DWKS-Kompass-SiegelDie Welt Klar Sehen

Wagenknecht & AfD | Kippt jetzt alles?29.09.2023

Deutschland allgemein

Abschrift

Abschrift des Videos vom 29.09.202340 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Uwe

Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Heute möchte ich mal ja über ein Thema sprechen, das wir ja wahrscheinlich in der Zukunft doch ein bisschen genauer behandeln müssen. Sahra Wagenknecht gründet eine eigene Partei und da war sie ja mit ihrer Ankündigung in einem Interview am 10.09., bei der Bild-Zeitung und ja, ob daraus was wird oder nicht, das möchte ich mit meinem Gast besprechen. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Und zwar, der wartet da schon, den hole ich gleich rein, den Jörg Gastmann. Ja, und dann sage ich mal, hallo Jörg, wie geht es dir?

Gast

Hallo Uwe, bestens, wenigstens bestens, Dankeschön.

Uwe

Ja, vielleicht für diejenigen Gäste, die dich noch nicht kennen oder Zuschauer, die dich noch nicht kennen, würde ich sagen, lass uns doch erstmal die Frage stellen, wer bist du überhaupt? Erzähl mal ein bisschen was zu deiner Person.

Gast

Ja, sagen wir mal, was ist jetzt relevant? Relevant ist, ich bin Buchautor, ich bin Gründer von Economy for Mankind und Sprecher von Economy for Mankind. Das ist kein Verein, keine Partei, sondern ein Freundeskreis. Da geht es um ein alternatives Wirtschaftssystem und ein alternatives demokratisches System. Und das sind Themen, die sind praktisch wie eine Blaupause für ein Parteiprogramm. Das haben wir auch immer. Das gibt es ja schon seit rund 20 Jahren, wenn auch unter anderen Etiketten. Das haben wir schon immer angeboten als Kopiervorlage für Parteien.

Uwe

Gut, also wir hatten ja auch im Grunde genommen darüber gesprochen oder ich hatte dich angesprochen, weil du ja auf deiner Economy for Mankind Seite neulich einen Blogbeitrag geliefert hattest. Und zwar hier den auf der rechten Seite. Dann schauen wir uns mal an. Nämlich Wagenknecht-Partei, ihre Möglichkeiten mit Economy for Mankind. So, und hast du einiges dazu geschrieben und und und. Und außerdem hast du noch einen anderen Artikel veröffentlicht, ja, auf einem anderen Portal, wo es auch darum ging, dass die Wagenknecht-Partei mit der, ähm, mit der AfD womöglich gute Chancen hätte. Und das ist es eigentlich, was ich heute mit dir konkret besprechen möchte. Und die erste Frage ist, was hat dich eigentlich dazu motiviert, so einen Artikel über Sahra Wagenknecht zu schreiben?

Gast

Dieses Land wird ja von der Ampel, speziell von den Grünen, und die SPD ist ja mehr so ein Appendix dran und die FDP auch, also von den Grünen wirklich zerstört. Also Merkel hat schon gute Vorarbeit geleistet, aber was die Ampel hier macht, das ist ja, also was die in zwei Jahren schon alles zerstört haben, mir graust es vor den nächsten zwei Jahren. Und ich habe zwei Kinder und für die möchte ich noch ein bisschen eine lebenswerte Welt erhalten und das ist nicht möglich. wenn entweder die Ampelparteien weiterregieren oder wenn die CDU übernimmt. Die AfD ist die einzige Oppositionspartei, die überhaupt eine Chance hat, aber so richtig groß wird die nicht. Eine absolute Mehrheit ist Lichtjahre entfernt. Meine Hoffnungen liegen auf einer Wagenknecht-Partei, zumal ich bei der AfD auch mit ein paar Sachen nicht einverstanden bin, also im Wirtschaftsbereich. Wer wäre da sonst noch? Man braucht ja für Eine kleine Partei, ich habe es ja selber versucht, mit vier kleinen Parteien, mit denen ich schon engagiert habe, habe ich jedes Mal die Erfahrung gemacht, man wird von den Medien totgeschwiegen. Man kann also das, bei aller Bescheidenheit, tollste Programm der Welt haben, egal was das ist. Man kriegt keine Öffentlichkeit. Ohne Öffentlichkeit hat man keine Wahrnehmung bei den Wählern. Und ohne Wahrnehmung bei den Wählern kann man keine Stimmen bekommen. Und wenn man keine Stimmen bekommt, kriegt man wiederum keine Berichterstattung bei den Medien. Also aus diesem Teufelskreis kommen Kleinparteien nicht raus. Und Wagenknecht ist tatsächlich die einzige Person, die in Frage kommt, die hier wirklich mal das ganze System durchrütteln und tatsächlich retten könnte, wenn sie wollte.

Uwe

Gut, das hört sich ja soweit jetzt erstmal ganz nachvollziehbar an. Wobei natürlich die Frage ist, wenn du sagst, sie könnte das alles retten, kann sie das jetzt wirklich? Und da war sie ja neulich erst bei Lanz in einem Interview. Und da will ich nur mal ganz kurz reinhorchen. Das war am 19. September 2020.

Gast

wo sie besonders sinnvoll sind. Und deswegen wäre das zum Beispiel auch ein Weg, um dort weiterzukommen. Darf ich noch eine Sache? Ich habe in dieser Tage aus Ihrem neuen Parteiprogramm schon ein bisschen was gelesen. Sie meinen das Europawahlprogramm, oder? Nein, ich meine das Programm Ihrer neuen Partei. Ach so, das wundert mich, dass Sie das kennen. Sie wurden von den Kollegen von BILD nach den drei wichtigsten Punkten gefragt und sie sagten, Stopp, sind vier. Und da steht unter dem Stichwort wirtschaftliche Vernunft, ja. Ja, ja, da steht Abenteuerliches. Das ist nicht bei mir. Also Sie wollen, das stimmt alles gar nicht.

Uwe

Sie wollen keine staatlichen Kontrollorgane, die über... Ja, da wollen wir jetzt gar nicht viel weiter reingehen, sondern hier fand ich eben ganz interessant, dass jetzt der Lanz sich auf das Bildinterview bezieht und offensichtlich die Sarah Wagenknecht sagt, ja, der hat mir die Wörter in den Mund gelegt, das habe ich alles gar nicht so gesagt oder so gemeint. Ja. Das heißt, die Frage stellt sich natürlich, was ist denn nun tatsächlich in Ihrem Parteiprogramm drin? Wir wollen jetzt nicht den Lanz-Interview zu Ende hören, wo die dann weiter rumstreiten, was ja schon auch wieder abenteuerlich ist. Was ist denn deine Ansicht, Jörg, was die wesentlichen Punkte sind, die... die mögliche Wagenknecht-Partei zum Ausdruck bringen wird? Und inwieweit könnte das die Position der AfD ergänzen?

Gast

Ich kann ja nur spekulieren oder ich kann aus dem Rückschlüsse ziehen, was sie gesagt hat. Und dann hat sie auch noch dieses Buch, habe ich hier hinter mir im Regal stehen, das letzte Ökonomiebuch, das sie geschrieben hat, Reichtum ohne Gier heißt das. Und dann macht sie ganz klare Aussagen. Und ihr wird ja nachgesagt, sie sei ja Marxistin und Kommunistin und wolle eine Planwirtschaft, Sozialismus. Also die ganzen Kampfbegriffe sind da unterwegs. Und als Beleg werden dann Dinge genannt, die sind ungefähr so lang wie dieser alte Aiwanger Käse. Also was sie vor 30 Jahren gesagt hat, unmittelbar nach dem Zusammenbruch der DDR, das wird heute als Maßstab angelegt, das ist natürlich Quatsch. Man muss das sehen, was sie in den letzten Jahren gesagt hat. Da ist ganz klar, dass sie marktwirtschaftlich orientiert ist. Aber sie sagt auch, die Marktwirtschaft, die funktioniert an manchen Stellen nicht. Und da muss halt reguliert werden. Also Ordo-Liberalismus. Da würde ich sie mal verordnen. Also sozial Ordo-Liberalismus. Und was sie hier gesagt haben soll, das ist also was jetzt hier Planwirtschaft betrifft. Preis-Obergrenzen und dass also vorgeschrieben wird, was darf man nur produzieren und was nicht. Oder dass man Gewinne abschöpft. Das wäre in der Tat Kommunismus. Das ist völlig inkompatibel zu dem, was sie in den letzten, ich würde mal sagen, 15 Jahren gesagt hat. Ja, was wir gesichert wissen, ist ihre Politik im Bereich Energie und Russland. Also die Pipelines wieder aufmachen, billiges Gas und Öl aus Russland und Die Basis für den Wohlstand einer Volkswirtschaft ist billige Energie. Da will sie wieder hin. Also das Gegenteil von der Grünflation. Die Grünen, die jetzt gerade die Maut wieder, oder die Ampel, die wieder die Maut teurer gemacht hat, die jetzt die CO2-Steuer weiter erhöht, die also Energie so teuer wie nur irgend möglich macht, da will sie das Gegenteil. Das ist schon mal gesichert. Sie will mit Sicherheit einige Dinge regulieren. Sie sprach hier bei Lanz zum Beispiel... von einer Entflechtung von Konzernen. Das ist nichts Neues. Das gab es ja in den USA schon als Standard Oil, britisch Monopolist war im Ölbereich oder Bell, die Telefongesellschaft, die wurden dann alle zerschlagen. Und am Ende hatten wir dann Exxon, Texaco und Co. Keine Monopole, keine Oligopole, keine Kartelle. Und das ist etwas, was absolut mehrheitsfähig ist, was eigentlich jeder Wähler wollen muss, dass wir einen funktionierenden Markt mit Wettbewerb haben. Also sie ist mehr für Wettbewerb als eine FDP. Und jetzt könnte man noch Themen nennen, sie hat ja unheimliche Schmieden mit der AfD. Das habe ich ja in diesem Artikel auch herausgearbeitet.

Uwe

Ja, und das würde ich gerne nochmal ein bisschen detaillierter mit dir behandeln, Jörg. Weil Wirtschaftspolitik ist natürlich das eine, aber es gibt ja auch andere Positionen wie Migration, wie Krieg. Sie hatte ja damals vor einigen Monaten mit Alice Schwarzer extra eine Friedensdemo durchgeführt. Also diese Dinge oder auch zum Beispiel der Verbleib von Deutschland in NATO und EU, solche Positionen sind ja auch Themen bei ihr gewesen. Und sie kann das natürlich immer gut verkaufen mit ihrer, ich sag mal, intellektuellen und doch ganz forschen Art und Weise. Aber für unsere Zuschauer wäre natürlich jetzt mal ganz gut, das ein bisschen gebündelt zu haben. Und du hast dich da ein bisschen rein vertieft. Wie würdest du jetzt aus deiner Sicht ihre Position dazu beschreiben?

Gast

Zur EU, NATO?

Uwe

Zur EU, NATO, Migration und Krieg.

Gast

Ja, fangen wir rückwärts an. Krieg sofort beenden. Es gab ja schon diese Initiative vom ehemaligen israelischen Premierminister Naftali Bennett. Ich habe Interviews mit ihm gesehen, wo er es bestätigt hat. Ich meine, das ist ein ehemaliger Premierminister und nicht aus einer Bananenrepublik, sondern aus Israel. Und der sagt, er hat also schon einen Monat nach Beginn des Krieges mit Selenskyj und Putin gesprochen und die haben sich geeinigt, wir beenden den Krieg sofort. Diese Ost- oder Südostgebiete in der Ukraine, die werden selbstständig, das werden eigenständige Republiken, es gibt keinen NATO-Beitritt und die Russen ziehen sich wieder zurück. Also das war alles schon ausgehandelt. Dann behaupte ich mal, also sagen wir mal, man kann es auch an den Handlungen oder Aussagen ein bisschen zurückschließen. Ich behaupte mal, diesen Krieg hat Obama angefangen. Oh, da zucken jetzt einige zusammen. Was, Obama? Ja, Obama mit dem sogenannten Maidan, das fiel in seine Zeit, mit diesem Putsch, den sie da angezettelt haben. Das ist ja der, ich weiß nicht wieviel Dutzendste Putsch, den die USA schon angezettelt haben. Und dann haben die im Grunde genommen Selenskyj in der Hand. Selenskyj ist erpressbar, ist finanziell erpressbar, weil wenn der Stecker gezogen wird, der finanzielle, dann bricht da alles zusammen. Er hat also viele günstige, viele Leute, die kriegen ihre Vorteile, ihre finanzielle Vorteile von ihm. Wir haben ja jetzt letztens gesehen, dass ukrainische Generäle ihre Villen gekauft haben da in Spanien, aus den Gärten, die aus dem Westen kommen. Die Ukraine ist eines der korruptesten Länder der Welt, ist im Grunde genommen ein Failed State. Also wenn der Westen den Stecker zieht, dann bricht da buchstäblich alles zusammen. Und dann hat also Boris Johnson mit Sicherheit im Auftrag von Joe Biden, von dem viele sagen, er ist im Grunde genommen der verlängerte Arm von Obama, der im Hintergrund die Fäden zieht. Dann ist also Boris Johnson nach Kiew geflogen und hat gesagt, pass mal auf, Selenskyj, entweder du kämpfst weiter bis zum letzten Ukrainer oder wir ziehen den Stecker. Und damit war die Naftali-Bennett-Vereinbarung hinfällig. Also das ist ungefähr so eine Hypothese, würde ich mal sagen, ein educated guess, ein wohlbegründeter Verdacht. Ungefähr so wie die Pipeline-Sprengung. Ja, wer war das? War das so ein ukrainisches Segelboot oder war es die USS Kearsarge, der ganze Flottenverband der Amerikaner? Und das, was, wie heißt noch der, Seymour Hersh zum Beispiel publiziert hat. Also solange zwei und zwei vier ist, sind die Amerikaner die großen Leute hinter diesem Krieg. und hinter Nord Stream 2. So, und dann hat also Bennett im Grunde genommen diesen Frieden ja schon ausgehandelt und das, um jetzt die Frage zu beantworten und den Bogen zu spannen, das wird Wagenknecht aufgreifen und wird sagen, wir unterstützen die Ukraine nicht mehr. Wir als größtes Land der EU und auch als NATO-Land, wir sind jetzt nicht länger der Schoßhund der USA, Sondern wir sagen sofort Friedensverhandlung, hier ist jetzt sofort Schluss. Also das, was auch Donald Trump übrigens gesagt hat. Er hat ja gesagt, innerhalb von 24 Stunden habe ich einen Frieden. Da greife ich zum Telefonhörer, dann sage ich, Selenskyj, du hörst jetzt sofort auf, wir unterstützen dich nicht mehr. Und dann ist Ende. Dann war es das. Dann ist der Krieg vorbei. Dann hat die Ukraine ihre Ostgebiete verloren. Aber ist es Frieden? Sind die Ostgebiete diesen Krieg wert? Nein, ganz klares Nein. Und wenn jetzt alle immer weiterkämpfen, ich habe ja letztens mal den Film gesehen, im Westen nichts Neues. Und genau das läuft da gerade. Also ein brutales, vollkommen sinnloses Schlachten. Und damit ist dann Ende. Und das ist eine Wagenknecht-Position, die, glaube ich, die Mehrheit der deutschen Bevölkerung schon mal unterstützt. So, das war schon mal Punkt vier von den dreien. Energie, das heißt also, sie wird dann den alten Status quo wieder herstellen, wird also sagen, wir beziehen jetzt wieder Öl und Gas, wie es sich ja auch bei Lanz gesagt hat, wieder billig aus Russland. Ist ja völlig blödsinnig, dass wir russisches Öl über Indien kaufen, Oder russisches Gas, das dann also erstmal als LNG verflüssigt wird, dann in Belgien rückverflüssigt wird und das über belgische Leitungen oder Tankwagen hier wieder ankommt oder Tankschiffe. Das ist ja völliger Blödsinn. Das ist ja russisches Gas und Öl, was wir hier verfeuern. Das hat nur ein anderes Etikett bekommen. So, was waren noch die letzten beiden?

Uwe

EU und NATO.

Gast

Wer die EU-Mitgliedschaft in Frage stellt, der polarisiert natürlich. Also die Medien werden einen dann mit einem solchen Shitstorm überziehen, wie wir es beim Brexit gesehen haben. Der Brexit hat Vor- und Nachteile für die Briten. Und ein Dexit, ein deutscher Austritt aus der EU, hätte auch Vor- und Nachteile. Da muss man einfach mal abwägen. Und es reicht aber schon die Drohung. Also wenn Wagenknecht sagen würde, nehmen wir mal an, sie wäre Kanzlerin oder sie wäre die Mehrheitsführerin im Bundestag, das reicht ja schon. Da kommen wir vielleicht gleich zu, zum Thema Wechselmehrheitsparlamente, Minderheitsregierung. Nehmen wir mal an, sie würde also Teil der Mehrheit sein. Da würde sie sagen, pass mal auf, ihr in Brüssel, ihr fahrt jetzt mal das und das und das zurück. Ja, eure Überwachungsprogramme, eure Unterdrückungsprogramme von Gebäudeenergiegesetzen bis hin zu dieser neuen Führerscheinrichtlinie. Es gibt so viel unfassbar bürgerfeindliche Dinge, die hier vor allen Dingen seitens der EU-Kommission laufen. Oder ihr legt dann einfach mal die Pfizer-Verträge offen. Wir stellen dann mal die Uschi von der Leyen vor Gericht und, und, und. Also EU grundsätzlich ja, aber nicht so. Die EU muss reformiert oder neu gegründet werden, denn das Ding ist so vor die Wand gefahren und korrumpiert, das hat sogar keinen Sinn. Also wird sie nicht direkt einen Austritt formulieren, spekuliere ich mal, sondern sie wird sagen, die EU muss den Nationen dienen und entgegen einer Ulrike Gero, mit der sie ja in Verbindung steht und die angeblich ihre Spitzenkandidatin für Europa sein soll, wäre sie mit Sicherheit keine Vereinigten Staaten von Europa unter einer Brüsseler Regierung. Das kann ich mir nicht vorstellen. Und wenn es mal eine solche Partei gäbe, dann gibt es ja einen Parteitag, bei dem die Listen gewählt werden. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Ulrike Gero irgendwo auf eine solche Liste gewählt wird. Weil die Frau, die will ja nicht nur die Vereinigten Staaten von Europa, die will also nicht nur die Nation entmachten, sondern sie will ja auch die Außengrenzen auflösen. Sie will also die komplett grenzenlose Migration und dann gibt es kein Europa mehr. Und NATO... Ach Gott, hier NATO, das wird alles überbewertet. Also man könnte aus der NATO austreten, aber warum? Also ich finde, die NATO ist eine amerikanische Veranstaltung. Wir sind ja im Grunde nur ein Zaungast. Die Bundeswehr ist vorsätzlich zerstört worden im Laufe der letzten 30 Jahre. Wenn man mal zurückguckt ins Jahr, ich glaube, das war so um 1990 rum, da hatten wir zum Beispiel 5000 einsatzfähige Leopardpanzer. Jetzt haben wir, glaube ich, 126 einsatzfähige. Von 5000 auf 126, das muss man sich mal vorstellen. Und das ist ja überall so. Ob das jetzt die Schiffe sind, die Flugzeuge, die Hubschrauber. Das ist ja alles Schrott. Oder Munitionsvorräte. Unsere Munitionsvorräte, die reichen für maximal zwei Tage. Also Deutschland ist komplett kampfunfähig. Und auch die Bundeswehr ist ein großes Thema. Aber dazu können wir gar nichts beitragen.

Uwe

Ja, die Frage ist ja auch mal eine ganz grundsätzliche. Also eigentlich hat es ja keinen Anlass mehr gegeben für die NATO, nachdem ja die Sowjetunion seinerzeit zusammengebrochen war. Nur denn die NATO war ja quasi als Verteidigungsbündnis gegründet worden. Und in dem Moment, wo es ja keinen Angreifer mehr gab, gab es ja auch nichts zu verteidigen. Das heißt also, selbst wenn man sagen würde, dass die NATO, ich sag mal, in Europa, insbesondere in Deutschland, keine militärische Stärke mehr hat, so ist es doch ein finanzieller Posten. Und die Frage ist, wer soll denn bitte uns jetzt angreifen? So, natürlich haben wir jetzt anlässlich des Ukraine-Krieges, wurde eben erzählt, dass Putin jetzt ganz Mitteleuropa oder die Welt erobern will. So, das dem widerspricht natürlich, dass er dort Stellungen im Donbass ausbaut, die eher auf längere Zeiten gerichtet sind und nicht auf irgendwelche Durchmarsche bis nach Ostende. Also insofern glaube ich, da sind die Ängste doch ein bisschen sehr bunt gewesen, dass die Leute sich haben erschrecken lassen. Das heißt, das sind natürlich schon interessante Positionen, die dann vielleicht Frau Wagenknecht dort machen will. Die Frage ist natürlich, ob diese Annäherung an die AfD überhaupt gangbar ist. Und wir haben ja gesehen, wie allergisch eben die Mainstream-Parteien, die Block-Parteien, also man kann es ja gar nicht anders bezeichnen als Block-Parteien, wie allergisch die sind, wenn es darum geht, dass die AfD irgendetwas tut, irgendwo einen Bürgermeister oder einen Landrat, Das Posten auf einmal bekommen. Und noch viel schlimmer ist es, wenn irgendein der Mainstream-Politiker von den etablierten Parteien plötzlich anfängt, sich Gedanken zu machen, ob man sich nicht doch der AfD nähern könnte. So, und da haben wir ja gerade erst jetzt gestern am 27., genauso ein Thema gehabt, nämlich der Chef der Grundwertekommission aus der CDU hat sein Amt niedergelegt. Kannst du ja mal kurz kommentieren, wie du das wahrgenommen hast?

Gast

Ja, dieser Chef der Grundwerte-Kommission, der hat ja eine vollkommen treffende Analyse gebracht. Also die Union, die verzwergt sich selbst, die weicht also allem aus, wo es irgendwo gegen die Grünen gehen könnte. Die sind sowas von woke und links und linksgrün bei der CDU. Also es gibt gar keinen Grund mehr für Konservative, die wirklich noch ein bisschen... nachdenken können, die CDU zu wählen. So, und jetzt ist es ja so, wenn die AfD sagt, 22 ist 4, dann sagt die CDU, nein, das ist 5. Also selbst die offensichtlichsten Sachen machen die nicht mit, weil die AfD ja mitstimmen könnte. Das war ja schon in Thüringen so lächerlich, als auch noch ein FDP-Mann als Ministerpräsident, als damals der Kemmerich gewählt wurde, der dann zum Rücktritt genötigt wurde, weil er Stimmen nur bekommen hat. Also er ist nicht der AfD-Kandidat, sondern er hat nur Stimmen bekommen von der AfD-Kandidatin. Da gab es also einen riesen Shitstorm in den Medien. Die Medien kannst du wirklich vergessen. Also die Medien sind ein riesen Teil des Problems. Und insofern hat der, ich glaube Röder heißt der Mann, glaube ich. Röder, ja. Der hat also vollkommen recht. Oder Röder. Wir müssen ja eigenständige Positionen haben, wenn die AfD zufälligerweise genauso stimmt, dann ist das eben so. Und das haben wir jetzt in Thüringen gesehen. Also Thüringen ist in vielerlei Hinsicht sehr interessant. Wir haben da also eine meines Erachtens illegitime Regierung mit dem Kollaborateur der Ampel, mit dem Ramelow. Und was haben die gemacht? Da ging es darum, die Käufer von Häusern und Wohnungen zu entlasten bei der Grunderwerbsteuer. Dann hat die CDU beantwortet, wir wollen die senken von 6,5 auf 5 Prozent. Das ist, wie man so schön sagt, ein No-Brainer, muss man gar nicht drüber nachdenken. Ja, also wir haben eine riesen Immobilienkrise, da müssen wir natürlich die ganzen Käufer von Immobilien entlasten. Und dann haben sie sich aufgeregt, weil die AfD auch dafür war. Das ist so, als ob die sagen, wir stimmen dafür, dass wir morgen schönes Wetter haben. Nee, da sind wir dagegen. Das ist sowas von bescheuert. Und da hat der Röder richtig gesagt, das geht doch so nicht weiter. Wir können doch nicht immer gegen die AfD sein, wenn die doch unsere Position hat. Und das ist natürlich das Kernproblem der Union. Die AfD ist ja Fleisch vom Fleische der Union. Das ist ja quasi der konservative Flügel der Union. Also rechtsradikal so fast gar nichts. Also da frage ich immer, was genau ist rechtsradikal? Sag mir ein Beispiel, mir hat noch keiner eins nennen können.

Uwe

Doch, ich kann dir eins sagen. Rechtsradikal ist alles, was nicht ausdrücklich linksradikal ist. Also früher war es ja so, dass das Rechtsradikal ist ja das, was am rechten Rande ist. Mittlerweile hat man so den Eindruck, dass die politische Mainstream-Meinung so weit links ist, dass alles, was früher schon als links galt, jetzt schon als rechtsradikal gilt. Weil nur noch wer extrem links ist, nur der ist noch normal und alle anderen sind Rechtsradikale und Nazis. Also das ist der Eindruck, den ich jetzt mittlerweile gewonnen habe.

Gast

Ja, nicht nur du, Elon Musk hat das auf X neulich mal gepostet, hat aber schon vor ein, zwei Jahren mal gepostet, aber nochmal repostet. Das ist so eine Karikatur, da siehst du also ein Männchen auf einem Strich, auf dem Strich siehst du dann so verschiedene Punkte und der eine Punkt ist dann die Mitte, rechts, links und so leicht links von der Mitte. Und dann hat er also ursprünglich eine Position links von der Mitte gehabt. Und die Linken sind dann so weit rausgegangen, so weit nach links, am äußersten Rand, die haben sich also ins Linksextremistische begeben. Und von da aus gesehen ist also das Leichtlinke schon rechtsradikal. Das ist die Frage der Position. Also wenn man Linksextremist ist, ist alles rechtsradikal. Also ich bin sicher, die werden uns auch als Nazis bezeichnen. Nach der Devise wird der Bürger unbequem, ist ja auch schon rechtsextrem. Ich habe ja gesucht nach rechtsradikalen Äußerungen auch von dem Höcke. Ich habe keine gefunden. Vielleicht gibt es welche. Also bitte in die Kommentare schreiben, was da so rechtsradikal war oder Nazi. Ich habe nichts gefunden. Und selbst wenn das so sein sollte, dann ist das ein kleiner Flügel in dieser Partei, die im Wesentlichen die CDU von Kohl ist oder Franz Josef Strauß CSU. Da stehen die. Und die jetzt als rechts zu diffamieren, ist einfach nur ein Witz.

Uwe

Gut, dann lass uns mal zum nächsten Thema kommen. Also wir haben jetzt ungefähr mal abgeschätzt, was die Sahra Wagenknecht wohl für Positionen vertreten könnte. Und dass ihr nach deiner Meinung eben die AfD durchaus sie ergänzen könnte, beziehungsweise sie koalieren könnte. Was müsste sie denn jetzt konkret für Schritte unternehmen, um in ihrem Projekt Wagenknecht-Partei voranzukommen? Was würdest du ihr empfehlen?

Gast

Wie gesagt, das ist alles Spekulation. Das ist klar. Das ist alles Spekulation. Was würde ich empfehlen? Erstmal hat sie vollkommen recht, wenn sie sagt, eine Partei muss sorgfältig gegründet werden. Das haben ja Parteigründungen, die du auch miterlebt hast, hier bei der Basis, siehe Für mich und Co. oder siehe zum Beispiel Wir 2020. Da waren also bei der Gründung schon Leute dabei, die das Ganze sabotiert haben. Das heißt, du musst, oder ich empfehle ihr, das wird sie auch machen, die Partei ausschließlich mit Leuten zu gründen, denen sie vertraut, die sie also kennt. Sie hat genug Mitstreiter, sie hat ein großes Netzwerk, also sie kriegt da locker mal 50 bis 100 Leute zusammen, dann macht sie einen Gründungsparteitag. Dann sollte sie möglichst ein Programm schon mal in groben Zügen festzurren, damit Leute sehen, aha, Dafür steht die Partei. Und wenn ich jetzt also für Massenzuwanderung bin, bin ich hier falsch. Wenn ich also für die Fortsetzung des Ukraine-Kriegs bin, bin ich hier falsch. Und wenn ich also dies und das will, dann bin ich hier falsch. Oder hier bin ich richtig, wenn ich das und das will. Also da müssen schon einige Eckpunkte drin sein. Natürlich empfehle ich ihr... Das Programm von Economy for Mankind, das Wirtschaftsprogramm, ja unser Steuersystem, unser Rentensystem, Arbeitsmarkt, das sind so meine Hauptthemen eigentlich. Außenpolitik ist jetzt eigentlich nicht mein Hauptthema. Mein Thema ist wirklich Volkswirtschaft und wenn sie da auch den Bürgern was zu bieten hat, dann kriegt sie auch viele Stimmen. Im Gegensatz zu einer anderen Partei, dieser Krall-Partei, die bald kommt.

Uwe

Dann lass uns darüber gleich reden. Ich würde nochmal auf den Punkt kommen, dass in den letzten Zeiten, als bekannt wurde, dass Wagenknecht doch eine Partei machen will, plötzlich die Mainstream-Medien irgendwie ihre Meinung zu ändern schienen. Vor ein paar Monaten, als sie mit Alice Schwarzer die Demo machte, da wurde sie auf einmal niedergemacht, genauso wie die Schwarzer, was sie für ein schlimmer Finger sei. Und plötzlich auf einmal wurde sie hochgelobt. Und da hatte ich so den Eindruck, geht es wohl darum, dass jetzt den etablierten Parteien, dass sie jetzt die Wagenknecht-Partei, die zukünftige, benutzen wollen, um die AfD klein zu halten? Das heißt, ist es die... Ist es denkbar und vor allem ist es wahrscheinlich oder wie wahrscheinlich ist es, dass es eine verdeckte Vereinbarung zwischen den Blockparteien und der zukünftigen Wagenknecht-Partei geben wird? Das heißt, ist das dann noch die Wagenknecht-Partei oder ist das dann nur noch eine getarnte Blockpartei zur Kleinhaltung der AfD? Was meinst du?

Gast

Da kann ich auch wieder noch spekulieren. Es gibt natürlich viele Leute, die auch Wagenknecht bekämpfen, gerade AfD-Anhänger. Die haben zum Beispiel diese Thüringen-Umfrage vom Juli gesehen. Vorher AfD 32%, nachher AfD 22%. Und Wagenknecht-Partei aus dem Stand 25 Prozent. Das sind natürlich keine Wahlergebnisse, das sind nur sehr, sehr unscharfe Umfragen. Aber es gibt den Verdacht, dass dieses Teile und Herrsche Prinzip hier angewandt wird. Das heißt, die werden sich auch überlegen, wie behalten wir unsere Macht? Also die da oben, die Blockparteien, die Blockflötenparteien, das ist ja wie in der DDR, das ist im Grunde genommen von Linkspartei bis CDU ist ja eine Partei in Nuancen. die sich in allem im Wesentlichen einig sind. Also wenn der Merz vom Klimaschutz spricht, dann weißt du, der ist verloren. Die CDU ist verloren, das ist keine Alternative. Ja, und dann ist natürlich eine ganz, ganz alte Technik, treib einen Keil dazwischen und zersplittere das Ganze. Also ich kann das verstehen. Ich halte das für durchaus wahrscheinlich, dass das auch so ist. Das ist ja immer, was einem auffällt, es ist ja wie eine konzertierte Aktion, die da in den Medien läuft. Alle gleichzeitig treten die eigene Kampagne los, um irgendwas hoch oder runter zu schreiben. Und das wird aber nach hinten losgehen, wenn Wagenknecht integer bleibt oder ist. Wenn sie also sich nicht korrumpieren lässt und nicht sagt, ich mache jetzt das, was, oder sie wird vielleicht auch, das halte ich für möglich, dass also Politiker auch mit dem Tode bedroht werden, ja, von einer gewissen Großmacht, mit einem gewissen Geheimdienst. Sie sagt, guck mal hier. Wie ist dieses Foto hier? Auf diesem Foto, da sind deine Kinder drauf. Da ist dein Ehemann, Frau, Tochter, Sohn, irgendwas. Deine Mutter drauf, mit Fadenkreuz drauf. Entweder du machst, was wir hier wollen oder denk mal an den Herrn Kennedy. Oder denk mal an die sechs afrikanischen Präsidenten, die nicht bei der Corona-Historie mitmachen wollten. Auf einmal haben sechs afrikanische Präsidenten alle innerhalb von zwei Monaten einen tödlichen Herzinfarkt. Also wir wollen nur mal so ein bisschen andeuten, was dir so passieren könnte. Also wie so ein russischer Mafiosi.

Uwe

Aber das spielt doch genau da rein. Aus welchen Gründen auch immer sie ihre Meinung ändern würde, ob es aus Gesinnerungsgründen ist oder aus persönlichen Gründen, um es mal ganz allgemein zu formulieren. Es würde doch dann tatsächlich darauf hinauslaufen. Das heißt, die einzige Frage, die sich tatsächlich stellt, wie Integer ist Frau Wagenknecht und ist sie tatsächlich stark genug, dann eben solchen Anfeindungen, welcher Art auch immer, zu widerstehen. Also wir wissen, dass sie ja schon einmal ein Burnout hatte. Also ganz so stabil ist sie ja nicht. Sie ist ja auch ein zartes Persönchen. Sie ist zwar offensichtlich ganz gut im Kopf beisammen, hat ja Philosophie studiert, kann gut reden, aber ist sie tatsächlich für eine Parteiarbeit, die öffentlich ist, wo sie auch mit anderen viel zusammenarbeiten muss, hat sie dafür die Power? Oder ist sie nur eine linke Intellektuelle, die meint, dass sie weiß, wie es besser geht, aber wenn es dann ans Arbeiten geht, dann es lieber anderen überlässt?

Gast

Eine Partei ist ja keine Ein-Mann- oder Ein-Frau-Veranstaltung. Das muss sie ja gar nicht. Das hat sie ja auch ganz klar gesagt. Sie sieht sich in der Rolle im Grunde genommen der Galionsfigur. Sie ist eine Sprecherin. Sie ist die, die in den Talkshows sitzt und die die Interviews gibt. Das ist ihre Rolle. Und diese ganze Kernearbeit, diese ganze harte Arbeit hier, Verbände aufbauen und so weiter, die ganze Parteistruktur führen, dafür gibt es dann Schatzmeister, Geschäftsführer, Generalsekretäre, noch und nöcher. Die muss nur sehen, dass vertrauenswürdige, zuverlässige Leute da in die entsprechende Position kommen und dann wird das Ganze von anderen gut gemanagt. Also anders als, war das nicht bei dir das Video mit der Basis Baden-Württemberg, wo dann die Landesvorstände die Partei vorsätzlich beschlussunfähig gemacht haben, wo sie übrigens in der Satzung dann auch die Möglichkeit für Misstrauensanträge einbauen muss, um Leute dann rauszusetzen, sobald die die Partei sabotieren. Sobald irgendwer versucht, die Partei offen zu unterwandern oder offen in eine Richtung zu lenken, dann muss klar sein, hier Satzung, Misstrauensantrag und Tschüss. Und diese Partei ist, egal wie sie heißen wird, eine Wagenknecht-Partei. Wenn sie sagt, dafür stehe ich nicht, dafür habe ich es nicht gemacht, dann droht sie mit Rücktritt, dann folgen die ihr. Oder macht dann noch eine neue Partei oder was weiß ich. Aber da sehe ich keine Gefahr. Die Gefahr sehe ich eher darin, dass sie wirklich erpresst wird. Und ich werde das nie vergessen, das hat sich mir wirklich eingebrannt. Da war ich also schwer beeindruckt, wie Olaf Scholz wie ein begossener Pudel neben Joe Biden stand in dieser Pressekonferenz. Das war noch kurz vor dem Krieg, als dann eine, ich glaube, eine deutsche Redakteurin dann fragte in der Pressekonferenz im Weißen Haus, ja, Mr. Obama, Obama sag ich schon, der die Fäden hält, nein, hier, Mr. Biden, Mr. President, was machen Sie denn, wenn die Russen jetzt über die Grenze gehen in der Ukraine? Was ist denn mit Nord Stream 2? Und dann sagen die, wir werden das beenden. Ja, was heißt das denn? Ja, glauben Sie mir, wir werden das beenden. Und der Olaf Scholz stand daneben wie ein begossener Pudel. Ich glaube, es war jetzt auch Seymour Hersh, der jetzt noch offen gelegt hatte. Der wusste das alles. Natürlich wusste der das. Und ein richtig unerpressbarer Integra-Kanzler, der hätte sagen müssen, Mr. President, bei allem Respekt, aber wenn Sie unsere Infrastruktur hier zerstören, dann war es das mit NATO. Dann kriegen Sie mal hier einen Wirtschaftskrieg mit der EU, dann war es das. Dann trennen wir uns mal von ihnen. Dann war es das mit Ramstein und, und, und. Also da würde ich dem aber den Stinkefinger zeigen und ihm mal seine Grenzen aufzeigen. Und das hat er eben nicht gemacht, weil Olaf Scholz meines Erachtens erpressbar ist. Und es ist die Frage, wie erpressbar ist Wagenknecht, wenn man sie bedroht. Ich glaube nicht, dass sie irgendwelche Leichen im Keller hat, aber... Olaf Scholz hat die, siehe Cum-Ex und Co. Also der hat seine Leichen im Keller, aber bei Warnknecht sehe ich es nicht. Aber persönliche Bedrohung sehe ich als ernsthaftes Szenario. Das sehen auch in der alternativen Opposition oder in der Opposition sehen das viele so. Ach, wenn dann eine neue Partei kommt, die werden sowieso alle dann von den USA bedroht und dann werden die alle gleichgeschaltet. Das kann passieren. Deshalb ist es wichtig, dass es nicht eine Person ist, sondern eine Partei mit Eine Wahrnehmungspartei, die wird sehr schnell sechsstellige Mitgliederzahlen haben und die ist schwer zu stoppen.

Uwe

Gut, da möchte ich, das ist ein guter Stichpunkt für das nächste Thema, was ich mit dir besprechen möchte, Jörg. Nämlich ist es tatsächlich so, dass der Gedankengang der Mainstream-Parteien war ja, dass die Wagenknecht-Partei der AfD-Stimmen abluckst. Du argumentierst nun, dass die beiden ja gut zusammenpassen. Aber wie kann die Wagenknecht-Partei groß werden, ohne der AfD-Stimmen abzuknöpfen? Ist das überhaupt möglich? Machbar oder sind die nicht natürliche Feinde? Oder hältst du sie für natürliche Kooperationspartner?

Gast

Also alle Parteien sind Konkurrenten. Das liegt in der Natur der Sache. Also es gibt die Grünen und die Linke konkurrieren um die gleichen. Also man fragt sich, wozu brauche ich eine Linke, wenn es die Grünen gibt? Deshalb stirbt ja auch die Linke. Und bei der Wagenknecht-Partei, die hat halt riesen Schnittmengen mit der AfD. Das habe ich ja auch in diesem Artikel ausgearbeitet. Also die sind wirklich sehr, sehr groß bei den großen Themen von Migration bis Ukraine-Krieg. Und es ist ja Mathematik. Also die müssen ja irgendwo herkommen, die Stimmen. Und dann fand ich eben diese Umfrage vom Juli in Thüringen von den drei großen Zeitungen sehr interessant. Vorher AfD 32%, nachher AfD 22% plus WP 25% gleich 47%. Das heißt aus einer 32% Opposition ist eine 47% Opposition geworden. Und deshalb profitiert die AfD auch davon, denn meines Erachtens sollte es Parteien nicht um Macht gehen, sondern um die Erreichung ihrer Ziele. So, und die AfD kann alleine gar nichts erreichen. Da träumen viele davon, ja, es ist nur eine Frage der Zeit, bis die AfD die absolute Mehrheit hat. Also bis die AfD die absolute Mehrheit hat, da muss der deutsche Michel aber wirklich am Boden liegen. Da muss dieses Land dermaßen zerstört sein, dazu wollen wir es doch nicht kommen lassen. Und deshalb sehe ich das durchaus so, dass die AfD das Wagenkrieg der AfD nutzt, weil sie mit ihr zusammen ihre Ziele erreichen kann, und zwar als eine informelle Koalition. Beziehungsweise eine Koalition ist ja eh verfassungswidrig. Die basiert ja auf dem verfassungswidrigen Fraktionszwang. So was dürfte es ja gar nicht geben. Es interessiert ja auch weder Medien noch Verfassungsgericht. So, und das heißt, da wird also für ein Thema abgestimmt. Thema A sind die Parteien 1, 2 und 7 dafür. Thema B sind die Parteien 2, 4 und 3 dafür. Und dann finden sich Mehrheiten. Das ist Demokratie. Und jetzt wird es also Vorschläge geben, das was in Thüringen jetzt passiert ist mit der Grunderwerbsteuer, das wird es dann bei der Migration zum Beispiel geben. Und dann sagt die Wagenknecht-Partei, wir sind für ein sofortiges Ende dieser Massenmigration, die AfD auch. Und wenn die zusammen genug Stimmen haben, dann war es das. Dann haben die ihr Ziel erreicht. Das ist die Zukunft.

Uwe

Okay, also das ist einsichtig, dass du gute Argumente gebracht hast, warum die Parteien sich doch zusammenfinden könnten und gemeinsam eben die Stärke haben könnten, um eben dem bisherigen politischen Diskurs der Blockparteien ernsthaft was entgegenzusetzen. Es gibt aber auch noch eine ganz andere Möglichkeit, nämlich die Nichtwähler. Und wenn ich jetzt also daran denke, dass ja dann... immer wieder auch in solchen Krisenzeiten neue Parteien auf den Markt kommen. So hat ja jetzt gerade der gute Herr Markus Krall, der behauptet ja nun auch, dass es 45% Nichtwähler gibt und stellt das dann hier in seine Twitter-Nachricht, die er vor ein paar Tagen veröffentlicht hat, mal fest. in Zahlen da und sagt, ja, da gibt es eben 45% Nichtwähler. So, was mich jetzt nun an diesen Darstellungen so ein bisschen stört ist, diese Nichtwählerschaft, die will ja eigentlich immer jeder abgreifen. Also auch bei der Basis hieß es, ja, wir haben ein Wahlpotenzial von 30%, aber Faktum ist, ja, diese 30% gipfelten dann was im Ergebnis von 1% oder 0,8%, ja, die man dann tatsächlich erzielte. Sprich, ich habe so den Eindruck, dass diese Nichtwählerschaft oder diese Nichtwähler sind zwar eine sehr große Bevölkerungsgruppe, aber sind die nicht vielleicht schon dauerhaft verloren? Denn warum gelingt es denn keiner der Parteien jetzt über die Jahrzehnte hinweg, die Nichtwähler Quote deutlich kleiner zu machen, sondern sie wird ja anscheinend immer größer. Also haben vielleicht die Wähler insgesamt die Schnauze voll vom Parteiensystem?

Gast

Ja, aber nicht alle. Also es ist immer die Frage, warum gehen Leute nicht wählen? Und ich habe ja selber in meinem Freundeskreis auch Leute, die sagen, gemäß Bertolt Brecht, wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wäre es schon längst verboten. Es hat überhaupt keinen Sinn zu wählen. Und da kann ich immer noch sagen, das ist wie bei Star Wars mit dem Todesstern, den kann man nur von innen sprengen. Also sich daneben zu stellen und sagen, ich wähle jetzt nicht mehr und starte mit dem Fuß auf, das ändert genau gar nichts. Das nützt nämlich nur immer den Parteien, die die meisten Prozente haben. Und wenn 90 Prozent nicht wählen, dann sagen die, es ist so schade, die Leute wählen nicht. Aber wir haben 60 Prozent von 10 Prozent und das reicht uns. Also wir sind mit 6 Prozent von den Wahlberechtigten, wir sind dann halt Bundeskanzler. Das kann es doch nicht sein. Ja, also wir müssen eine Partei mal reinbringen, die da mal richtig aufräumt oder vielleicht auch zwei Parteien, die richtig aufräumen. Nun halte ich die AfD für eine Partei, die sehr an Post und Macht interessiert ist und bei der Wagenknecht-Partei muss man sehen, ob es denen ja um die Sache geht oder ob es auch wieder um Posten geht. Aber sonst gibt es keine Hoffnung. Wir haben in dieser Fassadendemokratie, in diesem Potemkinschen Dorf, da haben wir keine andere Möglichkeit. Bürgerkrieg ist keine Option, Nichtwählen ist keine Option, es bleibt nur wählen. Und ich sehe eine Wagenknecht-Partei als einzige Chance.

Uwe

Ja, okay, das verstehe ich, diese Position zu dem Argument.

Gast

Ich war nicht ganz durch, weil du hattest noch eine Frage gestellt, was ist jetzt mit diesen rund 40 Prozent? Also bei der Bundestagswahl, da wählen ein paar mehr als jetzt bei Landtagswahlen oder bei den Kommunalwahlen, da wählt ihr über die Hälfte nicht. Und es gibt eben einen großen Teil, man kann nicht genau sagen, wie groß ist der, der würde unter gar keinen Umständen wählen. Sie sagen, sie interessieren sich nicht für Politik. Also wer hier die Rahmenbedingungen setzt für das Leben, in dem ich hier lebe, für meinen Job, für meinen Wohlstand, für meine Kinder, wer dessen Rahmenbedingungen setzt, ist mir egal. So blöd sind, wirklich muss ich sagen, so blöd, hallo Wählerbeschimpfung, sind sehr viele Leute. Aber es gibt auch einen Prozentsatz X, den keiner kennt, der sagt sich, Wenn denn mal eine Partei käme, die mir gefallen würde, dann würde ich die auch wählen. Da sehe ich bei Warnknecht ein großes Potenzial. Die AfD hat das Potenzial, das sie bei den Nichtwählern hat ja schon erreicht. Und eine Krallpartei, die hier mit dieser Grafik hier davon träumt, da abzugreifen, ich glaube, der macht sich da ein bisschen falsche Hoffnungen. Und da muss man auch sehen, bei einer Krall-Partei, was will der Mann denn eigentlich? Eine Krall-Partei ist, vielleicht mit dem Maaßen zusammen, so Richtung Werteunion, dass das irgendwo daraus entsteht, ist ultra neoliberal. Der Herr Krall hat zum Beispiel mit seiner Atlas-Initiative ganz klar gesagt, er möchte gerne den Transferbeziehern das Wahlrecht aberkennen. Das heißt, die Wähler über 65 oder die Rentner dürfen nicht mehr wählen. Arbeitslose dürfen nicht mehr wählen. Also die kann er als Wähler schon mal knicken. Also der muss diese Krallpartei auch mal ein Programm aufstellen, da gucken wir mal genauer hin, was der Mann denn alles so gesagt hat, wofür der steht, was der für Absichten hat. Ich stimme ihm in vielen seiner Analysen zu, aber seine Schlussfolgerung, seine Lösung, den stimme ich überhaupt nicht zu.

Uwe

Und da möchte ich eben mal einsteigen, weil es ist natürlich so, dass man immer bestimmte Gedanken denkt unter der Annahme, dass bestimmte stillschweigende Voraussetzungen stimmen. Also zum Beispiel so wie wir alle in unserem Land annehmen, dass Demokratie die beste Staatsform ist und alles andere wird schon mal gar nicht zugelassen. Auch als Gedanke nicht. Und Man denkt jetzt dann zum Beispiel, man müsste Parteien haben, man müsste Politiker haben. Also ich kenne mindestens zwei Weltanschauungen, wo man auf diese Konzepte, sprich auf diese Voraussetzungen, überhaupt gar nicht angewiesen ist. Und die für sich behaupten, dass sie doch funktionieren. So, und welche sind das? So, das ist einmal, haben wir die... Ich sage mal, die liberale Wirtschafts- und Weltauffassung von der österreichischen Nationalökonomie, das ist also zum Beispiel die Schule von Mises. Und die haben also äußerst komplexe Themen aufgebaut und sind selber auch Wirtschaftswissenschaftler und viele Hochkarätige Wissenschaftler haben sogar einen oder zwei Nobelpreisträger hervorgebracht. Und die sagen ganz klipp und klar, so etwas wie Politiker werden nicht benötigt, so etwas wie Beamte werden nicht benötigt, Staatsdienst wird nicht benötigt. Und wenn man sich fragt, wie soll denn dann der Staat funktionieren ohne Politiker, ohne Beamte, ohne öffentlichen Dienst? Für all diese Fragen haben die ganz konkrete Antworten. Da will ich gar nicht ins Detail näher drauf eingehen, sondern ich will nur sagen, dass es sehr wohl ganz andere Denkweisen gibt. Und die zweite Denkweise, wo es ähnlich ist, das ist eben in der Weltanschauung der Anthroposophie mit der Dreigliederung mit der Sozialen. Auch dort sind Parteipolitiker in dem Sinne nicht vorgesehen. So und ganz im Gegenteil. Dort wird im Grunde genommen gesagt, dass es quasi die Zukunft der Menschheit sei, sich eben in drei Bereiche zu entwickeln, in Wirtschaft, in Bildung und Soziales und eben in Ordnungs- oder Strukturkräfte, die aber miteinander möglichst nichts zu tun haben, die möglichst getrennt sind. Also nicht so wie heute, wo der Staat in alle anderen Bereiche eingreift. Das heißt, auch dort wird gesagt, das braucht man nicht. Und nicht nur jetzt anders als bei den österreichischen, also Österreich ist, weil die ursprünglich mal in Wien diese Konzepte angefangen haben vor 150 Jahren, sondern weil man sagt, weil der Steiner sagt, nein, das ist das Schicksal der Menschheit, dass die Menschen sich dahin entwickeln. Und das wiederum könnte ja, nehmen wir mal diese Hypothese an, also bei den einen, bei den österreichischen, Ökonomen könnte man sagen, ist eine Theorie. Eine Theorie, die man dann versuchen kann, dogmatisch oder pragmatisch durchzusetzen. Aber bei Rudolf Steiner, der sagt, es ist eine soziale Entwicklung. Es ist die Entzug, die vorhersehbare Entwicklung der Menschheit. Und wenn das der Fall wäre, dann würde es ja womöglich so sein, dass die Zunahme der Wahlmüdigkeit in den demokratischen Ländern vielleicht gar nicht beklagenswert wäre, sondern gerade ein Weg in die neue Zukunft. So natürlich gibt es dann den Haken, dass solange, wenn der Wähler sich immer weiter zurückzieht, die zum Beispiel Blockparteien ihre Macht expansiv ausdehnen. Aber kann das ewig gehen? Oder ist das ein unvermeidlicher Reinigungsprozess? Ich weiß es nicht. Ich will das auch nicht befürworten oder abschließend beurteilen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass eben der Gedankengang, dass es nicht anders geht, ist theoretisch akademisch nicht richtig. Mir sind zwei Weltanschauungen bekannt, die ohne diese Denkvoraussetzungen auskommen und die für sich beanspruchen, sehr wohl die Realität fürs Gemeinwohl sinnvoll gestalten zu können.

Gast

Da würde ich sagen, es gibt noch eine dritte Möglichkeit. Mein erklärtes Ziel ist ja, da habe ich ja eine Seite Economy for Mankind, Org-Sage Demokratie geschrieben, wenn man es ausdruckt, 13 Seiten, also nicht ganz unkomplex, basierend zum Beispiel auf Büchern von Timo Rieck und David von Rehbruck. Wenn er da jetzt Demokratie hintersetzt, dann findest du, das müsste auch ein Menüpunkt sein unter Lösungen. Jedenfalls losen statt wählen. Das alte Konzept aus der Renaissance und aus der griechischen Antike. Das heißt, wir müssen das noch extremer machen. Also bei jeder einzelnen Sachfrage werden immer tausend andere Freiwillige ausgelost. Genau das. Temporäre Bürgerparlamente nenne ich das dann. Das heißt, man weiß nicht, wofür man ausgelost wird. Du bist dann einer von 1000, dann hast du einen Monat Zeit, dich damit zu beschäftigen. Aus den rund 71 Millionen Wahlberechtigten werden die ausgelost, von denen, die sich freiwillig melden. Also nicht, dass einer sagt, ich habe keine Lust zu, sondern nur die, die sagen, ich habe Lust teilzunehmen, aktiv Politik zu machen. Da werden dann jedes Mal 1000 andere mit einer Open Source Software ausgelost. So, und die knien sich dann einen Monat da rein, die hören dann, oh, da soll eine Pandemie sein. Gucken wir mal, wen haben wir denn da? Oh, da haben wir jetzt den Dr. Wodarg und den Professor Bhakti und dann haben wir hier den Herrn Wieler und den Herrn Drosten. Wer hat denn da recht? Und dann hört man sich einfach mal alle Experten an, das ist nur mal als vier Beispiele, und bildet sich dann schon sehr früh, immer wenn ein Problem auftaucht, eine Meinung. Und dann wird dementsprechend entschieden. Hätte es sowas gegeben, hätten wir diese ganzen Corona-Jahre überhaupt nicht gehabt. Das nur mal als Beispiel. Also da finden wir es im Detail. Das wäre also was Drittes. So, aber jetzt ist noch ein ganz entscheidender Punkt. Was immer man als System hat, jeder Staat oder jede Gesellschaft hat eine Struktur. Ob das nun ein Stamm ist oder ein Staat. Ob das ein Clan ist oder eine Familie. Alles hat eine Struktur. Und wir haben jetzt nochmal eine Struktur, in der wir ein Grundgesetz haben, verbunden damit, Zigtausende von Gesetzen und Verordnungen und die gelten, es sei denn, man ändert sie. Und um sie zu ändern, um vor allem das Grundgesetz zu ändern für eine andere Gesellschaftsform, zum Beispiel jetzt auch dieses Losen statt Wählen, da müsste man das Grundgesetz verändern. Ja, oder wenn du jetzt irgendwas anthroposophisches Gesellschaftsmodell umsetzen willst oder du möchtest so wie Mises im Grunde genommen alles privatisieren, dann musst du das Grundgesetz ändern und die entsprechenden Gesetze, die da dranhängen. Und das kannst du nur als Gesetzgeber. Deshalb ist die Frage, wie realisierst du das denn? Das geht nur über den Bundestag. Wenn du eine Partei hast, die jetzt eine miese Partei ist und die möchte alles privatisieren, von Polizei über Bildung, Krankenhäuser, alles wird privatisiert und die Mehrheit der Bevölkerung will das, dann wird so eine Partei gewählt. Und wenn die Mehrheit nach Rudolf Steiner leben will, dann wird die halt gewählt. Und wenn die Mehrheit sagt, wir müssen Berufspolitiker komplett abschaffen, Und die waren, ich hätte das im Programm, dann wird sie gewählt. Also wir müssen den Todesstern von innen zerstören. Wir müssen in den Bundestag rein. Wir, sage ich, wir oppositionelle Bürger und müssen diesen Machtkartell, die Macht entreißen und müssen dann dort Gesetze beschließen als Grundlage für die Gesellschaft, die wir haben wollen. Und Anarchismus führt nirgendwo hin.

Uwe

Ja, ich denke, das ist doch ein schöner Abschlusswort von dir, Jörg, dass du noch mal appellierst daran, wie wichtig es ist, seine Bürgerrechte, insbesondere das Wahlrecht, auch auszuüben und nicht nur sitzen zu bleiben und sich zu beschweren. Das Thema hatte ich ja vor einiger Zeit mal mit dem Holger Gräf behandelt, der ja in der In dem Punkt genauso, wie du denkst und dann auch sehr schön dargestellt hatte, dass eben selbst wenn kein Mensch mehr wählen gehen würde, also von den normalen Bürgern doch immerhin noch die Politiker selbst sich wählen könnten, so wie du das vorhin erzählt hast, dann sind nur noch sechs Prozent, die dann über die anderen 94 Prozent herrschen. Und dann wären es vielleicht gar nur 0,6 oder 0,006 und trotzdem würden die dann eben rechtswirksam Gesetze verabschieden. Und gut, das ist natürlich eine Theorie, denn wenn es so weit oder auch nur annähernd so weit kommt, dann bricht ja schon auch der Gehorsam in der Verwaltung weg. Das heißt, es ist ja nicht so, dass nur die Wähler, die außerhalb des Beamtenapparates sind, nicht wählen gehen, sondern auch die sind dann nicht mehr staatstreu und gehorsam. Das heißt, es würde eine Erosion des gesamten Staatsprozesses dann stattfinden müssen, um zu diesen 0,6 Prozent zu kommen.

Gast

Sehe ich nicht so. Zahlenmäßig jetzt doch gar nicht anders. Du hast ja in den Corona-Jahren gesehen, die Leute machen ja alles mit, die machen ja alles mit. Nein, das ist... Von wem kriege ich meinen Gehalt? Ja, das ist klar.

Uwe

Das ist klar, aber dann kommen wir nicht zu den 0,6%. Also wenn du 0,6% nur noch als Politiker hast, die entscheiden wollen, ich sag mal, nehmen wir mal an, nur noch die Leute, die im Parlament sitzen, die 600 so und so viel und alle anderen gehen nicht wählen. Ja, dann sind alle anderen, sind auch die, die nicht im Parlament sitzen. Dazu gehören dann auch die Beamten. Und wenn es tatsächlich dahin jetzt rein theoretisch kommen... würde, im Sinne von rein spekulativ betrachtet, ist doch, bevor man da sich so verhält als soziologische Gruppe, ist doch schon längst die Loyalität zum Staat unterbrochen gewesen. Das heißt, wir reden ja von einem ganz anderen Stadium als das, was wir bisher hatten. Wir haben bisher, dass der Bürger leidensfähig ist und dass er alles mitmacht. Und dass gerade im Beamtentum und im Angestelltenbereich die Leute sagen, naja, Ich bin ja abhängig beschäftigt, ich will meine Position nicht gefährden, weil ich ja mein Leben nicht gefährden will, mein bürgerliches. Und das bedeutet aber nur, dass eben der Erhalt der reklamierten Situation, über die man sich beschwert, der Wunsch, das eigene Überleben dort noch gesichert zu sehen, größer ist als die Abneigung gegen die Situation. Und insofern, das ist jetzt ein futuristisches Negativ-Szenario. Es ist nicht das, was wir jetzt in den nächsten zwei Jahren oder so zu erwarten haben. Gut, ich denke, wir lassen uns...

Gast

Wenn ich mal auf das sehe, wenn ich mal... Wenn ich jetzt an das denke, was jetzt gerade hier über uns steht, Wagenknecht-Partei plus AfD, dann ist meine große Bitte an alle, die etwas ändern wollen, hört auf, euch zu bekämpfen. AfDler bekämpft Wagenknecht nicht. Wagenknecht-Anhänger bekämpft die AfD nicht. Bleibt fair, freundlich, neutral, denn wahrscheinlich werden die trotz aller offiziellen Dementis zusammenarbeiten.

Uwe

Ja, wunderbar. Dankeschön. Das war nun aber wirklich ein passendes Schlusswort. Ja, ich bedanke mich, dass du da warst, Jörg. Und war doch eine ganz, ich glaube, ganz runde, umfassende Angelegenheit zum Thema Wagenknecht-Partei und AfD. Ich würde sagen, bis zum nächsten Mal. Mal gucken, was wir dann haben. Und ich sage jetzt erst mal Tschüss zu dir. Tschüss, Jörg. Liebe Zuschauer, der Jörg ist jetzt quasi auf der Abwarteschleife. Der geht jetzt mal ganz raus und wir sind jetzt hier alleine. Wir können jetzt noch mal kurz darüber nachdenken, was haben wir gehört. Wagenknecht-Partei ist eine Option nach Jörg Gastmann. Ob er mit seinen mehr können es ja gegenwärtig nicht sein, Recht haben wird, werden wir ja in gar nicht allzu ferner Zukunft sehen. Und mich würde mal interessieren, was Sie von dieser doch interessanten These von Jörg Gastmann denken, dass die Wagenknecht-Partei und die AfD sich zusammentun. Halten Sie das für realistisch oder glauben Sie, dass da unüberbrückbare Hindernisse sind? Schreiben das einfach in die Kommentare rein. Bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen.

Gast

Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Wagenknecht & AfD | Kippt jetzt alles?“, Die Welt Klar Sehen, 29.09.2023.

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