mit manch anderen weiteren Fakten bereichern.
Es ist harte Kost, aber heute müssen wir die Zähne zusammenbeißen und uns da mal durchschlagen und für alle, die es leider doch nicht schaffen aus irgendwelchen Gründen, da muss ich halt irgendwann eine Zusammenfassung nachliefern, aber wenn ihr heute das durchschafft, liebe Leute, durchhaltet, ihr könnt sehr gerne auch den Gutscheincode dafür nutzen, der heißt 20jan22, dann könnt ihr 20% sparen, wenn ihr mit dabei sein wollt im Monatsabo, mich würde es freuen, wenn ihr dazu kommt.
Klar sehen, clever denken, reihandeln.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Revolutionen Teil 3 - Die (drei) russischen Revolutionen 1905, 1917 und der Bürgerkrieg 1917-1922“, Die Welt Klar Sehen, 14.01.2022.
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Dritter Teil der DWKS-Revolutionsreihe (Säule 1, Welt & Macht): die russischen Umwälzungen von der gescheiterten Revolution 1905 über Februar- und Oktoberrevolution 1917 bis zum Bürgerkrieg 1917-1922 und der Gründung der Sowjetunion.
