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Demonstration in Hamburg - Anti-Kriegstag 2022 (Kommentar)03.09.2022

PROTEST - ANALYSE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 03.09.202250 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Eli

So, wenn ihr jetzt hier runter guckt, da runter guckt, dann seht ihr ihn schon sitzen, den Mann, den Mythos, die Legende, den ich hier hochgefahren gekommen bin, um ihn hier zu besuchen. Er sitzt da in seiner Mitte, in seiner Ruhe und ihr kennt ihn natürlich. Es ist niemand anderes als Klardenker Uwe. Den habt ihr wahrscheinlich jetzt nicht erwartet. Ich mache mal ganz kurz hier aus. Das brauchen wir gar nicht. Das ist doppelt. Bild in Bild. Ich komme nämlich zu dir rüber. Und dann sieht das nämlich ein bisschen besser aus. So, wir sind scharf gestellt. Wir sind hell genug gestellt. Dann kann ich auch zu dir rüberkommen. Achtung, Freunde. Eli und Uwe wieder vereint. Mein lieber Uwe. Hallo. Hallo.

Uwe

Schön, dich mal in Hamburg zu sehen.

Eli

Genau. Pass auf, ich musste bis nach Hamburg fahren, um mir eine linken Demo anzugucken, die aber gegen Krieg und für den Frieden auf die Straße geht. Sonst hat sich das bis jetzt in Deutschland noch keine linken Demo getraut seit der Corona-Diktatur. Da spuren die ja alle fleißig auf Regierungslinie. Und man sieht hier das erste Ausscheren. Ich habe gedacht, der heiße Herbst, der hier immer so beschrieben wird, der beginnt erst am 5. September. Vielleicht hast du von dem gehört, so ein Herr, der ist auch Linken-Bundestagsabgeordneter, Herr Pellmann, glaube ich heißt der, der ruft nach Leipzig. Aber das wäre der 5. September gewesen. Und er wollte wahrscheinlich den Ruhm, die erste Friedensdemo in den Linken ausgerufen zu haben. Jetzt sind ihm hier die Hamburger Genossen zuvor gekommen.

Uwe

Ja, also ich fand die Veranstaltung ganz interessant. Ich habe sie ja durch einen Livestream gesehen und dann dachte ich mir, Mensch, Eli ist in Hamburg. Musst du mal vorbeikommen. Ich musste mal vorbeikommen sozusagen. Ich habe ja heute noch gearbeitet und jetzt bin ich schon wieder ein bisschen in Zivil. Und dachte ich, ach, zur Abschlussveranstaltung kommst du ja auch mal vorbei. Und ja, ich fand es ganz interessant.

Eli

Wie ist denn die linke Szene? Die Leute bitten mich hier gerade, das einzuordnen. Also du bist Hamburger, du sagst auch immer Hamburg, das bedeutet, du musst aus Hamburg kommen. Und die Leute fragen mich, ist den Linken zu trauen? Ich habe so das Gefühl, unterschwellig, ich hoffe, ich übersetze das richtig, liebe Freunde, euer Feedback, glauben die Leute, die Linken sind immer noch im Prinzip einfach nur daran interessiert, wie was man über der AfD vorgibt. Die wollen koalitionsfähig werden, deshalb... Und buhlen die hier am Äußeren, jetzt in diesem Fall linken Spektrum, also quasi irgendwelche Randgruppen, in der Hoffnung jetzt irgendwie politisch mehr Anschluss zu bekommen. Ist es denen abzunehmen, dass die sich hier für Frieden und gegen Krieg einsetzen oder ist das politische Wortklauberei?

Uwe

Ja, es ist insofern denen abzunehmen, weil das ja eine Veranstaltung vom DGB ist. Ja, von dem wir sitzen. Genau. Und die machen das, soweit ich es verstanden habe, ja jedes Jahr. Das heißt, das ist also quasi eine Traditionsveranstaltung, um an die Gräuen des Zweiten Weltkrieges zu erinnern. So, und nun trifft sich das dann eben heute, weil, was weiß ich, 75 Jahre, Kriegsende oder so, oder Kriegsbeginn.

Eli

Ich glaube, irgendwas mit 80 war es.

Uwe

Oder 80, was auch immer. So, ne, 80 kann ich nicht sagen, hier ist ja 1939 angefangen.

Eli

Stimmt, genau. Also wir 73 Jahre oder so.

Uwe

Also das machen die sowieso. Ob den Linken zu trauen ist oder ob das ein politisches Kalkül ist, ich glaube, das muss man vielleicht noch so ein bisschen unterschiedlich sehen. Das Thema Krieg ist das eine und das normale politische Leben der Linken ist das andere. Wir haben ja auch gehört, wie sie vom Imperialismus reden, eben diese klassische...

Eli

Das ist ja deren typisches Sprechen. Das ist ja, was die immer machen.

Uwe

Die klassische Terminologie. Wir haben es auch am Anfang gesehen, als sich die zwei Damen, wobei die vielleicht nicht zu den Linken zählten, sich dann ansprachen.

Eli

Die Omas gegen rechts war das, genau. Da musste ich ja wirklich lauter lachen. Das war herrlich, wenn die mal wüssten, wen die da eigentlich angesprochen haben.

Uwe

Also insofern, nein, das kann ich nicht so beurteilen. Die spielen bei uns natürlich in einer wohlhabenden Stadt, wo auch viel Mieteigentum ist, wo man auch viel Wählerschaft für linkes Gedankengut gewinnen kann, haben die durchaus eine riesige Stärke, aber natürlich nicht so stark wie die Grünen.

Eli

Was dominiert hier? Das ist irgendwie so eine Stadt der Widersprüche, weil einerseits sind wir heute durch die reichen Gegenden von Hamburg gezogen, andererseits ist doch Hamburg einer der Hotspots neben Leipzig in Deutschland, der so mit linksautonom und eigentlich in erster Linie, setzen wir bitte nach, historisch gewachsen eben mit Randgruppen der Gesellschaft, so ein bisschen sozial Schwachen im Prinzip zu tun hat. Also ist Hamburg im Prinzip so ein Wechselbad der Gefühle, extrem reich trifft auf extrem arm. Oder ist es schon so, dass man eigentlich sagen müsste, der Großteil von Hamburg ist halt eben eher links, ist halt eben sozial schwach und es wird immer nur übertüncht durch den Glamour von einer einzigen Straße?

Uwe

Hamburg ist nun mal eine alte Handelsstadt, also eine Kaufmannsstadt. Wir wissen, dass Hamburg jahrhundertelang viele reiche Leute produziert hat und die gibt es auch heute noch. Natürlich nicht so viele. Andererseits sind wir hier ein reines Dienstleistungsgewerbe, trotz 40% Hafengebiet. Also wir haben natürlich Hafen, das ist eine, aber ansonsten Dienstleistung, Bankenversicherung und ähnliche Sachen. Das heißt, der Mittelstand ist hier relativ stark, aber es gibt eben auch viele mittelständische, sehr große Unternehmen. die aus der Geschichte stammen und bei denen sammle ich das Geld. Berufsbedingt kenne ich den einen oder anderen ganz am Rande und kann sagen, okay, die machen natürlich Hamburg Reich, das sind die Leute, die eben Flügel bauten für die Universitätsspenden, wo dann einer 20 Millionen D-Mark gekostet hat. Das macht man so als Mäzen. Und auf der anderen Seite haben wir Gegenden, wo man vielleicht lieber nicht wohnen möchte.

Eli

Wie erklärst du dir das, also jetzt kein langer Abriss, aber vielleicht nur in aller Kürze, wie erklärst du dir das, dass das historisch so gewachsen ist, dass gerade die Linksautonomen hier so eine Hochburg aufbauen können? Was macht Hamburg dafür so attraktiv?

Uwe

Ich glaube einfach, dass Hamburg als Hafenstadt eben viel Hafenarbeit hatte. Ah, so einfach. Und es ist natürlich auch eine Großstadt. Und alle Großstädte, gerade durch ein beschränktes Stadtgebiet, haben ein Wohnraumproblem. Und dementsprechend ist dort eigentlich die Judenkultur immer stärker als auf dem Lande in der Regel. Denn auf dem Land haben wir Einfamilienhäuser, da kümmert man sich um ihre Garten und um ihre Pferde. Und hier kümmert man sich darum, dass man den Paragraph 5-Schein für die billige staatliche Wohnung findet.

Eli

Genau, also die Massen, die im Prinzip auf engstem Raum zusammengepfercht hausen müssen, entsprechend natürlich dann in den Arbeiterkampf gehen, wie du richtigerweise sagst, manchmal Wald vor lauter Bäumen, hätte mir auch klar sein müssen, sich entsprechend dann halt vergesellschaften hier, Gewerkschaften, Entschuldigung, hier und dann halt versuchen, auf ihre Weise den politischen Druck zu machen. Stichwort politischer Druck, das muss ich ehrlich sagen, da musste ich innerlich schmunzeln. Ich weiß nicht, ob du ganz in diesem Stream hast folgen können, aber einer der Lowlights, ich will es gar nicht Highlight nennen, Das war wirklich einer der Momente, wo ich innerlich in mich zusammengebrochen war, als ich die habe reden hören vom heißen Herbst und da dachte ich schon, Mensch, wir schlagen in dieselbe Kerbe, inhaltlich Überschneidungen zu gefühlt mindestens 80 Prozent. Und dann höre ich die aber sagen, die Organisatoren, also zwei Dinge, das eine war wirklich lachthaft, die haben gesagt, die werden fünfstellig, da habe ich innerlich wirklich... auf dem Boden mich gekullert. Lange Rede, kurzer Sinn. Das Zweite war das vielleicht Wichtigere. Und zwar haben die gesagt, die wollen jetzt das regelmäßig machen. Der heiße Herbst, der stünde ja bevor. Und regelmäßig bedeutet bei denen aber, in vier Wochen probieren wir es nochmal. In vier Wochen machen wir nochmal was. Ist das deiner Meinung nach genug oder hätten die mal mehr aufpassen müssen, wie Arbeitskampf und überhaupt Kampfgerechte funktioniert?

Uwe

Also ich glaube, das ist vielleicht schon so ein bisschen eingeschlafene Protest- oder Demonstrationsbewegung. Also mir ist zum Beispiel aufgefallen, aber vielleicht kann es auch in der Akustik gelegen haben, dass obwohl die Reden ja teilweise recht dynamisch waren, Der Beifall liegt aber in Grenzen hier. Das heißt also, das ist für mich nicht die hanseatische Zurückhaltung, sondern ich weiß nicht, das ist vielleicht Desinteresse oder so. Auch bei der Schlussrede waren ja relativ wenig Leute, obwohl die Rednerin, je länger sie redete, umso mehr aufgedreht hat. Also ich habe so den Eindruck, dass es eher eine Pflichtveranstaltung war für viele Teilnehmer nach dem Motto, ich bin ja im DGB, also gehe ich da auch hin. Und dann, ja okay, im Oktober, wenn es dann Wetter einigermaßen ist, dann gehe ich auch hin. Aber ein richtiger Widerstandswille, glaube ich, ist da nicht. Jedenfalls habe ich den aus dem Stream nicht beobachten können und ich sehe das auch nicht in solchen Reaktionen.

Eli

Super, super friedlich hier, liebe Freunde. Das Einzige, was noch fehlt, ist der Marihuana-Geruch in der Luft. Da halten die sich irgendwie noch gerade zurück.

Uwe

Den gibt es. Der muss nur auf die andere Strafenseite gehen. Dort sitzen die ganzen Heroinabhängigen.

Eli

Ja, okay, gut. Ja, also es war ein erster Aufschlag und als solcher muss man sagen, bei unseren ersten Demos hatten wir keine 600 Mann. Aber andererseits haben wir vor über zwei Jahren angefangen. Also die springen sehr, sehr spät auf den Zug auf, begreifen erst sehr spät, was der Staat mit denen gemacht hat. Aber wie bewertest du das im Nachhinein? Ist es besser spät als nie oder kann man eher auf solche Demonstranten verzichten?

Uwe

Also ich denke, man darf da nicht zu strenge Maßstäbe anlegen. Ich erinnere dich, dass ich in unseren Gesprächen immer gesagt habe, es ist ein gesamtgesellschaftlicher Bewusstwerbungsprozess, ein Lernprozess. Diejenigen, die schon vor zwei Jahren gelernt haben, sollten nicht den Fehler machen, sich über die zu erheben, die erst heute lernen. So, wie hieß es doch mal früher, wir sind die Erwachten. Okay, woke heißt ja jetzt auch nicht mehr so gut, seit neuestem. Aber die Erwachten haben was auf sich gehalten, so dass es bei manchen eben länger dauert und dass es halt auch mehr Druck von außen benötigt, bevor sie überhaupt erwachen. wollen. Und dann erwarten sie vielleicht nur langsam und vorsichtig. Ich denke, das sollte man doch vorsichtig würdigen, dass es überhaupt der Fall ist. Und ob daraus mehr kommt, das wird man sehen. Also sprich, ich würde auch nicht zu viel davon erwarten.

Eli

Also du könntest dir durchaus vorstellen, ich will das ja gar nicht alles schlecht reden hier, aber du könntest dir vorstellen, dass das Wie gewonnen, so zerronnen, dass das die einzige Veranstaltung bleibt. So ein bisschen halt irgendwie Dampf vom Kessel genommen, wie du gesagt hast, Pflichtveranstaltung, so ein bisschen halt pro forma Feigenblatt. und dass wir jetzt mit unserem Widerstand weiterhin alleine im Winter marschieren müssen.

Uwe

Ja, ich sag mal so, bis auf die letzte Rednerin und die erste war natürlich auch dem Zeitgeist gewidmet. Keine Krieg, aber im Grunde genommen ist diese Rede ja jedes Jahr haltbar. Wir sind gegen Imperialismus, wir sind gegen Kriege. Das heißt, die Argumente sind ja... schon seit vielen Jahren bekannt. Deswegen kann man eigentlich die Rede vom letzten Jahr auch dieses Jahr halten. Es muss nur noch drei Absätze einfügen fürs Tagesgeschehen. Und insofern denke ich, doch, es bleibt eine Pflichtveranstaltung. Das ist jetzt nicht der große Aufwachimpuls, dass alle DGB-Mitglieder in Hamburg am nächsten Sonntag oder auch am 2. Oktober oder wann es sein soll, dann auf die Straße gehen. Nein, davon würde ich mal nicht ausgehen.

Eli

Also Protests, Spaziergänge zum Beispiel, die dezentral und unorganisiert eben sich organisch in Anführungszeichen entwickeln, die sind hier in erster Linie nicht zu erwarten. Vom linken Lager nicht. Und dabei sprechen sie tatsächlich vom heißen Herbst. Wenn wir mal gucken, wer den einläuten muss. Wie gesagt, Leipzig steht bevor. Das ist dann der nächste Montag, unmittelbar, liebe Freunde. In unmittelbarer Greifnähe zeitlich könnt auch ihr sehr gerne entweder nach Leipzig schauen oder nach Leipzig kommen. Ich denke mal, es schadet nicht, zu einer Demo zu gehen. In erster Linie, um sich das auch mal anzugucken, um so ein bisschen Zahlenstärke zu zeigen. Das bedeutet nicht, dass wir mit Demos irgendwas reißen können. Wir haben es ja heute im Stream einmal erwähnt. Wären Streiks erlaubt, dann, nee, anders, würden Streiks umgekehrt, würden Demonstrationen was bringen, wären sie verboten. Und aus demselbigen Grund sind auch entsprechend Streiks verboten. Wie dem auch sei, für mich war es interessant, weil es kann durchaus sein, dass das eine Zäsur darstellt. Linke gehen mit Themen, die die Rechten über ein Jahr vor sich her getragen haben, Anti-Imperialismus und Bevormundungen von irgendwelchen, sei es Pharmakonzernen, sei es Waffenlobbyisten sei es was auch immer, gehen sie im Prinzip jetzt einfach auf die Straße. Sie hatten noch die erste Kontaktscheu, das war zu beobachten, sei es die Omas gegen rechts oder andere Menschen, die mich angesprochen haben, aber dass die Überschneidungen inhaltlich so groß sind, lässt eigentlich hoffen, wäre da nicht die große Trägheit der Menschen. Also ich will das wirklich jetzt gar nicht mal vorsichtig optimistisch bewerten. Wir sind, wie gesagt, in Hamburg. Es ist, gut, dass du es sagst, vom DGB organisiert gewesen. Insofern haben wir die erste Pflichtveranstaltung gesehen. Und ob sich daraus jetzt wirklich etwas entwickelt, was dann auch kein Moos ansetzt, nämlich der rollende Stein, das werden wir sehen. Ich glaube noch nicht, dass der heute ins Rollen gekommen ist. Heute haben wir gesehen, wie es aussehen könnte, wenn er sich bewegt. Aber einmal ist keinmal. Und zweimal ist teilweise alles. Wir werden sehen, ob das nochmal passiert.

Uwe

Aber man hat auch gesehen, dass die Überschneidungsmenge in bestimmten Bereichen sehr groß ist. Mit der normalen Protestbewegung. Ich glaube, insofern war es gut, dass du hier in Hamburg warst. Und dass das auch andere Leute in Deutschland mitkriegen, dass man mal eben weg von dem reinen Monothema Corona... Und Verfassung und so weiter gehen muss. Und das jetzt Aktuelle ist eben der Krieg. Das, was alle Leute vereint. Und natürlich werden wir das noch im Thema Inflation und was auch immer auch noch koppeln müssen. Aber im Grunde genommen... kann man jetzt die Rufe nach den kleinsten gemeinsamen Männern ausdehnen, weil es einen größeren gemeinsamen Männern gibt als vor sechs Monaten.

Eli

Die Basis ist auf jeden Fall durch diesen Krieg massiv erweitert worden. Und das ist auf jeden Fall eine Schnittmenge, auf der wir aufbauen können. Weißt du, was ich spannend finde? Und das ist nicht mir aufgefallen, da möchte ich wirklich halt Ehre wem Ehre gebührt, das zurück in die Community geben. Hast du gemerkt, dass die kein einziges Mal das Wort Nord Stream erwähnt haben? Wie beurteilst du das? Das ist ja doch schon eine Schlüsselrolle, die dieser Pipeline zukommt, hier in diesem Konflikt. Und haben die heute kein einziges Mal erwähnt? Das ist schwierig, dass du aus der Kalten ziehst.

Uwe

Das ist natürlich eine interessante Frage.

Eli

Ich meine, die wissen über so vieles Bescheid. Die wissen über irgendwelche F-35-Bomber Bescheid, wer die herstellt. Und wer auch in Deutschland zum Beispiel, seien es Heckler und Koch oder sonst was, rein Metall, wer mit Waffen Geld verdient.

Uwe

Ja, aber das heißt doch nur, dass sie eben zu der Position, zu der Aussage oder zu dem Thema sich nicht positionieren möchte.

Eli

Ja, und da kommt dieses linke Hintergrundgedanken, wo wir spielen.

Uwe

Also das darf man eben nicht vergessen. Der Zuschauer oder der Zuhörer hat das natürlich richtig beobachtet. Mir ist es auch gar nicht aufgefallen, dass manchmal wichtiger ist oder auch wichtig ist, was nicht gesagt wird. Und das ist natürlich wichtig, wenn man also alles Mögliche herunterbetet, was es alles überhaupt für Kriege gibt und wer alles betroffen ist und Energienprobleme. Konkret in dem Thema geht man nicht rein, eigenartig.

Eli

Ja, schon eigenartig. Ich meine, wie gesagt, ich würde es überwiegend trotz allem positiv heute werten, weil immerhin haben sie sich bewegt, aber einmal ist kein Mal. Liebe Linken von Hamburg, liebe Linken deutschlandweit, wir stecken in einer massiven Krise, die sich regelmäßig nur verschlimmert. Ich meine, jetzt habt ihr es alle gemerkt, wenn ihr heute tanken wart, es kostet wirklich, Mitternacht, Leute haben das gefilmt, sind die Preise um 35 Cent wieder höher gegangen. Das ist nur der Sprit. Dann kommt noch das Gas. Die Gasumlage erwartet uns alle am 1. Oktober. Da können wir uns noch alle darauf freuen, dass wir Uniper retten dürfen, auch wenn wir vorher nie von dem Verein gehört haben. Dann kommen die Strompreise obendrein hinterher. Wann auch immer da bei euch der aktuelle Vertrag ausläuft, dürft ihr euch auch auf mindestens 30, 40 Prozent mehr freuen. Und dann kommt noch die Inflation und die trifft uns dann wirklich alle. Also sei es jetzt im Supermarkt oder bei was auch immer ihr sonst euch kaufen wollt, da müsst ihr euch ja nicht mal mehr im übertragenen Sinne, sondern bald auch physisch wirklich warm anziehen, weil zu allem Überfluss wird uns ja auch noch dann, wenn das Gas fehlt, die Wärme abgestellt. Also es wird wahrscheinlich ein heißer Herbst in einem kalten Winter oder irgendwie umgekehrt auf jeden Fall an... An Spannung kaum zu überbieten, oder?

Uwe

Ja, also die las ich letztens in einem Posting, dass wir frieren müssen und uns dann wahrscheinlich im Frühjahr, wenn dann die WM in Katar oder wo stattfindet, wo sie dort dann angeblich die Fußballstadien wegen 45 Grad Außentemperatur auf 20 Grad runterkühlen wollen. Ja, das finde ich doch ganz amüsant.

Eli

Ja, bei diesem menschenrechtsliebenden Menschen unten im Katar, die Menschenrechte, Frauenrechte, Gleichbehandlung und so weiter ganz, ganz groß schreiben. Nur einen Steinwurf entfernt von Saudi-Arabien, von denen wir ja wissen, wie zum Beispiel mit Regierungskritikern, Journalisten und so weiter umgehen. Ich sage nur Khashoggi und so weiter und so fort. Da kommt die sogenannte Werte-Welten-Gemeinschaft zusammen, um ihr Fußball-Non-Event, das größte aber der letzten vier Jahre, zu feiern. Und wie gesagt, als wenn das nicht alles schon absurd genug wäre, müssen wir dann auch noch alles so tun, als wenn wir für Deutschland wären, während wir außerhalb von diesen vier Wochen Ausnahmezustand in Deutschland nicht sagen dürfen, dass wir deutsch sind, weil das ist man ja pro deutsch und es heißt ja nie wieder Deutschland, nie wieder Deutschland.

Uwe

Das ist natürlich alles sehr absurd. Ich hatte neulich auch mit dieser ganzen Geschichte, wir wollen jetzt die Masken wieder in den Flugzeugen einführen. Also ich war ja nun gerade im Urlaub in einem afrikanischen Land. Und dann musste ich über den Flughafen in Frankfurt. So und von dort aus ging es nach Addis Abeba an der Ostküste. Nicht an der Ostküste, aber in östlichen Afrika. Ist auch ein internationaler Flughafen. Auf beiden Flughäfen war es eigentlich so, dass vielleicht 10, 15 Prozent, allerhöchstens 20 Prozent der Menschen freiwillig Masken tragen. Die Angestellten an die Schalterbanken natürlich schon, alle anderen nicht. Jetzt kommt das Absurde. In die Fluglinie, in die wir einstiegen, wir flogen mit Äthiopien Airways zweimal, hin und zweimal zurück. Da mussten wir beim Check-in ins Flugzeug, hieß es Masken auf.

Eli

Beim Check-In?

Uwe

Ja, und als man dann im Flugzeug drin saß, konnte man die Masken wieder absetzen. Das stört aber auch keinen. Als wir von Frankfurt aus losflogen, der gehorsame Deutsche, wir mussten ja alle einen positiven PCR-Test haben, sonst hätten wir ja gar nicht mitfliegen dürfen. Oder eben Impfnachweis. Nicht positiven, sondern negativen PCR-Test. hatten alle die Masken auf. Und da wunderte mich so, zwei, drei hatten keine Maske auf. Als dann das Abendessen geliefert wurde, macht natürlich alle die Masken hoch, weil sie dann eben wieder essen wollten. Und nach dem Abendessen setzte auch keiner mehr die Maske auf, bis auf die 10, 20 Prozent Freiwilligen. Und von da an blieb es dabei. So, und auf dem Rückflug genau dasselbe. Zweimal stiegen wir in Äthiopien Airlines ein, Maske drauf. Aber da waren wir ja schon erfahren und haben gesagt, okay, unten machen wir auf und schon auf dem Weg von Check-In-Schalter zum Flugzeug, Maske wieder runter, kein Schwein hat irgendwas gesagt. Ja. So, und warum das Ganze? Weil die in der Star Alliance sind, das ist so eine Flug... Eine Allianz von internationalen Fluggesellschaften und bei denen steht offensichtlich noch das Maskentragen zumindest nominal auf dem Programm.

Eli

Und spannend, dass du das erwähnst, weil um und über in diesen Tagen hat ja glaube ich Portugal Airways oder was auch immer so eine große Fluglinie in Portugal halt eben gesagt, die freuen sich wieder auf unser Lächeln, weil dort halt offiziell wirklich im kompletten Personenverkehr am Luftraum entsprechend keine Masken mehr getragen werden müssen. Da macht jedes Land so ein bisschen selber, was es will und das, obwohl wir eigentlich unter derselben Pandemie und denselben Subvarianten immer wieder im Prinzip...

Uwe

Also ich bin ja auch nach den neuesten politischen Erkenntnissen in Deutschland, habe ich auch eine Erkenntnis gewonnen, nämlich, dass die Viren im Moment germanischen Ursprungs sind. Sie sprechen Deutsch. Man spricht Deutsch. Virales Deutsch. Denn offensichtlich scheint das Virus ja nur noch in Deutschland zu sein. und vermutlich sich gerade erst ab 1. Oktober richtig hier einzunisten, während, wie sagte doch Herr Macron, wann war es, gestern oder vorgestern, die Pandemie ist vorbei. Und in England war dann nicht ein Minister, der sich bei den Protestlern ausdrücklich entschuldigt hat.

Eli

Die englische Times hat das auch geschrieben, in der Guardian glaube ich auch.

Uwe

Nach dem Motto, wir wären quasi zu Unrecht von der Politik diffamiert worden. Gut, das sind die Engländer, die machen irgendwie so ihr eigenes Ding. Die Franzosen machen auch ihr eigenes Ding. Aber das Virus spricht Deutsch.

Eli

Das ist meine Erkenntnis. Die Briten, liebe Freunde, sie haben schon vor über einem Jahr den Freedom Day ausgerufen. Ja, der Tag im Prinzip, an dem man sagt, okay, man habe die Pandemie in Anführungszeichen überwunden, überstanden oder sonst was. Und sie feiert aber ein regelmäßiges quasi Dauercomeback, wie die Dauerwelle. Und witzigerweise immer nur in Deutschland. Ich soll dich von meiner Süßen grüßen. Die Kathi sagt hier, grüß Uwe. Also fühl dich jetzt. Ganz toll gegrüßt. Hallo Kathi. Wir grüßen zurück. Schön, dass du da bist. Danke, dass du guckst. Okay, Freunde, bevor wir uns hier verquatschen, weil Uwe ist hier, um mich jetzt zu einem Abendessen zu entführen, möchten wir die Sache an dieser Stelle abrunden. Wenn ihr interessant findet, während wir uns so ein bisschen unterhalten über Gott und mehr eigentlich die Welt, weniger über Gott, wobei spirituelle Themen stehen beim Uwe oft im Vordergrund, dann lasst uns das wissen. Auf Telegram bin ich zu erreichen. Uwe findet ihr auf seinem eigenen YouTube-Kanal die Welt klar sehen. Ausrufezeichen. Ja, wichtig, auf YouTube noch am Start, nicht zensiert.

Uwe

Noch am Start, ja.

Eli

Er freust dich immer noch, ja, eines Lotterlebens dort. Und ihr könnt sehr gerne mehr von ihm sehen, wo er regelmäßig seine eigenen Themen auf seine eigene Art und Weise aufarbeitet. Er war jetzt ein paar Wochen im Urlaub, das ist ihm gegönnt. Jetzt ist er zurück und frisch geduscht und herrlich duftend. Ist er bereit für euch, was weiß ich, alle möglichen intellektuellen Höhen eben zu erklingen und erklimmen, Entschuldigung. Und da könnt ihr sehr gerne ihm also folgen. Und wenn ihr wollt, dass wir uns mehr austauschen untereinander, ihr wisst ja, er ist ein regelmäßiger und sehr gern gesehener Gast auf meinem Kanal, lasst mich das auch wissen, dann werden wir auch über alles Mögliche, was uns in erster Linie so wichtig erscheint, eben natürlich sprechen und ihr seid dann Die Menschen, die uns gerne zuhören, dürfen, wollen, hoffentlich, nicht nur dürfen, sondern wollen. Wir laden euch dann auf jeden Fall dazu ein. Gut, danke dir, lieber Uwe, dass du den Abschluss dieses Streams gemacht hast. Ich dachte schon, er wäre kolossal, als wir diese Jacqueline aus Polen gehört haben. Jetzt ist er noch besser geworden, weil die Leute haben nachgefragt, speziell Dirk Strohlig hat gefragt, dass ich das mal einordne. Und ich würde das sehr gerne mit dir zusammen eben getan haben. Alles klar, dir gebührt das letzte Wort, um diesen Stream zu verabschieden und dann mache ich aus. Weg los.

Uwe

Ja, also schön, dass du mal hier in Hamburg warst und mal gesehen hast, dass die Hamburger auch demonstrieren können, wenn natürlich auch organisiert. Und es hat mir gutes Wetter gehabt, 600 Leute vielleicht oder 700. Eine Null hintendran hätte auch nicht geschadet, aber... auch für Demonstrationen haben wir jetzt immer mal eine Reise wert. Klein, aber fein, was die Demos betrifft und kann noch besser werden.

Eli

Ja, es kann natürlich auch noch schlimmer werden. Wir werden es sehen, ob das jetzt schon das große Hurra war. Aber falls nicht, dann haben wir die kleinen Anfänge gesehen und werden sagen können, wir waren dabei und ihr habt es zumindest auf YouTube gesehen. Das ist ja schon mal auch nicht schlecht. Okay, lieber Uwe, vielen herzlichen Dank.

Uwe

Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Demonstration in Hamburg - Anti-Kriegstag 2022 (Kommentar)“, Die Welt Klar Sehen, 03.09.2022.

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Uwe Loose und Eli kommentieren die DGB-Friedensdemonstration zum Anti-Kriegstag am 01.09.2022 in Hamburg. Sie ordnen ein, ob die linke Szene erstmals Themen der Protestbewegung aufgreift und ob daraus ein heißer Herbst entstehen kann.

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