Wenn Freunde zu Feinden werden: Die harte Realität21.02.2024
Abschrift
Abschrift des Videos vom 21.02.202423 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Die Wertunion am Wochenende gegründet und kaum, dass sie da ist, hat sich schon ihren ersten handfesten Skandal. Zwei prominente Mitglieder sind mit Ach und Krach ausgetreten und treten jetzt richtig hinterher auf den Herrn Maaßen. Ich bin da ganz anderer Meinung als viele andere Kommentatoren und glaube nicht, dass Herr Maaßen alleine daran schuld ist oder sein Vorstand, sondern ich glaube, da steckt noch was anderes hinter. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Ja, begonnen hat das Desaster der Dr. Markus Krall.
Und zwar auf seinem Twitter-Account hatte er dann gestern Abend kundgetan, hiermit gebe ich bekannt, dass ich heute aus der Werteunion ausgetreten bin. Und dann hat er später, noch nach längerer Zeit, eine längere Begründung angegeben. Und da fasse ich mal die wichtigsten Punkte zusammen. Er hatte schon mal nicht vor, große Erklärungen abzugeben. dem aufmerksamen Beobachter erschließen sich die Gründe ja eigentlich ohnehin schon. Ne, die erschließen sich nicht, sondern die soll er doch jetzt für seinen Austritt erklären, da er doch nicht für andere reden kann und andere nicht für ihn.
So, aber da andere Stellung genommen haben, mache ich es auch, damit keine Missverständnisse aufkommen. Was also hat mich bewegt? Grund 1, Vorstand möchte eine Waschmich-Aber-Mach-mich-nicht-Nass-Partei. Man möchte bestimmte Leute einsammeln. So, aber man möchte dabei programmatisch möglichst unverbindlich bleiben, weil man sich in einem Anfall von Größenwahn schon als neue Volkspartei sieht und so weiter. Das kann man machen, es ist aber nicht mein Ding und es ist auch keine Politikwende. Ja, das mag ja sein, Herr Dr. Krall, aber das wussten Sie doch vorher.
Also es ist doch nicht so, dass jetzt erst mit dem Aufkommen der Gründung das jetzt alles ganz frische Informationen wären. Sie sind doch darüber informiert gewesen, was die Werteunion für Ziele hat, mit wem sie es machen will und wie sie es machen will. Wieso treten sie jetzt aus, nachdem gegründet ist, nachdem ein maximaler Schaden für das Ansehen der Werteunion durch ihre Äußerung entstehen kann, anstatt das vorher gemacht zu haben, anstatt vorher gar nicht erst einzutreten.
Also das erschließt sich mir ja nun gar nicht. So, Grund 2, verschwitzte Socken alter CDU- und FDP-Granten eignen sich nicht als Teebeutel. Ja, das nenne ich mal ein wirklich wissenschaftliches Argument. Das ist reine Polemik. So, und es sollte eigentlich eine Politikwende werden und dafür eine Partei gegründet werden. Selbstverständlich bestand dabei nicht die Erwartung eines Reverse-Takeover durch abgehalfterte Unionskranten, die sich bisher im Schützengraben nur weggeduckt haben. So, die Parteigründung erfolgte durch einen Personenkreis, der handverlesen war, aber nicht aus dem Kreis der Mitglieder, sondern aus einer Mischung von genehmen Mitgliedern, Funktionären aus der Altpartei, die ihre Methoden, Beteckte, Intrige und Seilschaften anscheinend gleich mitgebracht haben.
Aber ja, ist das nicht normal, dass man sein Führungsteam mitbringt? Also was kritisieren Sie daran? Ich meine, da hätten Sie doch auch sagen können, ich warte erst mal ab, was mit der Partei wird, bevor ich mich da öffentlich zu äußere. Aber monatelang sind Sie dafür eingetreten und, und, und, und. Ja, da muss ich doch mal ernsthaft an Ihrem Urteilsvermögen zweifeln, Herr Dr. Krall. Wie können Sie sich für etwas stark machen und sagen, ich mache da mit, wenn Sie noch gar nicht wissen, worum es geht nach Ihrer eigenen Aussage. Also irgendwas stimmt da nicht. Entweder wussten Sie, worum es geht und haben jetzt einen Rückzieher gemacht oder aber Sie wussten nicht, worum es geht und dann stellt sich die Frage, wieso setzen Sie sich dafür ein als Propagandist. Ist doch auch nicht das Wesen einer, ich sage mal, soliden, seriösen Vorgehensweise.
Ja, jetzt kommen wir langsam an den Punkt mal näher. Grund 3. Ich lasse mich nicht gerne vorführen. Bereits das Interview des Vorsitzenden Ende 23, in dem er sich von mir distanzierte, war kommunikativ nicht einfach zu reparieren, mit Mühe. Und weil mir die Sache zu wichtig war, habe ich die Kröte geschluckt und gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Dann kam die Parteigründung. Meine Abwesenheit haben wir mit meinem Gesundheitszustand erklärt. Und so weiter. Die zweite Hälfte der Wahrheit ist, ich war nicht eingeladen. Und so weiter. Zur Stilfrage äußere ich mich lieber nicht. Ja, hier sehen wir doch klipp und klar, ja, was seine Motivation ist, ja, von dem Herrn Dr. Krall.
Es ist verletztes Ego, Eitelkeit. Er hat sich überworfen, ja, und das zwar schon im Dezember, sondern statt dann die Konsequenzen zu ziehen, schlug er die Kröte. Ja, und wenn Sie damit nicht zufrieden sind, hätten Sie doch da jetzt sofort einen Cut machen müssen. So, was machen Sie aber? Sie warten darauf, derjenige, der Ihnen diese Kröte verpasst hat, dem dann ja eine richtige Revanche zu verpassen. Also ich persönlich halte das für ein hinterhältiges, hinterfotziges Gebaren, das sich für einen aufrechten, ordentlichen Menschen nicht gehört.
Wenn Sie mit jemandem nicht zufrieden sind und Sie wissen, der wird dann vielleicht mal Vorstand einer Partei, dann haben Sie doch da bitte einfach nichts mehr zu suchen. Aber zu warten, bis der gerade dabei ist, seinen Keim zu pflanzen und Ihnen dann eins auf den Kopf zu geben, das ist schlichtweg für mich eine Arschloch-Mentalität. Das muss ich mal klipp und klar so sagen. So, aber schauen wir mal weiter. So, Grund 4. Ich habe keine Lust, gemachte Zusagen immer wieder mit Konflikten noch durchsetzen zu müssen. Bestes Beispiel, die Frage des Rechtes der Mitglieder
auf Beitritt in die Werteunionspartei, wenn Sie das wollen. Diese Zusage wurde kritisch nachgefragt und dann verbindlich gemacht. Dann schreibt man in der Gründungserzeugung das Gegenteil und eine 15-monatige Wartefrist, ohne klarzustellen, dass das für die bisherigen Mitglieder des Vereins nicht gilt. Auf meinen Protest wurde mir dies gegenüber zwar per E-Mail klargestellt, gegenüber der Masse Mitglieder, aber bis heute nicht. Ja, und? Also ich bitte Sie, es ist eine Partei, die ist neu in Gründung, da ist noch unheimlich viel in Bewegung.
Und wenn da irgendetwas nicht stimmt, ist doch eigentlich der Weg, dass man die Dinge ordentlich anspricht. Und wenn das dann mal gerade nicht richtig läuft, dann wartet man ein bisschen, hakt nochmal ein bisschen nach und sagt, okay, ich möchte das jetzt aber geklärt wissen, ansonsten werde ich mit den Mitgliedern selber mal ein Wort reden. Aber an die Öffentlichkeit zu gehen, solche interne per Twitter bzw. x-Kund zu tun, das ist wirklich überhaupt nicht Gentleman-like. Das ist unter aller Sau. Da kommen wir auch schon zu Punkt 5. Lippenbekenntnisse ersetzen keine freiheitliche Programmatik. Wir wählen die Freiheit, klingt schon mal gut, aber das Wirtschaftsprogramm, das eigentlich von mir geschrieben werden sollte, ist eine Sammlung von Copy-Paste-Texten aus den Programmen der antimarktwirtschaftlichen Altpartei nur notdürftig korrigiert.
Ja, auch hier sehen wir verletzte Eitelkeit. Dr. Markus Krall wollte das Wirtschaftsprogramm schreiben. Ja, und das ist der Streit, sein Ego. Er wollte in die Partei eintreten, damit er sein Wirtschaftsprogramm durchsetzen kann. So, und da haben Maaßen und sein Team gesagt, nö, wollen wir nicht, wir wollen mehr CDU machen und nicht irgendwie Libertär oder sonst nicht was. Ja, und darüber ist er beleidigt. Also verletztes Ego, ganz klar. So, gucken wir mal weiter. Die Werteunion will die Libertären als Kernklientel an Bord haben, aber ihre Führung ist nicht bereit, ein wirklich marktwirtschaftliches Programm im Sinne Ludwig Erz ihrer Zustimmung zu geben. Ganz im Gegenteil, zur Basis der Werteunion, die mehrheitlich Libertär denkt.
Ja, und Nummer 6. Sex mit der Ex. Das Interview zum Premiumpartner hätte man eigentlich als kommunikative Fehlleistung abtun sollen und so weiter. Letztlich ist das Ziel gewesen, sich nicht als Anhängsel der AfD zu präsentieren und klarzumachen, dass die WU mit dem rechten Flügel der AfD nichts gemein hat und eine Koalition mit der WU nicht zum Nulltarif zu fahren ist und so weiter. Leute, alles gekauft, aber wenn das gemeint war, warum sagt man es nicht einfach so? Stattdessen ist das Ergebnis eine neue Brandmauer in den Köpfen, ein Infragestellen der echten Politikwende und so weiter. Und das soll ich, der nicht einmal ein Amt in der WU angestrebt hat, dann den Leuten erklären, die bei mir Sturm laufen.
Houston, wir haben ein Problem, das ich nicht lösen kann. Ach, das ist das zweite Problem. Nicht nur, dass er sein Wirtschaftsprogramm nicht durchkriegt, sondern seine Kunden beschweren sich bei ihm. Und dann soll er sich erklären und das ist ihm unbequem. Und natürlich, wenn jetzt zum Beispiel so ein Punkt ist, wie in diesen Interviews, die Maaßen gemacht haben und der Ex-Admiral und der andere, der Mitch oder wie er heißt,
das ist schon sehr dürftig gewesen. Das ist missverständlich, aber dann gehört es sich doch unter soliden Wissenschaftlern, Geschäftsleuten. Deshalb haben wir dem anderen mal geredet und gesagt, hör mal zu, du hast da gestern und deine Leute, die haben da einen Quatsch geredet. Das hört sich für mich ganz anders an, als das, was wir eigentlich früher gedacht haben, was sein sollte. Kannst du bitte mal klären, soll das jetzt so weitergehen? Wollt ihr ein ganz anderes Politik machen, als sie im Gründungsprogramm entstehen hat oder hast du was anderes gemeint? Nein, das wäre der korrekte Weg gewesen.
Aber nicht wie so ein Kleinkind ja alles hinzuschmeißen, an die Öffentlichkeit zu gehen und die schmutzige Wäsche mit großen Eimern zu waschen. Das ist wirklich ein bisschen sehr, sehr dünn. Ja, kommen wir zu Punkt 7, menschlicher Anstand. Also die neuen Granden von CDU und FDP merken das gar nicht mehr, weil sie in einem Ökosystem der Intrige, Seilschaften, Machtstreben und der Arroganz operieren mussten. Und es überleben nicht die Besten, die Stärksten und die am Besten Angepassten. So wird das auch agiert und ich bin zu alt und zu stur für solche Spielchen. Fazit, meine Entscheidung kann man, ist für meine Entscheidung vielleicht nicht zu rechtfertigen, aber man kann mir vorwerfen, dass ich irgendwann eine Frist gesetzt habe, um die schlimmsten Auswüchse zu korrigieren, ein Ultimatum und dass man so etwas nicht tut.
Gut, alles geschenkt, ich denke, dass jeder nun meine Gründe kennt und so weiter. Wie geht es weiter? Ich konzentriere mich auf meine Arbeit. Ja, dann kommen wir trotzdem zu dem Fazit, Dr. Kraller. Es ist ja in Ordnung, wenn Sie eine Frist setzen. Aber warum so ein Tamtam? Warum so ein Tamtam, ausgerechnet nach der Gründung? Hätten Sie doch Ihre Frist ablaufen lassen können und sagen, nach dem, was die jetzt da gesagt haben, da bin ich überhaupt gar nicht mit einverstanden, trete ich jetzt aus. Das heißt, was Sie gemacht haben, ist ja schlichtweg ein ganz finsteres, hinterhältiges Nachtreten und zwar mit Vorsatz.
So würde ich das mal psychologisch formulieren. Sie haben wirklich so lange gewartet, bis der günstigste Zeitpunkt war, Aufmerksamkeit zu erregen und dem anderen den maximalen Schaden zu fügen. Ich sage nur, pfui. Ist für mich ein Beispiel einer ganz niedrigen, primitiven Gesinnung. Aber mehr will ich mich dazu auch nicht weiter äußern. Kommen wir einfach mal zum nächsten Kandidaten. Auch Professor Max Otte ist gleich auf denselben Zug aufgesprungen, quasi zeitnah. Sprich, ob er sich mit dem Krall abgesprochen hat oder aber es nur eine zufällige Übereinstimmung ist.
Auf jeden Fall schon kurz danach hat er dann auch gepostet, nämlich bei X und hat dann geschrieben, hiermit gebe ich bekannt, dass ich heute aus der Werteunion ausgetreten bin. Er begründet jetzt wie folgt, die Aussagen aus den Reihen der Werteunion lassen zweifeln, dass die Partei geeignet ist, die Politikwende in Deutschland mitzugestalten. Sie deuten stattdessen auf erhebliche politische Einschätzung und Selbstüberschätzung hin, mit dem heutigen Tag trete ich aus der Werteunion aus.
Ja, hier gilt für mich sinngemäß dasselbe wie bei Dr. Markus Kalle. Warum machen Sie es öffentlich? Warum sprechen Sie vor allen Dingen nicht vorher erstmal mit den Verantwortlichen und sagen, das, was ihr da im Video gesagt habt, ist doch zumindest in Teilen was anderes, als was im Gründungsprogramm drin steht. Das heißt, hier muss man doch als logisch denkender Mensch mal sagen, entweder ist das Gründungsprogramm absichtlich falsch gegründet oder man hat absichtlich was Falsches gesagt oder unabsichtlich. Das heißt, es müsste doch mal geklärt werden. So, und was machen Sie? Sie treten einfach aus und hängen es an die große Glocke, springen auf den Zug von Dr. Krall auf. Also, da muss ich ganz ehrlich sagen, das ist auch nicht die feine Art, oder?
Ja, tatsächlich ist der Professor Otte im Nachtreten auch nicht viel schlechter qualifiziert als der Dr. Kralle, denn er hat sich ja noch ein paar Mal jetzt im Nachgang weiter dazu geäußert. Ja, und da schauen wir mal rein. So, also eine allgemeine Maxime aus meinen 40 plus Jahren Berufserfahrung. Nur erstklassige Persönlichkeiten holen erstklassige Persönlichkeiten in ihr Unternehmen oder ihrer Organisation, denn sie haben keine Angst. Zweitklassige holen Dritt- und Viertklassige, weil sie sich absichern wollen. Ja, und das wussten sie vorher nicht. Also sie werfen jetzt dem Maaßen vor, dass er zweit- und drittklassig ist oder er zweitklassig ist und sich dann drittklassiger geholt hat. So, das wussten sie doch vorher. Wieso haben sie sich für die Partei stark gemacht? Wieso haben sie sich dafür interessiert? Also das ist doch schließlich, wir sagen, was sagt man bei uns hier, ein fieses Möpp-Verhalten. So, das ist ein Arschloch-Verhalten. Das wussten sie vorher, da mussten sie nicht so lange warten, bis der Vorstand gegründet ist. Das ist doch schlichtweg Quatsch.
Ja, und dann gab es noch eine letzte Aussage, die hier bei X erst ein paar Stunden alt ist. Philosophia Perennis, kurzum, alles was wir bisher gesehen haben, dürfte die Werteunion in die Geschichte eingehen lassen, als der bislang schnellste Parteientod in der Bundesrepublik, schade ummaßen, der in einer anderen Partei so viel Gutes hätte bewirken können. Ja, in welcher Partei? Vielleicht die, die Sie dann gründen würden, Professor Otte oder eben in der AfD zum Beispiel. Ja, es hindert Sie doch nichts daran, selber in eine andere Partei einzutreten. Ich finde es trotzdem unsauber.
Aber das möchte ich jetzt hier nicht weiterführen. Also ich denke, ich habe dargestellt, dass ich das Verhalten dieser beiden hoch angesehen renommierten Herren für nicht nur sehr bedenklich, sondern für unsäglich und unter der Gürtellinie halte. Also ganz ehrlich, wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Wenn Freunde zu Feinden werden: Die harte Realität“, Die Welt Klar Sehen, 21.02.2024.
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Uwe Loose kommentiert die Austritte von Markus Krall und Max Otte aus der gerade als Partei gegründeten WerteUnion und bewertet ihr öffentliches Nachtreten gegen Hans-Georg Maaßen als unredlich.
