Kann Siegmund Sachsen-Anhalt allein regieren?01.09.2026
Abschrift
Abschrift des Videos vom 01.09.202625 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Die Machtfrage: ein Bundesland, eine Partei allein Zum ersten Mal könnte die AfD ein ganzes Bundesland allein regieren, nicht zusammen mit einem Partner allein, am 6. September bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Und dafür braucht sie keine Stimme mehr, als sie heute schon hat. Ob es dazu kommt, entscheidet nämlich gar nicht die AfD, das entscheiden alle anderen.
Was Sie hier erwartet - und was bewusst fehlt Mein Name ist Uwe Loose und ich sage Ihnen gleich, worauf Sie sich einlassen. Zu sehen gibt es hier nichts, was das Gesagte bebildert. Keine Tafel, keine Wahlgrafik, kein Gesetzesauszug. Das ist Absicht. Aber was ich Ihnen in den nächsten Minuten gebe, ist eine einzige Zahl. Und wenn Sie die am Sonntagabend im Kopf haben, sehen Sie diesen Wahlabend ganz anders als alle anderen im Raum.
Warum das auch außerhalb von Sachsen-Anhalt zählt Wenden wir uns kurz Ihnen selbst zu. Vermutlich wohnen Sie gar nicht in Sachsen-Anhalt. Warum sollte Sie diese Wahl überhaupt interessieren? Weil dieselbe Regel, um die es hier geht, letztendlich die Regierung gemacht hat, unter der wir alle gerade leben.
6,8 Millionen verfallene Stimmen bei der Bundestagswahl Bei der Bundestagswahl am 23.02.2025 gingen 6,8 Millionen Zweitstimmen an Parteien, die an der 5%-Hürde gescheitert sind. Das ist fast jede siebte Stimme im Land und keine einzige davon hat mitgezählt. Diese Zahl stammt übrigens von der Bundeswahlleiterin selbst.
Dem BSW fehlten 9.529 Stimmen Einer Partei, dem BSW, fehlten am Ende sogar nur 9.529 Stimmen. Wäre das BSW drin gewesen, hätte es für Union und SPD zusammen nicht mehr gereicht. 9.529 Stimmen, das ist eigentlich nur eine Kleinstadt. Am Sonntag können Sie dieser Regel bei der Arbeit zusehen.
Der Wahlabend: Prognose um 18 Uhr, dann die Hochrechnungen Sachsen-Anhalt ist dabei nicht das Thema, sondern der Beweis für diese Regel. So, jetzt kommen wir zum Wahlabendsatz. Um 18 Uhr kommt zunächst die erste Prognose und um Viertel nach sechs kommen dann die Hochrechnungen, die den ganzen Abend über wandern. Jetzt kommt die Stelle, an der es spannend wird.
Warum die Zahlen bis halb acht wandern Bei den kleinen Parteien, die irgendwo um 5% liegen, Deswegen verschieben sich die Zahlen zwischen 18.00 Uhr und halb 8.00 Uhr regelmäßig um mehrere Zehntel. Wer zum Beispiel um 18.01 Uhr sagt, die Grünen sind raus, steht um 19.30 Uhr womöglich korrigiert da.
Jede Verschiebung springt um ganze Sitze Und bei jeder einzelnen dieser Verschiebungen springt die Sitzzahl der AfD. Und zwar nicht um einen halben Sitz, sondern gleich um ganze. Das können Sie am Sonntag live mitlaufen sehen. Nicht als Erklärung hinterher, sondern in dem Moment, in dem es passiert. Kommen wir zur Antwort, damit wir uns hier nicht gegenseitig etwas vormachen.
40 oder 42 Prozent - je nach Institut Die AfD liegt in den Umfragen zwischen 40 und 42 Prozent. Welche der beiden Zahlen stimmt, hängt davon ab, wen Sie fragen. Die Forschungsgruppe Wahlen hat für das ZDF Ende August 40 Prozent gemessen. Infratest dimap für die ARD zwei Tage vorher 42 %.
42 von 83 Sitzen sind die Mehrheit Und wie viele Sitze bräuchte die AfD, um allein zu regieren? 42 von 83, das ist die Hälfte plus einer. Und ja, es gibt einen Fall, in dem ihr diese 42 Sitze bekommt. Mit keiner Stimme mehr als heute.
Der Wortlaut: § 35 Absatz 3 Landeswahlgesetz Kommen wir zu der Regel, die das möglich macht. Nachzulesen ist diese Regel im Wahlgesetz des Landes in § 35 Abs. 3 und dort heißt es im Zitat Bei der Verteilung der Sitze auf die Landeswahlvorschläge gemäß den Absätzen 4 bis 7 werden nur Parteien berücksichtigt, die mindestens fünf v. H. der im Lande abgegebenen gültigen Zweitstimmen erhalten haben.
Was mit den Stimmen unter fünf Prozent geschieht Zitat Ende Das heißt also, wir haben hier eine 5%-Klausel, die wir ja von vielen anderen Wahlgesetzen auch kennen. Und die entscheidende Frage ist hier, was passiert mit den Stimmen der Parteien, die es nicht über 5% schaffen? Die verschwinden nicht und gleichmäßig verteilt werden diese Stimmen auch nicht. Die werden schlichtweg nicht mitgezählt.
Das Bild der Erbengemeinschaft Ich bin von Berufs wegen Sachverständiger für Immobilienbewertung gewesen und da hat man ständig mit Erbengemeinschaften zu tun. Stellen Sie sich also mal eine vor. Vier Erben und ein Haus. Die Anteile sind aber ungleich, so hat es der Erblasser bestimmt. Zum Beispiel Frau Petersen bekommt die Hälfte,
Vier Erben, ungleiche Anteile, einer schlägt aus Herr Bode und Herr Krause je ein Viertel und Tim den kleinen Rest. Jetzt schlägt aber Tim sein Erbe aus. Sein Erbanteil geht nicht an die Stadt und nicht an eine Stiftung, sondern der wächst den übrigen zu, und zwar wie im Verhältnis ihrer eigenen Anteile. Frau Petersen bekommt also am meisten dazu, weil sie ohnehin am meisten hatte. Und genau so funktioniert es eben auch im Landtag. Nur, dass die Erben hier Parteien heißen und das Ausschlagen die 5%-Hürde ist.
Die Grenze des Bildes: kein Plan, eine Rechenregel Dieser Vergleich hat eine Grenze, die ich jetzt auch gerne benennen will, denn niemand schlägt in der Politik etwas absichtlich aus. Es ist kein Plan von irgendwem, sondern eigentlich nur eine Rechenregel, die einfach weiterläuft. So, und damit sind wir dann auch bei der Zahl, um die es an diesem Abend geht. Diese Zahl steht wo? In keiner Grafik. Kein Sender nennt sie. Auf keinem Wahlzettel finden Sie sie. Und trotzdem haben Sie sie eigentlich in 10 Sekunden selbst zusammen.
Die Zahl, die kein Sender nennt Und um welche Zahl geht es? Gemeint ist die Summe aller Parteien, die unter 5% landen. Also stellen Sie sich das am Sonntagabend ganz praktisch vor. Auf dem Bildschirm stehen die Balken. Dann suchen Sie die kleinen heraus, die es nicht über die 5% geschafft haben
Kopfrechnen genügt - kein Taschenrechner und zählen die Werte im Kopf zusammen. Zum Beispiel 3 und 3 und 3 und fertig ist die Sache. Dafür brauchen Sie weder Stift noch Taschenrechner. Das Interessante ist, diese eine Summe erzählt Ihnen letztendlich den ganzen Abend.
Rund 9 von 100 - bei diesem Wert reicht es nicht Nach dem heutigen Stand, also der letzten Umfragen, sind das rund 9 von 100 Stimmen. Bei diesem Wert reicht es für die AfD nicht. Fällt eine weitere Partei unter die Marke, wächst die Summe. Und mit ihr wächst die Sitzzahl der AfD. Obwohl kein einziger Wähler in diese Partei gewechselt ist.
Rund 25 von 100 - kleine Zahl kein Alleingang, große Zahl Alleingang Und wenn am Ende rund 25 von 100 Stimmen nicht mitgezählt werden, dann regiert die AfD allein. Sie brauchen sich also nur zu merken, kleine Zahl, kein Alleingang, große Zahl, Alleingang. Wo diese Zahl am Sonntag landet, weiß heute niemand, auch ich nicht.
Entscheiden wirklich die Wähler von SPD und Grünen? Bleibt die Frage, ob ein Satz stimmt, den Sie dieser Tage überall lesen. Das heißt, die Wähler von SPD und Grünen, die würden das entscheiden. Das stimmt eben nur zufällig. Entscheidend ist nämlich nicht, welche Partei scheitert, sondern allein, wie viel insgesamt wegfällt.
Warum die beiden nur zufällig am dichtesten stehen SPD und Grüne stehen im Moment eben, sag mal zufällig, einfach am dichtesten an der Hürde. Warum das so ist und was daraus für die anderen Parteien folgt, nehmen wir uns dann am Sonntag vor. Da haben wir dann echte Zahlen, statt Vermutungen.
Der Live-Abend am 6. September ab 16 Uhr Und damit sind wir beim eigentlichen Grund für dieses Video. Sonntag, am 6. September, bin ich ab 16 Uhr live, zusammen mit Elia T. von eTVC Video & Content. Zwei Stunden vor der ersten Prognose an, damit Sie vorbereitet sind, wenn die erste Zahl über den Bildschirm läuft.
Live mitrechnen, während andere über Prozente reden Dann schauen wir den ganzen Abend gemeinsam auf diese eine Summe. Bei jeder Hochrechnung neu und mit jeder Verschiebung an der 5-Prozent-Linie. Wir rechnen sozusagen live mit, was das für die Sitze bedeutet, während die anderen Sender noch über Prozente reden. Und hierbei möchte ich noch erwähnen, dass ich eine Web-App gebaut habe, mit der wir das live machen können. Das heißt, wir werden live auf der Webseite, die ich gebaut habe, die Zahlen eingeben und können das eben tatsächlich konkret tun.
Der Sitzrechner zum Selbernachrechnen Das heißt also, wer schon mit den Zahlen spielen möchte, findet diesen Landtagssitzrechner in der Videobeschreibung unten. Da klicken Sie einfach drauf und das können Sie mit dem Handy, Tablet, PC, wie auch immer Sie ins Internet gehen, können Sie sich das mal ausprobieren. Ich würde mich durchaus freuen, wenn Sie dabei sind, stellen Sie sich am besten gleich eine Erinnerung ein, denn so einen Wahlabend wie jetzt in Sachsen-Anhalt erlebt man eigentlich nicht oft. Und wenn Sie diese Art von Erklärung nützlich finden, dann abonnieren Sie den Kanal, dann bekommen Sie die Benachrichtigung, wenn wir live gehen.
Die Frage an Sie: welcher Wert wird es? Und damit zum Schluss. Eine Frage habe ich noch an Sie und die interessiert mich wirklich. Schreiben Sie mir in die Kommentare, welchen Wert erwarten Sie am Sonntag für die Summe aller Parteien unter 5%? Ich lese das mal mit und wir schauen uns dann am Wahlabend gemeinsam an, wer richtig lag. Bis Sonntag. Die Welt Klar Sehen. Orientierung in bewegten Zeiten.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Kann Siegmund Sachsen-Anhalt allein regieren?“, Die Welt Klar Sehen, 01.09.2026.
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Vorlaufvideo zum Wahlabend in Sachsen-Anhalt. Der Vortrag erklärt nicht die Wahl, sondern rüstet den Zuschauer für einen einzigen Abend aus: Die AfD kann Sachsen-Anhalt allein regieren, ohne eine Stimme mehr zu bekommen als sie heute in den Umfragen hat — entschieden wird das nicht von ihr, sondern von der Summe aller Parteien, die unter fünf Prozent bleiben. Diese eine Zahl nennt kein Sender und keine Grafik; sie lässt sich am Wahlabend in zehn Sekunden im Kopf zusammenzählen. Bei rund 9 von 100 nicht gezählten Stimmen reicht es nicht, bei rund 25 von 100 regiert die AfD allein. Der Vortrag führt das am Wortlaut von § 35 Absatz 3 des Landeswahlgesetzes vor, übersetzt es in das Bild einer Erbengemeinschaft und benennt die Grenze dieses Bildes selbst.
