Putin's Vision 2023🎙️Neugestaltung der internationalen Beziehungen | Valdai Diskussionsclub11.10.2023
Abschrift
Abschrift des Videos vom 11.10.2023101 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, Die Welt Klar Sehen. Heute möchte ich mal über ein internationales Thema reden, beziehungsweise kommentieren. Und zwar, was Herr Wladimir Putin vor einigen Tagen erzählt hat. Denn, ich weiß nicht, ob Sie das wissen, es gibt ja ein internationales Gesprächsforum, an dem er beteiligt ist. Und zwar ist das der Valdei-Diskussionsclub.
Und der findet einmal im Jahr statt in Sochi, das ist in Russland. Und dort sind jede Menge Intellektuelle aus Russland und natürlich anderen Ländern geladen. Und dann geht es in diesem Fall eben vom 2.10. bis zum 5.10., also drei Tage lang, Ja, um das Thema faire Multipolarität, wie man Sicherheit und Entwicklung für alle sicherstellen kann. Ja, und das ist vielleicht insofern ganz interessant, weil Putin hat auf dieser Veranstaltung am 5. eben eine Grundsatzrede gehalten.
Und viele reden ja über Putin, was er für ein böser, schlimmer Mensch ist und dass er verrückt ist und wahnsinnig und die ganze Welt in den Abgrund treiben will. Und ob das wahr ist, wissen wir insofern ja nicht, weil wir immer nur über ihn reden, aber selten eben mit ihm bzw. wir hören ihn ja gar nicht im Originalton und können insofern uns gar keine richtige Meinung bilden. Ich meine, zu einer ausgewogenen Meinungsbildung gehört auch dem Angeklagten ein Gehör zu widmen und einfach mal emotionsfrei und neutral auf sich wirken zu lassen, was er denn eigentlich sagt.
Klar sehen, clever denken, frei handeln. Ja, da er seine Rede natürlich in Russisch gehalten hat, ich des Russischen nicht mächtig bin, wie vermutlich die meisten von Ihnen auch, habe ich mir eine Übersetzung von seiner Grundsatzrede besorgt und möchte die direkt, ich sage mal, verlesen und dann entsprechend an den Stellen, wo ich meine, dass ein Kommentar angebracht sein könnte, das auch kommentieren.
Insofern sage ich mal, lassen Sie uns einfach loslegen. Also, Putin eine neue Weltordnung.
mehr, seinen hohen Status als gefragte und intellektuelle Plattform. Die Valdai-Diskussionen spiegeln stets die wichtigsten Prozesse der Weltpolitik des 21. Jahrhunderts in ihrer Gesamtheit und Komplexität wider. Gut, hier sehen wir also, dass es wohl aus Sicht von Putin ein hochrangiges Forum ist. Ich bin sicher, dass das auch so sein wird. Es wahrscheinlich auch in den vergangenen tagen so war als sie miteinander diskutiert haben und es wird
auch in zukunft zu sein denn wir stehen im grunde vor der aufgabe eine neue welt aufzubauen ja das thema mit dem neuen weltaufbau kennen wir hier im westen auch mit wollen wir mal schauen was herr putin sich darunter vorstellt also ich muss hier mal die brille absetzen weil auf der entfernung kann ich hier besser ohne brille gucken und in so entscheidenden Phasen ist die Rolle und die Verantwortung von Intellektuellen wie Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, außerordentlich groß. Im Laufe der Jahre, in denen der Club tätig ist, haben sich
sowohl in der Welt als auch in unserem Land, wie soeben gesagt wurde, schwerwiegende, wenn nicht gar enorme, kolossale Veränderungen vollzogen. Nach historischen Maßstäben ist der Zeitraum von 20 Jahren nicht so groß, aber wenn er auf die Epoche des Umbruchs der gesamten Weltordnung fällt, scheint die Zeit zu schrumpfen. Ja, das kennen wir ja, dass die Zeit irgendwie besonders dicht in den letzten Jahren zu sein scheint. Und ich denke, Sie werden mir zustimmen, dass sich in
diesen 20 Jahren mehr ereignet hat als in anderen Zeiten, in vielen Jahrzehnten. Und diese Veränderungen sind qualitativ. Sie erfordern grundlegende Veränderungen in den Prinzipien der internationalen Beziehungen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hofften alle, dass die Nationen und Völker die Lehren aus aus der kostspieligen, zerstörerisch-militärisch-ideologischen Konfrontation des letzten Jahrhunderts gezogen hätten, dass sie deren Schädlichkeit erkannt hätten, dass sie die Zerbrechlichkeit und Vernetzung unseres Planeten gespürt hätten
und dass sie davon überzeugt seien, dass die globalen Probleme der Menschheit gemeinsames Handeln und die Suche nach kollektiven Lösungen erfordern. Ja, ich glaube, das waren doch tatsächlich die Lehren aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, insbesondere aus dem zweiten. Ja, wollen wir mal gucken, was daraus geworden ist. Egoismus, Eitelkeit und die Vernachlässigung der wirklichen Herausforderungen werden uns unweigerlich in eine Sackgasse führen, ebenso wie der Versuch der Mächtigeren,
anderen ihre eigenen Ideen und Interessen aufzuzwingen. Das hätte jedem klar sein müssen. Es hätte klar sein müssen, aber es hat sich herausgestellt, dass das so nicht ist. Als wir uns vor fast 20 Jahren zum ersten Mal auf einer Sitzung des Clubs trafen, befand sich unser Land in einer neuen Entwicklungsphase. Russland hatte die schwierigste Phase der Erholung nach dem Zusammenbruch der UdSSR überwunden. Mit all unserer Energie und unserem guten Willen beteiligten wir uns an den Prozessen zum Aufbau einer neuen, wie wir meinten, gerechteren Weltordnung.
Ja, was er da jetzt nun genau meint, das ist hier natürlich unklar. Also wir wissen, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dort großes Chaos war und eben Oligarchen sich ihrer Gelder zusammengeraubt und gestohlen und gemordet haben und dass Russland doch auch nach Transparency International zu einem der korruptesten Länder der Welt zählte und das nicht nur unmittelbar nach dem Zusammenbruch. Deutschland hatte die schwierigste Phase. Mit all unserer Energie und guten Willen beteiligten wir uns an den Prozessen zum Aufbau einer neuen, wie wir meinten, gerechteren Weltordnung. Unser Land ist in der Lage, einen großen Beitrag dazu zu leisten, denn wir haben unseren Freunden und Partnern und der ganzen Welt etwas zu bieten.
Oh, wir haben etwas zu bieten. Na, dann wollen wir mal gucken. Leider ist unsere Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit von einigen als Unterwerfung verstanden worden. Als Zustimmung dazu, dass die neue Ordnung von denen aufgebaut wird, die sich selbst zu den Siegern des Kalten Krieges erklärt haben. Damit meint er wohl die Amerikaner. Im Grunde wurde es als Anerkennung dafür verstanden, dass Russland bereit sei, einem fremden Weg zu folgen. bereit, sich nicht von seinen eigenen nationalen Interessen, sondern von den Interessen anderer leiten zu lassen.
Ja, das ist natürlich so eine Sache. Darf ein Land seine eigenen nationalen Interessen vertreten, wenn die vielleicht im Widerspruch stehen oder zumindest im Konflikt mit den Interessen anderer Länder? In all den Jahren haben wir immer wieder davor gewarnt, dass dieser Ansatz nicht nur in eine Sackgasse führt, Und auch die wachsende Gefahr eines militärischen Konflikts in sich birgt. Aber niemand wollte uns zuhören. Die Arroganz unserer sogenannten Partner im Westen, wissen Sie, sprengte einfach alle Grenzen. Also hier ist natürlich die Kritik so, dass die Interessen Russlands eben aus russischer Sicht nicht berücksichtigt waren und das natürlich zu Konflikten führen würde, vorhersehbar, so laut Putin.
Die USA und ihre Satelliten haben den festen Kurs zur Hegemonie eingeschlagen. Militärisch, politisch, wirtschaftlich, kulturell, ja sogar moralisch und wertemäßig. Es war uns von Anfang an klar, dass der Versuch, einen Monopol zu errichten, zum Scheitern verurteilt ist. Ja, das ist uns ja allen klar, denn wir wissen, dass Monopole keine großen Halbwertszeiten haben, dass es eben künstliche Gebilde sind, die irgendwann mal wieder zerfallen.
Also insofern, ewige Reiche gibt es schlichtweg in der Geschichte nicht. Die Welt ist zu komplex und vielfältig, um sie einem einzigen Schema unterzuordnen, auch wenn dahinter die Macht, die enorme Macht des Westens steht, die in den Jahrhunderten der Kolonialpolitik angesammelt wurde. Das heißt, hier wird jetzt gesagt, der Westen ist durch seine Kolonialpolitik mächtig geworden und versucht, Weltherrscher zu sein, und das sei aber zum Scheitern verurteilt. Das bestreiten noch ihre Kollegen nicht. Viele sind hier nicht anwesend, aber sie leugnen nicht, dass der Wohlstand des Festens entscheidend durch die Ausplünderung der Kolonien über Jahrhunderte hinweg erreicht wurde. Das ist eine Tatsache. Ich glaube, das bestreitet niemand.
De facto wurde dieses Niveau der Entwicklung durch das Ausrauben des gesamten Planeten erreicht. Ja, das kann man so sagen, ob da jetzt nur die Amerikaner daran beteiligt waren, ob da nicht auch andere Länder wie zum Beispiel Chinesen, Japaner, die die Weltmeere leerfischen oder Norweger und wie sie alle heißen, ob die da nicht auch daran beteiligt waren. Die Geschichte des Westens ist im Grunde eine Chronik der endlosen Expansion. Dem würde ich zustimmen, denn da ist irgendwie dieses christliche Prinzip drin, geht in die Welt und mehret euch und verkündet die frohe Botschaft jedem, auch dem, der es nicht hören will.
Der westliche Einfluss in der Welt ist eine riesige militärisch-finanzielle Pyramide und der braucht immer neuen Treibstoff, um sich selbst zu erhalten, also Rohstoffe, technologische und menschliche Ressourcen, die anderen gehören. Ja, das glaube ich kann wohl sein, weil wenn man sich den Rüstungsetat der USA pro Jahr anguckt, der geht ja bald auf 900 Milliarden Dollar. Das ist ja so viel, wie die nächsten sieben, acht oder neun Länder zusammen haben. Und was nützt es zu rüsten, wenn man nichts zu kriegen hat? Also dann kann die Rüstungsindustrie ja nichts verdienen.
Deshalb kann der Westen einfach nicht aufhören. Und er hat auch nicht die Absicht, das zu tun. Unsere Argumente, Ermahnungen, Appelle an die Vernunft und Vorschläge wurden einfach ignoriert. Ich habe das schon oft öffentlich erzählt, auch unseren Verbündeten, unseren Partnern. Es gab einen Moment, in dem ihr bescheidener Diener, also damit meint er sich selbst, einfach vorgeschlagen hat, dass wir vielleicht auch der NATO beitreten sollten. Aber nein, so ein Land will man in der NATO nicht, nein. Man fragt sich, was denn noch. Das ist natürlich eine interessante Frage. Also die NATO war ja ein Verteidigungsbündnis gegen den Sowjetblock sozusagen und als die Sowjetunion zerfiel, hatte die NATO ja eigentlich das Gründungsargument nicht mehr zur Verfügung.
Das heißt, die NATO hätte ja aufgelöst werden können. So hat man aber nicht gemacht, sondern stattdessen hat man sich im Laufe der Jahre erweitert. Und Putin sagt, dass er quasi erwogen hatte oder angeboten hatte, Mitglied der NATO zu werden. Also quasi eben Mitglied der westlichen Gemeinschaft. Aber nein, so ein Land will man nicht in der NATO. Man fragt sich, was denn noch? Wir dachten, dass wir bereits zu ihnen gehören, ein bürgerliches Land sind.
Was denn noch? Es gibt keine ideologische Konfrontation mehr. Wo ist das Problem? Ja, die Frage stellt sich tatsächlich, wo ist das Problem, wenn der vormalige Feind zerfallen ist und bereit ist, sich dem eigenen Bündnis anzuschließen. Warum hat man ihn da nicht reingelassen? Offensichtlich sind geopolitische Interessen und Arroganz gegenüber anderen das Problem. Das ist das Problem, die Arroganz. Wir müssen auf den immer stärker werdenden militärischen und politischen Druck reagieren. Ich habe schon oft gesagt, dass nicht wir den sogenannten Krieg in der Ukraine begonnen haben. Das würde jetzt aber aus heutiger Sicht im Westen stark widersprochen werden.
Dann im Gegenteil, wir versuchen ihn zu beenden. Bei uns ist die Lesart anders, nämlich wenn erst mal die Ukraine besiegt ist, wird ganz Europa erobert. Nicht wir haben im Jahr 2014 den Staatsstreich in Kiew organisiert. Den Staatsstreich, den blutigen, verfassungswidrigen Staatsstreich. Da gibt es auch im Westen doch so einige Historiker, die diese These unterstützen würden. dass eben ein Staatsstreich dort stattgefunden hat. Wo auch immer Putsche stattfinden, hören wir
immer sofort alle Medien die Welt, die natürlich in erster Linie der angelsächsischen Welt gehorchen. Das geht nicht, das ist unmöglich, das ist antidemokratisch. Aber hier ging es. Sie haben sogar die Summe genannt, die Menge an Geld, die sie für diesen Putsch ausgegeben haben. Alles Alles ist möglich. Ja, das stimmt. Victoria Nuland, das war ja diejenige, die damals für die Ukraine zuständig war, hat irgendwo mal fallen lassen, dass diese ganze Umorganisation in der Ukraine 5 Milliarden Dollar gekostet hätte.
Und das haben sie über eine der amerikanischen Organisationen dort einfließen lassen. Damals haben wir uns für die Bewohner der Krim und Sevastopol eingesetzt. Wir haben keinen Staatsstreif organisiert und wir haben die Bewohner der Krim und Sevastopol nicht mit ethnischen Säuberungen im Stil der Nazis eingeschüchtert. Nicht wir haben versucht, den Donbass durch Beschuss und Bombardierung zum Gehorsam zu zwingen. Nicht wir haben gedroht, diejenigen zu töten, die ihre Muttersprache sprechen wollen.
Ja, das sind strittige Punkte. Hier wird also klar die russische Position vertreten, nach dem Motto, man war nur in der Verteidigungssituation, weil ja die Ukraine derft. Hören Sie, wir alle sind informierte, gebildete Menschen. Man kann den Millionen von Menschen, die ihre Realität aus den Medien bekommen, sehr gut, verzeihen Sie den Ausdruck, die Gehirne waschen. Aber Sie wissen, was passiert ist. Neun Jahre lang wurde bombardiert, geschossen und es wurden Panzer eingesetzt. Ein Krieg, ein echter Krieg wurde gegen den Donbass entfesselt.
Und niemand hat die toten Kinder im Donbass gezählt. Niemand in den anderen Ländern, vor allem nicht im Westen, hat um die Toten geweint. Ja, dass dort eben nicht nur Getächt und Mächte war, sondern tatsächlich eben ein Krieg, das geht ja auch aus den Unterlagen der KSZE vor, dass dort also mit Artillerie über 300 Kilometer weit geschossen wurde von beiden Seiten, sprich das war eben Krieg und nicht einfach nur ein Bürgerkrieg, wo ein paar Leute mit Stöcken aufeinander eingehauen haben.
Und dass der Westen dort ja nicht viel gemacht hat, das sehen wir ja daran, dass eben eine Beteiligung der Ukraine an diesem Krieg eben bis heute quasi nicht öffentlich kundgetan wird. Und wir sehen auch in unserer Außenpolitik, wo es heißt, wir helfen den Ukrainern bis zum letzten Ukrainer. Das ist jetzt auch nicht gerade so humanistisch nach dem Motto, es bleibt doch noch einer übrig, aber wir haben geholfen.
Ja, wie auch immer, das ist natürlich ein bisschen übertrieben, aber der Krieg, den das Kiewer Regime mit aktiver, direkter Unterstützung des Westens begonnen hat, geht nun ins zehnte Jahr und die Militäroperation zielt darauf ab, ihn zu beenden. Ja, also er nennt es ja nach wie vor Militäroperation und es soll beendet werden. Ja, damit ist ja eigentlich gemeint, dass er nicht gegen die Nation Ukraine antreten will oder es abgesehen hat, sondern auf die Regierung in Kiew.
Und sie erinnert daran, dass einseitige Schritte, egal wer sie unternimmt, unweigerlich beantwortet werden. Das ist natürlich eine implizite Warnung oder Drohung nach dem Prinzip Gesetz von Ursache und Wirkung. Wenn ihr was macht, was uns nicht gefällt, machen wir was, was euch nicht gefällt. So handelt jeder verantwortungsvolle Staat, jedes souveräne, unabhängige und sich selbst respektierende Land. Ja, das macht natürlich jedes Land, wobei natürlich jedes Land auch selber dann entscheidet, wo seine Rechte eingeschränkt werden und wo nicht.
Jedem ist klar, dass es in einem internationalen System, in dem Willkür herrscht, in dem alles von denen entschieden wird, die sich für außergewöhnlich, für frei von Sünde und für allein im Recht halten, jeden treffen kann, nur weil dem Hegemon, der sein Augenmaß und, wie ich möchte, seinen Sinn für die Realität verloren hat, ein Land nicht gefällt. Leider müssen wir feststellen, dass unsere Kollegen im Westen ihren Realitätssinn verloren haben und alle möglichen Grenzen überschritten haben. Das ist ein Fehler.
Ja, Verlust von Realitätssinn. Ich glaube, davon können wir mittlerweile auch ein Lied singen. Zum Beispiel, dass es möglich sei, mit Ressourcen das größte Land, das flächenmäßig größte Land und auch von den Ressourcen her eines der größten Länder durch Sanktionen klein zu halten oder zu zwingen, etwas zu tun oder zu lassen, dass das nicht funktioniert. Und dass die Sanktionen dann auf die sanktionierenden Länder selber zurückfallen.
Ja, Grenzen, die überschritten werden, das hatten wir im Ukraine-Krieg zum Thema Waffenlieferung, wo alles rote Linien waren, die man auf keinen Fall überschreiten wollte. Und dann hat man sie dann vier Wochen später doch überschritten. Das hält Putin alles für einen Fehler. Die Krise in der Ukraine ist kein Konflikt um Gebiete. Das möchte ich betonen. Ja, wovon ist es dann? Russland ist das größte Land der Welt. Wir haben keinerlei Interesse an der Eroberung weiterer Gebiete.
Das hört sich erstmal nachvollziehbar an. Wir müssen noch Sibirien, Ostsibirien, den fernen Osten erschließen. Ja, also nach dem Motto, da wir im Inland noch nicht mal alles geklärt haben, warum sollten wir im Ausland tätig werden? Gut, das Argument halte ich jetzt nicht für so stark, Man könnte auch sagen, in der Ukraine ist ja schon Infrastruktur, da ist ja Weizenkultivierung und Export. Sich das einzuverleiben, würde ja einem Erschließungskosten sparen.
Wir müssen noch, also hier geht es nicht um einen Konflikt um Gebiete oder auch nur um die Herstellung eines regionalen geopolitischen Gleichgewichts. Also noch nicht einmal das. Geht nicht um Russland versus Ukraine, behauptet er. Das Thema ist viel umfassender und grundlegender. Es geht um die Grundsätze, auf denen die neue Weltordnung beruhen wird. Das heißt, er behauptet, es geht um einen ideologischen Streit. Er sagt, ein dauerhafter Frieden wird nur dann entstehen, wenn sich jeder sicher fühlt, wenn er weiß, dass seine Meinung respektiert wird und wenn es ein Gleichgewicht in der Welt gibt, wenn kein Hegemon in der Lage ist, andere zu zwingen, so zu leben und sich so zu verhalten, wie er es will, egal ob es der Souveränität, den wahren Interessen, den Traditionen und Prinzipien der Völker und Staaten widerspricht.
In diesem Schema wird der Begriff der Souveränität einfach verleugnet und auf den Müllhaufen geworfen. Verzeihen Sie den Ausdruck. Es liegt auf der Hand, dass das Festhalten an Konzepten von Blöcken, der Wunsch, die Welt in eine Situation ständiger Konfrontation zwischen uns und denen zu treiben, ein bösartiges Erbe des 20. Jahrhunderts ist. Es ist ein Produkt der westlich-politischen Kultur, zumindest ihrer aggressivsten Ausprägung. Ja, dieses römische Prinzip, teile und herrsche, lasse Leute gegeneinander kämpfen, aber selber gucke oben zu und sammle dann, wenn alle sich gegenseitig ermattet und besiegt haben, die Trophäen ein. Das kennen wir, das ist seit über 2000 Jahren ein bewährtes Prinzip.
Ich wiederhole, der Westen, ein bestimmter Teil des Westens, die westlichen Eliten, braucht immer einen Feind. Ja, das ist eine harte Aussage, weil die westlichen Eliten meint ja dann die Eliten in allen westlichen Ländern. Und das heißt also, das sind ja die Leute, auf die wir vertrauen. Und die hält er jetzt für kriegskreiber und aggressiv. Er braucht einen Feind, also der Westen, spricht der in der Liebe, mit dem er die Notwendigkeit seines energischen Vorgehens
und seiner Expansion erklären kann. Aber er braucht auch einen Feind, um die Kontrolle zu machen. Jetzt flirten sie natürlich mit Indien. Wir verstehen das sehr gut, wir spüren das und wir sehen die Situation in Asien. Alles ist klar. Was ist jetzt klar? Mir ist jetzt noch nichts klar. Die indische Führung, so möchte ich sagen, ist unabhängig und sehr national orientiert. Oh, das würde es bei uns ja nicht geben. Wer sich heutzutage national orientiert, ist eindeutig rechtsradikal oder ein Nazi.
Ich denke, dass diese Versuche keinen Sinn machen, aber sie gehen trotzdem weiter. Das heißt, dass die Versuche, Indien unter Kontrolle zu bekommen, fehlschlagen werden. Sie versuchen, sich die arabische Welt zum Feind zu machen, auch selektiv. Das heißt, entweder die ganze Welt wollen sie in Arabien bekriegen oder zumindest einzelne Länder, sie versuchen, vorsichtig zu agieren. Ja, was denn nun? Wollen sie sich jetzt die arabe Welt zum Feind machen oder vorsichtig agieren?
Das scheint mir jetzt logisch widersprüchlich zu sein. Oder aber er meint, sie versuchen vorsichtig, sich die Feindschaft zu erarbeiten, also sprich die Leute in Kriege zu bringen, ohne dass man merkt, dass sie es waren. Daraus wird vielleicht ein Schuh. Aber im Großen und Ganzen läuft es doch darauf hinaus, dass sie sogar aus den Muslimen versuchen, ein Feindbild zu machen und so weiter. Ja, das kennen wir. Der Krieg gegen den Terror, wo also nur die Muslime die bösen Buben waren. Und da stellte sich doch dann bei einigen dieser Kriegen heraus, dass die Anlässe für die Kriege schlichtweg erlogen und erstunken waren.
Und insofern denke ich, dieser Gedankengang, den er hier äußert, ist nachvollziehbar. De facto wird jeder, der sich unabhängig macht, der sich unabhängig verhält und seinen eigenen Status innerhalb des Systems des Hegemons, innerhalb von Blöcken, innerhalb der NATO oder anderer militärpolitischer Blöcke, aufrechtzuerhalten. Wenn es einen Feind gibt, müssen sich alle um den Chef scharen. Ja, das sehen wir ja auch jetzt in diesem Krieg. Die USA, die gibt vor, wer wann wie was zu machen hat.
Und zwar heißt es immer, die Ukraine kann machen, was sie will, aber sie kann gar nichts machen, jeder kann wenig Geld. Insofern ist sie auf Geldflüsse angewiesen und insofern macht sie ja sehr wohl, weil sonst gibt es ja kein Geld. Es geht uns nichts an, wie andere Länder leben. Aber wir sehen, wie die herrschenden Eliten in vielen Ländern die Gesellschaften dazu zwingen, Normen und Regeln zu akzeptieren, die die Bürger selbst, zumindest eine große Anzahl von Bürgern und in einigen Ländern kann man sicher sagen, die Meinung der Bürger, die Mehrheit der Bürger nicht akzeptieren wollen.
Aber sie sind gezwungen, ständig Gründe zu erfinden, äußere Schuldige für die wachsenden inneren Probleme zu finden, nicht existierende Bedrohungen zu erfinden und aufzublähen. Ja, das ist ja eine richtige Lügenbande, wenn es denn so ist. Dabei ist Russland ein Lieblingsthema dieser Politiker. Wir sind natürlich daran gewöhnt, historisch daran gewöhnt. Aber sie versuchen aus jedem, der nicht bereit ist, diesen westlichen Eliten-Blindlings zu folgen, ein Feindbild zu formen.
Sie versuchen aus jedem einen Feind zu machen. In gewissen Situationen aus China, zu einem bestimmten Zeitpunkt haben sie versucht, auch aus Indien einen Feind zu Interessen verfolgen. Für diese westlichen Eliten sofort zu einem Hindernis, das es zu beseitigen gilt. Also hier stimmt die Übersetzung nicht. Aber ich denke, der Zusammenhang ist schon klar. Der Welt werden künstliche geopolitische Konstruktionen aufgezwungen. Es werden Blöcke geschaffen. Wir sehen das in Europa, wo seit Jahrzehnten auf die NATO-Erweiterung gedrängt wird,
aber auch im asiatisch-pazifischen Raum und in Südasien, wo man versucht, die offene und inklusive Architektur der Zusammenarbeit zu durchbrechen. Der Ansatz der Blöcke, nennen wir die Dinge beim Namen, ist eine Einschränkung der Rechte und Freiheiten von Staaten, sich selbst zu entwickeln. Ein Versuch, sie in einen bestimmten Käfig von Verpflichtungen zu sperren. Es geht bekanntlich, und das ist offensichtlich darum, den Staaten einen Teil ihrer Souveränität zu nehmen und ihnen dann, und zwar sehr oft, Entscheidungen in anderen Bereichen als der Sicherheit,
vor allem im wirtschaftlichen Bereich, aufzuzwingen, wie es derzeit zwischen den USA und Europa geschieht. Ich brauche das nicht erläutern. Wenn nötig, können wir in der Diskussion nach meinen einleitenden Bemerkungen auch ausführlicher darüber sprechen. Ja, das haben wir jetzt nun gerade in diesem Krieg gesehen, dass also doch die USA Europa dazu motiviert hat, das überteuerte LNG-Gas zu kaufen, was wir ja vorher als umweltschädlich gesehen haben.
Aber jetzt ist das das große Heil. Allerdings das Geld, was daran verdient wird, bleibt nicht bei uns, sondern geht woanders hin. Ja, dazu versuchen sie das Völkerrecht durch eine Ordnung, welche Ordnung, zu ersetzen, die auf gewissen Regeln basiert. Welche Regeln, was diese Regeln sind, von wem sie erfunden wurden, das ist absolut unklar. Das ist einfach nur Verblödung, Unsinn. Aber das ist es, was sie versuchen, in den Köpfen von Millionen Menschen zu verankern. Wir müssen nach Regeln leben. Nach welchen Regeln denn?
Und überhaupt, wenn sie erlauben, stellen unsere westlichen Kollegen, vor allem aus den USA, diese Regeln nicht nur einfach willkürlich auf, sondern weisen auch an, wer sie wie befolgen soll, wer sich wie zu verhalten hat. So wird das gemacht und normalerweise wird es in einer offenen, frechen Form gesagt. Das ist wieder die Manifestation kolonialen Denkens. Die ganze Zeit hören wir ihr müsst ihr seid verpflichtet wir warnen euch ernsthaft ja also da ist ja doch
was wahres dran also wie oft hören wir in unseren nachrichten vom regelbasierten leben vom regel basierten westen und wie oft sind unsere außenpolitiker und erklären anderen ländern was sie zu tun und zu lassen haben, wegen der Menschenrechte und wegen, mit wem sie sich verbünden dürfen und nicht. Also da würde ich sagen, diese Kritik an der westlichen Regelordnung, die ist schon nachvollziehbar.
Wer seid ihr denn überhaupt? Welches Recht habt ihr, jemanden zu warnen? Das ist einfach unglaublich. Vielleicht ist es an der Zeit, dass diejenigen, die das sagen, dass ihr eure Arroganz ablegt, dass ihr aufhört, euch so gegenüber der Weltgemeinschaft zu verhalten, die ihre Aufgaben und Interessen sehr wohl versteht und dass ihr dieses Denken aus der Zeit der Kolonialherrschaft wirklich ablegt. Man möchte es ihnen so sagen, reibt euch die Augen, diese Ära ist längst vorbei und sie wird nie wiederkehren, nie mehr.
Das haben wir in den letzten Monaten immer wieder gesehen, also gerade während des Ukraine-Krieges, dass immer mehr Drittweltländer doch aufbegehren und sich lieber mit den Russen einlassen wollen und den Chinesen als mit den Europäern. Und da muss es ja einen Grund für geben. Also die können ja nicht alle verrückt geworden sein, sondern vielleicht ist das Angebot, was von der russischen Seite kommt, für viele Länder einfach interessanter als das, was vom Westen her kommt.
Na ja, also denken Sie mal, ich habe ja mal ein Video gemacht zum Thema, dass eben es sehr fraglich ist, ob die vom Westen initiierten Sanktionen, ob die überhaupt völkerrechtskonform sind oder ob sie nicht sämtlich völkerrechtswidrig sind, wenn sie denn nicht von der UNO-Vollversammlung beschlossen sind. Ich sage noch mehr. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieses Verhalten zur Reproduktion des Immergleichen geführt, zu immer großen Kriegen, für deren Rechtfertigung verschiedene ideologische, sogar pseudomoralische Begründungen erfunden wurden.
Das ist heute besonders gefährlich. Also pseudomoralisch meint man wohl, du musst etwas Bestimmtes tun, aber in Wirklichkeit ist das nicht so wichtig, sprich nicht wahr, was man dir empfiehlt zu tun. Die Menschheit verfügt über Mittel, die, wie wir wissen, leicht den gesamten Planeten zerstören können. Gemeint ist wohl insbesondere das Atomwaffenarsenal. Und das unglaubliche Ausmaß der Manipulation des Bewusstseins führt zum Verlust des Realitätssinns.
Unglaubliches Ausmaß der Manipulation des Bewusstseins. Dann denken Sie mal an mein Video zum Thema Propaganda und wie wichtig Propaganda heutzutage in der militärischen Kriegsführung ist. Das ist quasi das A und O. Ohne Propaganda geht gar nichts. Aus diesem Teufelkreis auszusteigen ist sicher nötig. Man muss nach einem Ausweg suchen. Ich verstehe es so, liebe Freunde und Kollegen, dass das der Grund ist, warum Sie sich auf der VALDEI-Plattform versammelt haben.
In dem in diesem Jahr verabschiedeten Konzept für die russische Außenpolitik wird unser Land als ein besonderer Zivilisationsstaat bezeichnet. Ach, bei uns im Westen nennt man die russische Föderation das Reich des Bösen, ein Unrechtsstaat. Diese Formulierung, also Zivilisationsstaat, spiegelt genau und prägnant wider, wie wir nicht nur unsere eigene Entwicklung, sondern auch die Grundprinzipien der Weltordnung verstehen, die wir zu gewinnen hoffen.
Nach unserem Verständnis ist Zivilisation ein vielschichtiges Phänomen. Es wird natürlich unterschiedlich interpretiert. Es gab auch die offen koloniale Interpretation. Es gibt eine bestimmte zivilisierte Welt, die als Modell für den Rest dient und alle müssen diesen Standards und Modellen folgen und diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, die werden mit dem Schlagstock des aufgeklärten Meisters in die Zivilisation getrieben. Diese Zeiten sind, wie ich gerade sagte, vorbei und unser Verständnis von Zivilisation ist ein ganz anderes.
Ja, da bin ich mal gespannt, was Herr Putin für ein Verständnis von Zivilisation hat. Erstens gibt es viele Zivilisationen und keine von ihnen ist besser oder schlechter als eine andere. Diesen gleichberechtigten Ausdrucksformen der Bestrebungen ihrer Kulturen und Traditionen, Ihrer Völker, für jeden von uns ist das etwas anderes. Für mich zum Beispiel sind es die Bestrebungen unseres Volkes, meines Volkes, dem ich das Glück habe, anzugehören.
Namhafte Denker auf der ganzen Welt, die Anhänger des Ansatzes der Zivilisation, haben über den Begriff Zivilisation nachgedacht und tun dies auch weiterhin. Es ist ein vielschichtiges Phänomen. Ohne in philosophische Tiefen abzutauchen, hier ist vielleicht nicht der richtige Ort und die richtige Zeit für solche Überlegungen, wollen wir versuchen, es in Bezug auf die Gegenwart zu beschreiben und ich werde versuchen, es beispielhaft zu tun. Die Haupteigenschaften einer staatlichen Zivilisation sind Vielfalt und Selbstgenügsamkeit. Das sind nach meiner Meinung die beiden wichtigsten Komponenten.
Der modernen Welt ist jede Vereinheitlichung fremd. Jeder Staat und jede Gesellschaft will ihren eigenen Weg der Entwicklung finden. Es beruht auf der Kultur und den Traditionen, die durch die Geografie, die historische Erfahrung, sowohl die alte als auch die moderne und die Werte der Völker gestärkt werden. Ja, das ist doch ein bisschen anders, als wir das hier in Europa gewohnt sind. Denken Sie an die Bemühungen in Brüssel, ja immer mehr die Nationalstaaten, die nationalstaatliche Macht zu entziehen und auf Brüssel zu übertragen oder gar jetzt, wie wir es im Gesundheitswesen sehen mit dem allgemeinen Pandemievertrag, komplett auf eine supranationale Organisation und das ist schon eigenartig.
Das heißt also, hier sehen wir, dass Putin diese Bestrebungen, alles zu zentralisieren, von oben herab zu dirigieren oder zu beherrschen, dass er davon gar nichts hält, sondern dass jeder sein eigenes Ding machen soll. Es handelt sich um eine komplexe Synthese, in deren Verlauf eine unverwechselbare zivilisatorische Gemeinschaft entsteht. Ihre Heterogenität und Vielfalt ist die Garantie für Nachhaltigkeit und Entwicklung. Ja, das können wir historisch sogar nachweisen. Also wenn wir gerade in Europa sehen, dort haben wir durch die Kleinstaaterei in der Geschichte der europäischen Kultur gesehen, dass eben überall eigene lokale Eigenheiten entstanden sind.
Und gerade deswegen ist Europa so bunt geworden. Gerade deswegen konnten wir Kunst, Kultur und Philosophie in so bunter Form entwickeln, weil eben jeder das tun konnte und machen konnte, was er wollte, auch wenn man untereinander dann im Wettbewerb und im Krieg stand. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich Russland zu einem Land mit verschiedenen Kulturen, Religionen und Ethnien entwickelt. Die russische Zivilisation kann nicht auf einen gemeinsamen Länder gebracht werden, aber sie kann auch nicht geteilt werden,
denn sie existiert nur in ihrer Integrität, in ihrem geistigen und kulturellen Reichtum. Es ist keine leichte Aufgabe, die starke Einheit eines euren Staates zu bewahren. Ja, ich denke, da spielt er darauf an, dass wenn wir immer von Russland reden, das eigentlich ein falsches Wort ist. Wir müssen ja sagen, Putin ist eben der Präsident der russischen Föderation. Und da sind ja, ich glaube, wie viele verschiedene Länder oder eben Nationen drin, die teilweise sogar Mehrheiten in ihren Gebieten haben, die also ethnisch und religiös völlig verschieden sind.
Das ist schon sehr bunt. Also insofern kann man nicht sagen, das ist der Russe, also den Russen, der ist in vielen Gebieten in Russland die Minderheit. Im Laufe der letzten Jahrhunderte sind wir mit den schwierigsten Prüfungen konfrontiert worden. Wir haben sie immer gemeistert, manchmal zu einem hohen Preis, aber wir haben immer Lehren für die Zukunft gezogen und unsere nationale Einheit und die Integrität des russischen Staates gestärkt. Heute ist diese Erfahrung von wirklich unschätzbarem Wert.
Die Welt wird immer vielfältiger. Es ist unmöglich, die Komplexität der Prozesse mit einfachen Methoden des Managements zu bewältigen, indem man sie alle über einen Kamm schert, wie wir sagen und wie es einige Staaten zu tun gewohnt sind. Was ist dazu noch sehr wichtig? Ein wirklich effektives und starkes Staatssystem kann nicht von außen aufgezwungen werden. Das ist ja interessant. Und dabei sind wir doch im Westen der Meinung, dass Putin jetzt ganz Europa erobern möchte und uns alle zu Mitbürgern in seinem totalitären Einheitsstaat bringen will.
Es wächst auf natürliche Weise aus den zivilisatorischen Wurzeln der Länder und Völker und Russland ist in dieser Hinsicht ein Beispiel dafür, wie das im Leben in der Praxis abläuft. Eine zivilisatorische Stütze ist eine notwendige Voraussetzung für den Erfolg in der modernen Welt. Einer Welt, die leider ungeordnet und gefährlich ist und die Orientierung verloren hat. Immer mehr Staaten kommen zu diesem Schluss, erkennen ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen,
ihre eigene Identität und den Grad ihrer Verflechtung mit der sie umgebenden Welt. Das finde ich ganz interessant, weil er quasi hier für die Staaten das skizziert, was wir im psychologischen Mitindividuationsprozess kennen, nach dem Motto, dass der Mensch sich aus den Verflechtungen, in denen er durch Geburt und Genetik und durch soziale Verhältnisse eingemunden ist, differenziert.
Was bin ich eigentlich und was ist das, was von den anderen ist? Und irgendwann einmal macht er sein eigenes Ding. Das ist eben das Erwachsenwerden des Menschen. Und hier ist es quasi das Erwachsenwerden der Völker. So würde ich das mal interpretieren. Putin weiter.
auch als solche empfinden. Also ich finde, das hört sich doch eigentlich so weit positiv an. Zivilgesellschaften überall und die, die gleich sind, die tun sich zusammen, ohne dass man sich gegenseitig gegen das Schienbein tritt. Gleichzeitig ist die Zivilisation kein universelles Konstrukt, eines für alle. So etwas gibt es nicht. Jede von ihnen unterscheidet sich sich von anderen, jede ist kulturell autark und bezieht ihre ideologischen und werterbezogenen
Prinzipien aus ihrer eigenen Geschichte und Tradition. Der Respekt vor uns selbst ergibt sich natürlich aus dem Respekt vor den anderen, aber auch aus dem Respekt der anderen. Deshalb drängt die Zivilisation niemanden etwas auf, lässt aber auch nicht zu, dass ihr etwas aufgezwungen Wenn sich alle an diese Regel halten, wird das eine harmonische Koexistenz und ein kreatives Zusammenspiel aller Teilnehmer an den internationalen Beziehungen gewährleisten.
Ja, das ist ja im Grunde genommen die goldene Regel, das quasi das Prinzip des kategorischen Imperativ von Immanuel Kant nach dem Motto vereinfacht gesagt, was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu. Und wenn du nicht möchtest, dass andere dich manipulieren, dann manipuliere andere auch nicht, mische dich nicht in deren Angelegenheiten ein. Natürlich ist die Verteidigung der eigenen zivilisatorischen Entscheidung eine große Verantwortung.
Es geht darum, auf Übergriffe von außen zu reagieren, enge und konstruktive Beziehungen zu anderen zivilisierten Gemeinschaften aufzubauen und vor allem die innere Stabilität und Harmonie zu wahren. Schließlich sehen wir alle, dass das internationale Umfeld heute, wie ich bereits gesagt habe, leider sowohl instabil als auch ziemlich aggressiv ist. Ja, hier würde ihm natürlich von westlicher Sicht entgegengehalten, dass es schöne Worte sind. Er aber gerade dadurch, dass er in die Ukraine einmarschiert ist, eben die Integrität des ukrainischen Staates verletzt hat und selber zur Aggression beigetragen hat.
Und noch eine sehr wichtige Sache. Natürlich darf man seine eigene Zivilisation nicht verraten. Das ist auch ein Weg zum universellen Chaos. Das ist, würde ich sagen, unnatürlich und ekelhaft. Wir für unseren Teil haben immer versucht, Lösungen anzubieten, die die Interessen aller berücksichtigen. Aber unsere Gesprächspartner im Westen, keinen vergessen zu haben, dass es solche Begriffe wie vernünftige Selbstbeschränkung, Kompromiss, Bereitschaft zu Zugeständnissen im Interesse eines für alle akzeptablen Ergebnisses gibt.
Ja, diese Kritik, glaube ich, die ist zutreffend. Denn wenn wir unsere Politiker gerade jetzt hier im Ukraine-Konflikt auch sehen, das ist ja alles völlig, es gibt immer nur einen Weg. Krieg bis zum Ende und Verhandlungen auf jeden Fall nicht. Und Putin will nicht verhandeln, aber hier erzählt er doch in seinem Rede, wie wichtig Kompromissbereitschaft, Bereitschaft zu Zugeständnissen ist. Also insofern, wie kann man jemanden, der so argumentiert, vorwerfen, er sei nicht verhandlungsbereit. Das erschließt sich mir jetzt so nicht.
Nein, Sie sind buchstäblich nur von einem besessen. Ihre Interessen hier und jetzt, um jeden Preis voranzubringen. Und wenn das Ihre Entscheidung ist, werden wir sehen, was passiert. Das heißt, das ist eine implizite Drohung, die sich zurückbezieht auf das, was er vorher sagte, auf jede Aktion folgt eine Reaktion. Das Paradoxe ist, dass sich die Situation schon morgen ändern kann. Das ist das Problem. Zum Beispiel kann es nach den nächsten Wahlen innenpolitische Verschiebungen geben.
Ein Land beharrt auf etwas und setzt seine Maßnahmen mit allen Mitteln durch und dann gibt es morgen innenpolitische Veränderungen und mit dem gleichen Druck und der gleichen Gnadenlosigkeit wird etwas ganz anderes, manchmal das genaue Gegenteil, durchgesetzt. Das anschaulichste Beispiel ist das iranische Atomprogramm. Eine US-Regierung hat eine Entscheidung durchgesetzt, dann kam eine andere Regierung und alles wurde wieder rückgängig gemacht. Wie kann man unter solchen Bedingungen arbeiten? Wo sind die Leitlinien? Worauf soll man sich verlassen? Wo sind die Garantien? Sind das etwa die Regeln, von denen Sie reden? Das ist einfach nur Blödsinn.
Warum geschieht das alles und warum stört es niemanden? Weil an die Stelle des strategischen Denkens das Verfolgen kurzfristiger Eigeninteressen getreten ist. Und zwar nicht einmal von Ländern und Völkern, sondern von wechselnden Einflussgruppen. Und daher das unverantwortliche Verhalten der politischen Eliten, die oft Angst und Scham vergessen haben und sich für absolut sündend frei halten. Ja, das kann ich jetzt für Deutschland gut nachvollziehen. Also wenn Sie daran denken, dass die Grünen unter anderem in einem Bundesland vor der Bundestagswahl 21 geworben haben mit nie wieder Waffen oder Frieden schaffen ohne Waffen und jetzt sind sie die größten Kriegstreiber seit dem Zweiten Weltkrieg.
Also das jetzt in meinem Empfinden jedenfalls. Dann würde ich sagen, wie kann man sowas machen, ohne in Scham im Boden zu versinken? Nach dem Motto, wir haben unsere grundlegendsten Ziele verraten. Der zivilisatorische Ansatz widersetzt sich solchen Tendenzen, weil er von den grundlegenden langfristigen Interessen der Staaten und Völker ausgeht. Ja, solche Interessen können wir in Deutschland ja nicht haben. Wenn unser Außenminister erklärt, er könne mit dem Begriff Deutschland nichts anfangen,
dann kann er auch die langfristigen Interessen seines Volkes vertreten. Interessen, die nicht von der unmittelbaren ideologischen Konjunktur diktiert werden, sondern auf der gesamten historischen Erfahrung, dem Erbe der Vergangenheit, auf dem die Idee einer harmonischen Zukunft beruht. Ja, da muss man natürlich auch ein Interesse an seiner Vergangenheit haben und sich fragen, was bedeutet es, Deutscher zu sein? Was bedeutet es, Italiener zu sein? Was bedeutet es, Europäer zu sein? Was bedeutet es, Weltbürger zu sein?
So, diese Fragen stellen wir uns hier nicht, sondern wir sagen klipp und klar, ohne CO2 wird die Welt besser, Punkt. Und wer dagegen ist, der ist irgendwie ein Klimaschwein und wer gegen dieses hier ist, der ist auch auf jeden Fall mit Sicherheit rechtsradikal. Also da fehlt so ein bisschen der Bezug zur eigenen Geschichte, sondern wir haben irgendwie so eine Ideologie und nur wer der Ideologie folgt, ist gut und wer der Ideologie nicht folgt, der ist also ibebe, mit dem wollen wir gar nichts zu tun haben.
Wenn sich alle davon leiten lassen, wird es meiner Meinung nach viel weniger Konflikte in der Welt geben und die Methoden zu ihrer Lösung werden viel rationaler werden, weil jede Zivilisation, wie ich bereits sagte, die anderen respektiert und nicht versucht, jemanden nach ihren eigenen Vorstellungen zu verändern. Ja, wenn Sie mal im persönlichen Umfeld gucken, haben Sie schon mal versucht, Menschen zu ändern, also richtig zu ändern, so nach dem Motto des Christlichen, jemanden zu ihrem eigenen Ebenbild zu machen.
Da werden Sie feststellen, das funktioniert nicht wirklich. Man kann die Leute zwar äußerlich dressieren mit Belohnung und mit Bedrohung, aber innerlich bleiben die doch mehr oder minder unveränderlich. Also da tut sich nicht so wirklich viel. Und wenn das schon beim Einzelnen ist und Völker aus vielen Einzelnen bestehen, ist die logische Konsequenz, dass man auch Völker von außen nicht verändern kann, sondern sie müssen sich von innen heraus verändern. Ich habe mit Interesse, meine lieben Freunde, den Bericht gelesen, den der Valdai Club für dieses Jahr vorbereitet hat. Darin heißt es, dass heute jeder versucht, das Bild der Zukunft zu verstehen und sich vorzustellen. Das ist völlig natürlich unverständlich, vor allem für ein intellektuelles Umfeld, also für Leute, die jetzt bei Valdai teilnehmen.
In einer Zeit des radikalen Wandels, in der alle gewohnten Formen des Lebens zusammenbrechen, ist es sehr wichtig zu erkennen, wohin wir gehen und was wir erreichen wollen. Und natürlich wird die Zukunft schon heute gestaltet, nicht nur vor unseren Augen, sondern mit unseren Händen. Natürlich ist es bei so gigantischen, unglaublich komplexen Prozessen schwierig oder praktisch unmöglich, das Ergebnis vorherzusagen. Ganz gleich, was wir alle tun, das Leben wird sicherlich seine eigenen Korrekturen vornehmen.
Da muss ich aber laut lachen. Also jetzt nicht über Putin, sondern wenn ich mal überlege, was das bei uns bedeutet. Bei uns wird ja die Zukunft vorweg geplant. Denken Sie mal daran zum Beispiel, was es mit diesen Klimageschichten hat, dass wir heute schon vorausberechnen, wie in 100 Jahren der Meeresspiegel steht. Wir können nicht das Wetter für vier Wochen voraussagen, aber wir können voraussagen, dass in 100 Jahren, wenn wir uns nicht so und so verhalten, der Meeresspiegel um so und so viel gestiegen ist. Das heißt, wir berechnen die Zukunft voraus. Denken Sie mal an die ganzen Horror-Voraussagen in der Pandemiezeit, wie stark sich eben die Virenbelastung und Infektion verbreiten werden. Und das war alles ganz schlimm. Faktum ist, nichts dergleichen ist eingetreten.
So, das heißt, wir sind im Vorausberechnen sehr gut, allerdings ist dieses Berechnen doch mehr theoretischer Art und weniger an der realen Praxis orientiert. Natürlich ist es bei so gigantischen, unglaublich komplexen Prozessen schwierig oder praktisch unmöglich, das Ergebnis vorherzusagen. Ganz gleich, was wir alle tun, das Leben wird sicherlich seine eigenen Korrekturen vornehmen. Ja, genau. Also das Leben ist viel größer als jeder Plan, der von Menschen oder von allen KIs zusammen erdacht wird, weil die KIs wurden innerhalb der Natur, innerhalb des gesamten Lebens erschaffen.
Also das Leben jetzt als, ich sag mal, umfassender Begriff ist immer unendlich viel größer. Und insofern auch mein Tipp an die Leute, die Zukunft vorher berechnen wollen, lassen Sie es einfach bleiben. Die Pläne werden umso weniger aufgehen, je langfristiger sie geplant sind. Aber zumindest sollten wir uns darüber im Klaren sein, was wir anstreben, was wir erreichen wollen und Russland hat dieses Verständnis. Wir haben auch ein Verständnis, was wir erreichen wollen, nämlich, dass alles nach einem Muster läuft.
So, aber jetzt hat er seine Punkte, die besonders wichtig sind. Erstens, wir wollen in einer offenen, vernetzten Welt leben, in der niemand jemals versuchen wird, künstliche Barrieren für die Kommunikation, die kreative Verwirklichung und den Wohlstand der Menschen zu errichten. Es muss ein barrierefreies Umfeld geben, das muss man anstreben. Finde ich interessant, wo bei uns immer erklärt wird, dass Russland ein totalitäres System ist.
Zweitens, wir wollen, dass die Vielfalt der Welt nicht nur bewahrt wird, sondern die Grundlage für eine universelle Entwicklung ist. Es muss verboten sein, irgendeinem Land oder Volk vorzuschreiben, wie es zu leben und zu fühlen hat. Wenn nur eine echte kulturelle und zivilisatorische Vielfalt sichert das Wohl der Menschen und einen Interessenausgleich. So, also leben und leben lassen. Drittens, wir sind für eine maximale Repräsentativität.
Niemand hat das Recht. Niemand darf die Welt für andere oder im Namen anderer regieren. Die Welt der Zukunft ist eine Welt der kollektiven Entscheidungen, die auf den Ebenen getroffen werden, auf denen sie am effektivsten sind. Und von den Teilnehmern, die wirklich in der Lage sind, einen wesentlichen Beitrag zur Lösung eines bestimmten Problems zu leisten. Nicht einer entscheidet für alle und auch nicht alle entscheiden über alles, sondern diejenigen, die von einem Problem direkt betroffen sind, einigen sich darauf, was zu tun ist und wie es getan werden soll.
Hört sich auch nicht so besonders totalitär an, sondern eher laissez-faire. Jeder löst seine eigenen Probleme. 4. Wir sind für universelle Sicherheit und dauerhaften Frieden, der auf der Achtung der Interessen aller beruht, von den großen Staaten bis zu den kleinen Ländern. Es geht vor allem darum, die internationalen Beziehungen vom Blockdenken zu befreien und vom Erbe der Kolonialzeit und des Kalten Krieges. Seit Jahrzehnten sprechen wir von der Unteilbarkeit der Sicherheit, davon, dass es unmöglich ist, die Sicherheit der einen auf Kosten der Sicherheit der anderen zu gewährleisten.
In der Tat ist Harmonie in diesem Bereich erreichbar. Wir müssen nur hybris und Arroganz ablegen und aufführen, andere als Partner zweiter Klasse oder als Ausgestoßene oder Wilde zu betrachten. Das finde ich auch ganz interessant. Denn wenn Sie mal überlegen, wie stark bei uns alles, was mit Putin zu tun hat, negativ konnotiert ist, sprich dämonisiert wird, dass er jetzt nicht auf dieser Tagung gegen den Westen hetzt und sagt, der Westen muss nieder und der Westen ist böse.
Davon hören wir kein Wort, sondern er redet von Harmonie und er redet davon, dass andere, in dem Fall meint er natürlich den Westen, ihre Hybris, ihre überzogene Selbstbewusstsein und Arroganz ablegen und andere als Partner zweiter Klasse betrachten oder als wilde. Er redet davon, man soll sich auf Augenhöhe begegnen und gegenseitig Respekt üben. Das sagt er, obwohl er der am meisten gehasste Mensch derzeit auf dem Planeten ist, zumindest was die westlichen Länder betrifft.
Fünftens, wir sind für Gerechtigkeit für alle. Die Ära der Ausbeutung von wem auch immer, ich habe das schon zweimal gesagt, ist vorbei. Die Länder und Völker sind sich ihrer Interessen und Fähigkeiten klar bewusst und bereit, auf sich selbst zu vertrauen. Und das vervielfältigt ihre Kräfte. Jeder sollte Zugang zu den Vorteilen der modernen Entwicklung haben und Versuche, das für ein Land oder ein Volk einzuschränken, sollten als ein Akt der Aggression angesehen werden. Genau so.
So, ja, also da denke ich jetzt so als Beispiel an das Land Niger, das ja einer der größten Uranproduzenten der Welt ist und gleichzeitig eines der ärmsten Länder. Und da muss man sich doch fragen, wie ist so etwas möglich? Wie kann jemand so reich an wichtigen Bodenschätzen sein und dann so bettelarm sein? Da muss doch irgendetwas schief gelaufen sein. Nein. Und wenn es also nicht völlig inkompetente Staatsführer waren, wer war es dann, der das zu verantworten hat?
Sechstens. Wir sind für Gleichheit, für die unterschiedlichen Potenziale der verschiedenen Länder. Das ist ein absolut objektiver Faktor. Aber nicht weniger objektiv ist die Tatsache, dass niemand bereit ist, sich zu unterwerfen, seine Interessen und Bedürfnisse von wem auch immer abhängig zu machen und vor allem von den Reicheren und Stärkeren. Das ist nicht nur der natürliche Zustand der internationalen Gemeinschaft, das ist die Quintessenz der gesamten historischen Erfahrung der Menschheit.
Das sind die Grundsätze, an die wir uns halten wollen und zu denen wir alle unsere Freunde und Kollegen auffordern, sich ihnen anzuschließen. Ist das jetzt, also jetzt bis hierhin, sein Vortrag und seine sechs Grundsätze? Halten Sie das wirklich für totalitär? Ich nicht. Also für mich hört sich das als tolerant, liberal und ich möchte sagen weise an, ruhig, harmonisch, entspannt.
Und kein Geschrei, wie wir das bei uns von unseren Politikerinnen, keine Aggression, so nichts dergleichen. Weiter im Text. Liebe Kollegen und Kollegen, Russland war, ist und wird eines der Fundamente des Weltsystems sein, bereit zur konstruktiven Zusammenarbeit mit all jenen, die Frieden und Wohlstand anstreben, bereit, sich entschlossen jenen entgegenzustellen, die sich zu den Prinzipien von Diktat und Gewalt bekämpfen.
Wir sind zuversichtlich, dass Pragmatismus und gesunder Menschenverstand triumphieren werden Und eine multipolare Welt, die Oberhand gewinnen wird. Ja, also hier kommen wir zum Kern. Widerstand gegen Diktat und Gewalt, also gegen die Prinzipien des Wertewestens und keine unipolare Welt, sondern eben eine multipolare Welt. Abschließend möchte ich den Organisatoren des Forums wie immer meinen Dank für die gründliche und qualitativ hochwertige Vorbereitung aussprechen.
Und ich möchte allen Teilnehmern des Jubiläumstreffens für ihre Aufmerksamkeit danken. Ja, wir sehen also, dass Herr Putin doch, ich sag mal, sich sehr, sehr moderat hier äußert. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann, wenn ich jetzt diese Rede so hören würde zum ersten Mal und wüsste nicht, wer der Mann ist. und jemand würde mir sagen, dieser Mensch, der diese Rede macht,
das ist der schlimmste Teufel, den es gibt. Das ist der, der die ganze Welt in die Luft springen will, der uns mit Atomwaffen bedroht, der Massenmord und sonst nicht was betreibt, der unschuldige Kinder in den Schulen bombardiert und, und, und. Dann würde ich sagen, reden wir von derselben Person? Meinen Sie den, der diese Rede gehalten hat? Dann würde vielleicht jemand sagen, ja, das tut er doch nur, weil er ein großer Lügner und Betrüger ist. Ja, kann sein. Aber wenn Sie sich mal die Wortwahl angucken, wie er redet, da gibt es gar keine Aggression drin.
Da gibt es gar keinen Hass drin, da gibt es noch nicht mal Ablehnung drin, sondern da gibt es allenfalls Bedauern über Menschen, die so dumm sind, dass sie nicht verstehen, wie Zivilisation geht. Also da ist eher noch Mitleid, höre ich daraus, als irgendeine Form von Aggression. Aber das ist meine Meinung. Und ja, ich habe diesen Beitrag jetzt mal besprochen, weil ich eben der Meinung bin, dass wir viel zu wenig von Putin original hören und uns einfach mal anstatt die Schnipsel, die wir aus der Zeitung und dem Fernsehen hören und die dann schon gleich eine Bewertung haben, dass wir die mal weglassen und wirklich mal frei und unabhängig.
frei im Geiste, unabhängig von unseren eigenen Vorurteilen, von unserer eigenen Bewertung, mal hören, was sagt denn jemand? Und dann können wir immer noch gucken, ob das, was er sagt, übereinstimmt mit dem, was er tut und ob das glaubwürdig ist oder nicht. Ja, aber damit möchte ich meine Kommentierung hier beenden. Vielleicht werde ich noch andere Teile von dem Valdai-Diskussionsclub auch noch kommentieren. Das werde ich mir noch überlegen. Bis dahin Ihnen sage ich Die Welt Klar Sehen.
Bis zum nächsten Mal und Tschüss. Klar sehen, clever denken, frei handeln.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Putin's Vision 2023🎙️Neugestaltung der internationalen Beziehungen | Valdai Diskussionsclub“, Die Welt Klar Sehen, 11.10.2023.
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Kommentierte Verlesung der Grundsatzrede von Wladimir Putin beim 20. Treffen des Valdai-Diskussionsclubs in Sotschi (2023). Im Zentrum stehen Putins Idee einer multipolaren Welt, seine Kritik an der westlichen Hegemonie und der Versuch, die Rede neutral und ohne Vorurteile auf sich wirken zu lassen.
